100 Tage vor dem Saisonstart

Head Coach Kirby Smart (Georgia Bulldogs)Rund 100 Tage vor dem Start in die neue College Football Saison, ist es wieder einmal Zeit, über die Dinge, die vor den Spielern, Hochschulen und Fans liegen, etwas nachzudenken. Die Saison 2024/25 befindet sich inmitten erheblicher Umbrüche und Neuerungen und wird damit durch viele Veränderungen von sich reden machen. Dazu gehören natürlich auch das erstmalige 12er Team Feld der Playoffs, ein dereguliertes Transfer Portal, die weiteren Folgen der NIL Debatte und die Wellen des vielleicht noch nicht zu Ende gegangenen Conference Realignments. Immerhin haben sich zehn der ehemaligen 12 Pac-12 Hochschulen auf drei unterschiedliche Conferences verteilt, so dass 2024 erstmals von den Power 4 Conferences die Rede ist. Wir werden erleben, dass sich die ACC von Küste zu Küste ausbreitet und USC zum Big House nach Michigan reisen wird und dieses Spiel durchaus den zukünftigen neuen Big Ten Champion sehen wird. In der SEC wird es eine ähnliche Partie geben, wenn Texas auf Georgia trifft. Auch hier kann es eine erste Vorentscheidung über einen SEC Titelanwärter geben.

2024 wird auch das Jahr werden, dass allen Top Teams die Möglichkeit geben wird, die individuellen rechnerischen Chancen auf die National Championship zu vergrößern. Dabei ist zu beachten, dass die neuen "Power 4" Conference Champions die größte Chance besitzen, auch wirklich den begehrten Titel zu gewinnen. Sie erhalten in der ersten CFP Playoff Runde ein Freilos. Der Rest des 12er Feldes muss sich weiterhin anstrengen, um im erlauchten Club Mitglied zu bleiben.

Die College Football Fans werden 2024 erstmals auf eine Reihe von namhaften Coaches verzichten müssen. Nick Saban ist in den Ruhestand gegangen und wird noch als TV Kommentator der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Jim Harbaugh ist in die NFL gewechselt und Jimbo Fisher muss zunächst erst einmal gar nicht mehr arbeiten. Seine Buyout-Summe bei den Texas A&M Aggies betrug im November 2023 77,5 Millionen US-Dollar. So weich ist ein gekündigter Head Coach im College Football bisher noch nie gefallen. Mit dem Verlust dieser Coaches ist aber der Weg frei, für eine neue Generation, zu der Ryan Day von den Buckeyes gehört. Der Head Coach von Ohio State lief bisher im Windschatten von Harbaugh, verlor dreimal gegen Michigan, besitzt aber mit 56 gewonnenen von insgesamt 64 Matches eine sehr gute Gesamtbilanz. Day hat sich ausgiebig im Transfer Portal bedient und verfügt über eine enorme Tiefe im Kader, so dass Ohio State wieder einmal zu den Großen im Konzert der potenziellen Champions gehören wird. Dabei hat er nur das getan, was jedem Coach zur Verfügung steht. Jeder College Football Spieler ist jederzeit über das Transfer Portal erreichbar und kann sich abwerben lassen. Entsprechend hat Day seine Kapazitäten geteilt. Die einen suchen im Transfer Portal Tag und Nacht nach Talenten und die anderen Recruiting Beauftragten suchen konventionell nach den besten High School Absolventen des Landes. Gefunden haben die Buckeyes vor allem QB Will Howard, der nach zwei erfolreichen Spielzeiten als Kansas State Starter eine gute Expertise mitbringt. Seine Backups sind aber auch hungrig, so dass Devin Brown seine Chance suchen wird. Nach ihm folgt noch True Freshman Julian Sayin, der noch Zeit benötigt, um sich an das raue Klima in Columbus zu gewöhnen.

Zu den Kandidaten, die den Fahrstuhl nach oben fahren, gehört auch Head Coach James Franklin. Sein Durchbruch mit Penn State kann in diesem Jahr endlich stattfinden. Die Nittany Lions erreichten mit ihm bisher fünf Top 15 Jahresabschlussplatzierungen in den letzten acht Jahren. Aber sie erreichten noch nie mit Franklin einen Platz 7. Das soll sich mit dem neuen Playoff Modus und mindestens einem Sieg in der ersten Playoff-Runde ändern.

Im weiteren Verlauf der Playoff Saison wird der Weg für jedes übrig gebliebene Team allerdings immer schwerer und diese Frage stellen sich sich die US-Buchmacher in jedem Jahr: "Wer gehört zu den wirklich Schwergewichten und echten Titelaspiranten?" USC soll nicht dazu gehören. Nach einer 7-5 Saison 2023 in der Pac-12 wird die Big Ten es den Trojans nicht leicht machen. Sie prognostizieren eine 8-4 Saison und dass der Druck auf Head Coach Lincoln Riley härter wird.

Auch Alabama mag nicht so richtig an einen weiteren Titel glauben. Der neue Head Coach Kalen DeBoer hat klar erklärt, dass er nicht Nick Saban ist, dass er im Training Musik zulässt und dass seine Koordinatoren und Assistant Coaches mehr Mitspracherechte erhalten sollen. Der Weg von DeBoer mag ein anderer, lockerer Stil sein, als der von Nick Saban, doch am Ende wird in Tuscaloosa vor allem gezählt, wie viel Siege der Neue mit nach Hause bringen sollte. 2024 gestaltet sich der Fahrplan von Alabama äußerst brutal. Es gibt eine Reihe von Gegnern, gegen die DeBoer durchaus verlieren kann, zudem er eine Reihe von Transfer Portal Abgängen verkraften musste. Die Crimson Tide werden 2024 wohl nicht so stark, wie 2023 sein.

Notre Dame verfügt in diesem Jahr im Kader über eine Handvoll NFL Draft Kandidaten. QB Riley Leonhard wird hoch gehandelt und er verfügt über eine Reihe von guten Receivern. Die Fighting Irish besitzen ferner eine exzellente Secondary mit Benjamin Morrison und Xavis Watts und Defensive Lineman Howard Cross gilt als ein sicherer All-American Kandidat. Über alles sollten die Irish einen Playoff-Platz erreichen können, aber auch nicht viel mehr.

Meister Michigan wird am 31. August gegen Fresno State in das Rennen um die Titelverteidigung gehen und der neue Head Coach Sherrone Moore kann sich erstmals beweisen. Doch mit den regulären Abgängen von J.J. McCarthy, Blake Corum, und Mike Sainristil haben die Wolverines auch die Eckpfeiler ihres Erfolges verloren und müssen 2024 ein anspruchsvolles Programm spielen. Texas und Oregon werden nach Ann Arbor reisen. Die Wolverines müssen wiederum im November nach Columbus fahren. Immerhin bleibt die Defense und das Running Game stabil, sofern der neue Spielmacher kein Totalausfall wird. Zehn Siege sind aber 2024 das Minimalziel für Michigan, die damit die Playoffs erreichten sollten, ohne gleich wieder zum Favoriten abgestempelt zu werden.

Somit bleibt Georgia der Top Favorit mit den größten Vorschusslorbeeren. Die Bulldogs können sich ganz auf sich konzentrieren, blieben sie doch von großen Umwälzungen verschont. Ihr Kader ist gespickt mit vielen NFL Anwärtern und ihre Leistungsdichte bleibt auch 2024 legendär. Kirby Smarts Kader gehört eindeutig zum Besten, was die SEC bieten kann. Smart hat erkannt, dass ihn 2024 viele Experten als Favoriten ansehen, betont aber, dass die Bulldogs gegen drei AP Top 15 Teams auswärts antreten müssen. Er möchte weiterhin den Kader langfristig planen, verzichtet auf große Transfer Portal Einkäufe und will vor allem viele zukünftige NFL Spieler ausbilden und auf keinen Fall vom Portal abhängig werden. Es geht also auch anders im Land des College Footballs.

Schlüter - 24.05.2024

Head Coach Kirby Smart (Georgia Bulldogs)

Head Coach Kirby Smart (Georgia Bulldogs) (© Getty Images)

Leser-Bewertung dieses Beitrags:

zur mobilen Ansichtmehr News ACCwww.theacc.commehr News Big 12www.big12sports.commehr News Big Tenwww.bigten.commehr News SECwww.secsports.comSpielplan/Tabellen ACCLeague Map ACCSpielplan/Tabellen Big 12League Map Big 12Spielplan/Tabellen Big TenLeague Map Big TenSpielplan/Tabellen SECLeague Map SEC
RegistrierenKennwort vergessen?

Login:

Kennwort:

dauerhaft: