Mike Aresco sattelt seine Pferde

Mike L. Aresco Über 40 Jahre lang, war Mike Aresco ein Stakeholder des College Footballs und erlebte die Entwicklung von einer Samstagabendbeschäftigung zu einem Multi Milliarden Dollar Geschäft hautnah. Er erlebte den Sport aus Sicht der Medien als ESPN und CBS Sports Executive Manager, wurde ein so genannter College Athletics Administrator und Big East Commissioner und zuletzt der Commissioner der American Athletic Conference (AAC), nachdem die Big East in Sachen College Football von der Bildfläche verschwand. So erlebte er den Wandel von einem der einflussreichsten Manager des Landes zu einem Vorsteher einer Group of 5 Conference, die in der zweiten Reihe stehend, stets um ausreichend Gehör kämpfen musste. Natürlich hatte Aresco in den letzten Jahren stets viel zu sagen, doch hörte man ihn nicht mehr so oft, wie ein Commissioner einer Power 5, oder besser Power 4, oder noch treffender, einer der Power 2 Conferences, wie mittlerweile die Big Ten und die SEC bezeichnet werden.

Und weil es keine Power 6 Conference geben soll, was Aresco sichtlich ärgert, hat er irgendwann die Entscheidung getroffen, in den Ruhestand zu gehen. Ende Mai soll es soweit sein. Mit seiner Frau hat er vor einigen Jahren ein nettes Anwesen in Sun Valley, Idaho gekauft. Auch will er seine Zeit, die ihm noch bleibt, nicht mit Neben- und Beratertätigkeiten belasten. "Nein, wirklich nicht, sagt er am Telefon - höchstens mit alten Freunden zum Lunch treffen und über die alten Zeiten reden. Es gibt hier ein trendiges Seafood-Restaurant. Ansonsten bin ich fertig, möchte keine Stadien mehr besuchen und auch keine Spiele. Wir werden höchstens vor dem Fernseher sitzen und ein paar Spiele sehen, nicht mehr." Klingt es nicht ein wenig nach Verbissenheit und unerledigter Projekte? "College Football hat in den letzten Jahren einen Tsunami von Änderungen erlebt. Das Transfer Portal hat Agenten wie Sand am Meer geschaffen und die "NIL" Debatte ist in eine falsche Richtung gelaufen. Das Monster, das geschaffen wurde, ist nicht mehr College Football und keiner der Anführer soll später nicht behaupten, sie hätten nichts geahnt, nichts gewusst und es nicht so gewollt. Spätestens, als die Big Ten USC und UCLA aufgenommen hat, muss jedem klar gewesen sein, dass sie den Rubikon überschritten haben und dass der Markt an der Spitze sich verdichtet und dass es Opfer geben wird. Die Pac-12 war ein frühes Opfer, andere werden noch folgen, unbedeutend werden oder ebenfalls ganz vom Markt verschwinden. Natürlich sind Veränderungen völlig normal und üblich, Die Expansion der College Football Playoffs ist grundsätzlich eine gute Sache gewesen. Man kann darüber diskutieren ob es besser wäre, acht oder zwölf Teams in den Kreis der Playoff Teilnehmer aufzunehmen, doch grundsätzlich ist es eine gute Sache und ich bin auch ein wenig stolz darauf, dass es gelungen ist, für ein AAC Team ein New Year Six Bowl Slot zu reservieren." Aber Aresco war von Anfang an dafür, nur eine Expansion von acht Teilnehmern zuzulassen. Doch er wurde nicht richtig angehört: "Wir kommen nun zum Punkt, dass bei 16 bis 17 Spielen pro Team endgültig die akademische Bildung auf der Strecke bleibt. Die Spieler werden Angestellte der Hochschule werden, die Saison wird früher beginnen müssen (August) und vor Ende Januar nicht beendet sein können. Ein Studium hat dann endgültig seinen Platz im Leben eines College Football Spielers verloren, weil der Tag nun einmal nur 24 Stunden hat und nicht beliebig verlängert werden kann."

Also macht sich Aresco ernsthafte Vorwürfe, dass er nicht intensiver gewarnt hat? "Nur wenige Vorwürfe. Ich habe es nicht geschafft, dass die AAC eine Power 5 Conference wurde, obwohl Cincinnati und UCF reif dafür sind. Die AAC ist eine starke, solide Liga geworden. Aber in ein paar Wochen ist dieses Business für mich erledigt. Wir haben es wirklich schön hier. Wir müssen nur fünf Minuten gehen, um in den Ort zu gelangen. Hinter dem Haus sieht man schon die Berge und meine Frau mag gerne Skifahren. Ansonsten erinnere ich mich gerne an Dinge, die ich erleben durfte. So habe ich einige Army-Navy Spiele erleben dürfen und konnte ehemalige Navy Spieler wie Joe Bellino und Roger Staubach treffen. Das größte aber war, als Bill Clinton als US Präsident in der Presse Box auftauchte und sich lange mit den Moderatoren Sean McDonough and Terry Donahue unterhielt. Schließlich musste Sean das Spiel ganz alleine moderieren. Clinton hatte sich Terry geschnappt und die beiden unterhielten sich weiter bis zum Ende des Spieles und danach noch viele Stunden und leerten wohl auch so manche Flasche. So etwas wär heute gar nicht mehr möglich. Also auf geht's, wir satteln unsere Pferde und reiten dem Sonnenuntergang entgegen. Wir wollen bald verreisen. Im Dezember ist es schön in Australien und dann ist dort Sommer. Es dürfte ein guter Ort sein, um dort den Winter zu überstehen."

Schlüter - 16.05.2024

Mike L. Aresco

Mike L. Aresco (© AAC (American Athletic Conference))

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