Jeder will die Schuld haben

Bradley Chubb zählte auch auf dem Feld zu den auffälligsten Spielern - nicht nur bei der PressekonferenzNach der 14:21 Niederlage gegen die Kansas City Chiefs standen die wichtigsten Spieler der Miami Dolphins sowie Head Coach Mike McDaniel im Rahmen einer Pressekonferenz für die ca. 40 Medienvertreter fast eine Stunde lang Rede und Antwort.

Zunächst übernahm Quarterback Tua Tagovailoa die Verantwortung für die Niederlage. Bei einer Situation kurz vor Schluss hätte er mit WR Cedrick Wilson Jr. nicht richtig kommuniziert und er deswegen keinen besseren Pass angebracht. "Ob es nun darum geht, in eine bessere Position zu kommen, um den Ball zu fangen, oder was auch immer, wir können das Spiel nicht so beenden, wenn wir gegen eine wirklich gute Mannschaft eine solche Chance haben."

Eine Einschätzung, die Head Coach McDaniel später so nicht stehen lassen wollte und stattdessen die Schuld bei sich suchte: "Weißt du, ich denke, wenn ich mein Personal gut kenne, steht Tua wahrscheinlich hier oben, da er vor mir reden konnte und sagt dies, das und das andere und dass es an ihm liegt. Das war es nicht.

Es gibt vieles, was direkt auf mich zurückfällt. Die Chiefs taten etwas, worüber wir gesprochen hatten, und die Missverständnisse passieren nicht, wenn ich sie im Laufe der Woche in die entsprechende Situation bringe."


Fest steht jedenfalls, dass die frühe Anreise der Dolphins – im Gegensatz zu den drei Tage später ankommenden Chiefs – keinen Einfluss auf das Spiel gehabt haben dürfte. Tua Tagovailoa hielt den Zeitpunkt trotzdem für richtig: " Nun, ich glaube, als wir hier ankamen, hatten wir das Gefühl, ein wenig Jetlag zu haben. Ich denke, wenn wir etwas später angekommen wären – ich kenne die Wissenschaft dahinter nicht - aber ich persönlich bin eigentlich froh, dass wir aufgrund des Jetlags früher kommen konnten. Wir durften auch etwas von Deutschland erleben, das war cool."

Das betonte auch – ungefragt – Defensive Tackles Christian Wilkins am Ende seines Interviewparts, als er sich ausdrücklich für die Gastfreundschaft in Deutschland bedankte und erklärte, 1dass er es in Frankfurt sehr genossen hätte.

Der wohl auffälligste Spieler der Miami Dolphins war aber wohl Outside Linebacker Bradley Chubb. Der hatte am Ende zwar nur drei Tackles inklusive eines Sacks und eines erzwungenen Fumbles auf dem Statistikbogen stehen, war aber gefühlt in der zweiten Hälfte an jeder guten Aktion der Verteidigung Miamis beteiligt.

Zufrieden war er natürlich trotzdem nicht, nachdem man erneut in einem wichtigen Spiel gegen einen guten Gegner verloren hatte: "Ja, es ist auf jeden Fall frustrierend, weil man diese großen Spiele gewinnen will. Es ist nicht so: Oh, wir spielen diese Woche gegen diese Jungs, lasst uns rausgehen und verlieren.

Wir spielen bis zum Schluss mit voller Power, und das merkt man dieser Mannschaft an. Wir fighten; wir haben alles, was ein Team auf Championship Niveau benötigt. Es geht nur darum, sich auf die kleinen Details zu konzentrieren, wenn es wirklich darauf ankommt, und Wege zu finden, diese Spiele zu gewinnen.

Wir waren bei jedem einzelnen davon bis zum Schluss im Spiel, aber am Ende finden wir einfach einen Weg, unseren Anspruch nicht umzusetzen. Ich habe das Gefühl, dass es schwer sein wird, uns zu schlagen, wenn wir unserem Anspruch 60 Minuten lang gerecht werden. Wir müssen einfach Wege finden, in diesen Spielen zu bleiben und es knapp zu machen, und es reicht uns nicht mehr, knapp besiegt zu werden, also müssen wir einfach Wege finden, um zu gewinnen."


Den Abschluss machte dann ein sichtlich niedergeschlagener Mike McDaniel, der mit einem Seufzer auf die Bühne kam: "Das ist wirklich schmerzhaft. Wer will beginnen?"

"Ich finde es aus meiner Sicht hart – es gibt viele Aspekte dieses Spiels, bei denen es mir schwer fallen wird, auf dem Heimflug zu schlafen, und es wird lange dauern, bis wir unser nächstes Spiel spielen.

Meine wichtigste Erkenntnis aus dem Spiel ist, dass ich eine Menge Dinge besser machen kann, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie unser Team mit Stress umgegangen ist. Das ist auch keine schlechte Sache. Man lernt viel – manchmal lernt man aus Niederlagen am meisten. Du hasst es, dass es so laufen muss.

Aber ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass sich unser Team füreinander reinhängt, und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir besser werden werden, so wie sich unser Training und unsere Liebe zum Detail seit dem Buffalo-Spiel drastisch verbessert haben.

Das sind harte Lektionen, aber sie sind in der NFL real, und man muss in der Lage sein, den Schmerz zu ertragen und ihn in Richtung zukünftiger Freude zu treiben, wenn man versucht, etwas wert zu sein."


Das nächste Spiel steht tatsächlich erst übernächste Woche an: Zuhause, wo man traditionell stärker ist, gegen die Las Vegas Raiders, die eben erst ihren kompletten Stab entlassen haben. Die Voraussetzungen sind gut, dass es da nicht so hart wird...




Carsten Keller - 05.11.2023

Bradley Chubb zählte auch auf dem Feld zu den auffälligsten Spielern - nicht nur bei der Pressekonferenz

Bradley Chubb zählte auch auf dem Feld zu den auffälligsten Spielern - nicht nur bei der Pressekonferenz (© Carsten Keller)

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