Tigers-Verteidigung schlägt Eulen in die Flucht

Bei herrlichen äusseren Bedingungen empfingen die Thun Tigers am Sonntag die Lucaf Owls aus Lausanne, welche letztes Jahr noch in der NLA spielten. Trotz einiger namhafter Abgänge infolge des Abstiegs in die tiefere Spielklasse sind viele Spieler geblieben, welche das Spielniveau der höchsten Liga gewohnt sind. Zudem haben sie sich mit dem Serbischen Nationalmannschafts-Quarterback verstärkt. So erstaunt es wenig, dass die Romands von den ersten drei Spielen deren zwei gewinnen konnten. Die Tigers waren also gewarnt, schienen aber zu Beginn noch etwas auf der Bremse zu stehen.

Die Gäste entschieden sich nach gewonnenem Coin-Toss, zuerst dem Heimteam das Angriffsrecht zu überlassen. So starteten die Tigers mit der Offense ins Spiel. Diese musste das Feld nach nur einem First-Down gleich wieder räumen. Auch die Defense der Oberländer war bei ihrem ersten Einsatz noch nicht ganz im Spiel angekommen, so dass die Gäste mit einem Touchdown die ersten Punkte auf die Anzeigetafel brachten (TT 0:6 Lucaf; PAT no good). Die eigene Angriffsreihe hatte weiterhin Mühe, den Ball zu bewegen und musste Mal für Mal unverrichteter Dinge das Feld räumen. Doch glücklicherweise hielt die Verteidigung dicht, so dass die Owls den Vorsprung nicht ausbauen konnten. Nach einer Interception der Gäste hatten die Tigers zudem Glück, denn der Lausanner Spieler konnte den Ball zwar bis in die Endzone tragen, der Touchdown wurde allerdings aufgrund einer Strafe aberkannt. Im zweiten Viertel konnte Jonathan Wickart einen gegnerischen Pass in der eigenen Red Zone abfangen. Dadurch wurde zwar ein Touchdown der Owls verhindert, aber die eigene Offense musste auf 1-Yard-Line starten. Es gelang nicht, aus der Gefahrenzone herauszukommen und man musste einen Safety hinnehmen (TT 0:8 Lucaf). Die Offense schien wie gelähmt und es brauchte endlich einen Lichtblick, um doch noch ins Spiel zu finden. Diesen lieferte Jonathan Wickart, welcher erneut einen Pass des gegnerischen Quarterbacks abfangen und diesmal den Ball bis in die Endzone tragen konnte (TT 7:8 Lucaf; PAT good). Diese tolle Aktion gab dem ganzen Team Aufschwung aber vor der Pause konnten keine weiteren Punkte mehr erzielt werden.

In der zweiten Halbzeit starteten die Lausanner mit Angriffsrecht. Doch die Tigers Defense kam hellwach aus der Pause. Es war Niklaus Rhyner, welcher mit einer Interception die ersten Angriffsbemühungen der Lausanner zunichtemachte. Aus kurzer Distanz gelang nun endlich der erste Offensiv-Touchdown mittels Pass auf Adrian Jüsy, so dass die Tigers die Führung übernehmen konnten. (TT 14:08 Lucaf; PAT good). Der erhoffte Befreiungsschlag war aber auch diese Aktion noch nicht. Die Lausanner setzten alles daran, das Spiel wieder zu drehen und so war es ein zähes Ringen um gute Feldposition. Doch das deutlich kleinere Kader der Westschweizer machte sich je länger je mehr bemerkbar. Zudem gelangen auch Dario Stucki eine und Hudson Muff gleich zwei Interceptions, wodurch die Owls immer wieder gestoppt wurden. Nach einem hervorragenden Punt-Return von Mikel Brabec konnten die Tigers mit einem weiteren Touchdown-Pass auf Adrian Jüsy den Vorsprung im letzten Viertel ausbauen (TT 20:08 Lucaf; PAT no good). Da sich die Oberländer vollkommen auf die Verteilung verlassen konnte, war die Offense nun bemüht, möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen und setzte trotz der physisch dominanten Lausanner-Defense vermehrt auf Laufspielzüge. Diese Strategie ging auf und so konnten die Tigers einen unspektakulären aber wichtigen Sieg in trockene Tücher bringen.

Mit sechs Interceptions und einem Touchdown leistete die Defense den Löwenanteil an diesem Sieg. Etwas Kummer bereitete hingegen die Offense und so darf man mit der gezeigten Leistung sicherlich nicht zufrieden sein. Insbesondere das sonst so starke Pass-Spiel wurde von den Lausannern fast komplett unterbunden. Wenn man sich weiter an der Tabellenspitze halten will, muss nächsten Samstag beim Rückspiel gegen die Pirates eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt werden.

Wittig - 24.04.2018

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