Bescheidene Sieger

QB Andy Dalton (links) und LB Tank Carder waren im Rose Bowl gegen Wisconsin die Besten bei TCU.Der diesjährige Rose Bowl beschehrte den College-Football-Fans zunächst einmal das beste Bowl-Spiel bis zu diesem Zeitpunkt, und abgesehen vom National Championship Game am 10. Januar dürfte sich daran auch nichts ändern. Schade ist nur, dass das Spiel nicht im Rahmen richtiger Playoffs gespielt wurde. So bleibt der 21:19-Erfolg von TCU, Champion der Mountain West Conference, gegen Big Ten Champion Wisconsin nicht mehr als ein Achtungserfolg für ein Top-Team aus einer der sportlich schwächeren Conferences - auf einer Stufe mit Boise States Erfolg im Fiesta Bowl der Saison 2006 gegen Oklahoma und Utahs Sieg gegen Alabama im Sugar Bowl der Saison 2008. Die Horned Frogs werden in den abschließenden Top-25-Ranglisten wahrscheinlich Platz zwei hinter dem Sieger des Auburn-Oregon-Spiels belegen, ob sie das Zeug zum Meister gehabt hätten, werden sie nicht zeigen können. Bei TCU ließ man sich die Stimmung durch solche Gedanken aber nicht vermiesen, und nachdem man schon in der Regular Season nie mit kernigen Worten oder offener Kritik an der BCS Ansprüche auf einen Platz im Endspiel angemeldet hatte, blieb man auch nach dem Sieg gegen die Badgers in diesem Punkt zurückhaltend. „So wie das System funktioniert, gab es uns nicht die Chance, im Endspiel zu spielen, aber wir haben alles gebracht, was wir bringen konnten. So ist das System nunmal, aber während meiner Zeit bei TCU hätten wir nie geglaubt, die Chance zu bekommen, im Rose Bowl zu spielen, und wir haben die Chance heute doch bekommen und einen ganz wichtigen Sieg geholt“, sagte etwa QB Andy Dalton, einer der Besten bei TCU.

Das Spiel selbst bot wenig wirklich spektakuläre Szenen, und der Star war auch kein Quarterback, Running Back oder Receiver sondern ein Inside Linebacker (TCUs Tank Carder), aber es war ein Schlagabtausch auf hohem Niveau mit wenig Fehlern auf beiden Seiten. Entscheidend waren zwei Dinge: Zum einen konnte sich TCUs Abwehr, statistisch die beste der Saison, trotz körperlicher Unterlegenheit an Linie gegen eine der besten Offensive Lines dieser Spielzeit gut genug behaupten. Ein Mittel, die Nachteile in Größe und Gewicht in der Defensive Line auszugleichen, war, häufiger als sonst mit Blitzes zu operieren. „Wir mussten blitzen. Wir waren nicht in der Lage, einfach nur unsere Standard-Abwehr zu spielen. Damit hätten wir das Spiel nicht gewonnen“, erklärte Head Coach Gary Patterson seine Strategie. So gelang es, Wisconsins Angriff in Schach zu halten und den Schaden zu begrenzen, indem man die Badgers mehrfach zu Field-Goal-Versuchen aus mittlerer Distanz zwang. Wisconsin gelangen lediglich zwei richtig lange Spielzüge, ein 40-Yard-Lauf von RB Montee Ball im ersten Spielzug der Partie und ein 30-Yard-Lauf von RB John Clay im zweiten Spielzug des letztlich letzten Ballbesitzes, der zwei Minuten vor Spielende mit dem Touchdown zum 19:21 endete. Auf der anderen Seite klafften in Wisconsins Abwehr die Leistungen in der Laufverteidigung und in der Passverteidigung zu weit auseinander. Das Laufspiel von TCU meldete man weitgehend ab, aber in Pass-Situationen machte man nicht genug Druck auf QB Andy Dalton, so dass der auf dem Weg zu allen drei Touchdowns die wichtigen Yards mit Pässen holen konnte.

Für Wisconsin ärgerlich war, dass man trotzdem hätte gewinnen können, aber seine Möglichkeiten nicht konsequent genug nutzte. „Das Spiel wurde nicht durch einen Spielzug entschieden oder durch zwei Spielzüge. Es war wohl eine Summe aus zehn bis zwölf Spielzügen, die wir nicht richtig ausführten“, sagte Head Coach Bret Bielema später. So hatte man zu Beginn des Spiels schnell einen First Down an TCUs 15-Yard-Linie erreicht und sich dann mit einem kurzen Field Goal begnügen müssen. Der dritte Ballbesitz endete nach erreichen von TCUs 22-Yard-Linie mit einem vergebenen Field-Goal-Versuch (39 Yards), und der vierte und letzten Ballbesitz der ersten Halbzeit nach Erreichen der 21-Yard-Linie mit einem weiteren Field Goal. So lief man seit TCUs Touchdown zum 14:10 in der letzten Minute des ersten Viertels einem Rückstand hinterher, und als man zwei Minuten vor Spielende dann endlich doch mal die Endzone erreichte, da brauchte man eine Two-Point Conversion, um wenigstens noch gleichzuziehen. Bei diesem Spielzug leistete sich TCUs Defensive Backfield sogar noch einen Deckungsfehler, der nur dank Tank Carder ohne Folgen für die Horned Frogs blieb. Als er bei einem Blitz-Versuch abgeblockt wurde, sprang er einfach hoch und erwischte so einen für den in der Endzone ungedeckten TE Jacob Pedersen bestimmten Pass und wehrte ihn ab. Der Versuch, mit einem Onside Kick noch einmal in Ballbesitz zu kommen, misslang, und weil Wisconsin nur noch eine Auszeit hatte, konnte TCUs nach Erreichen eines First Downs im dritten Spielzug die verbliebene Spielzeit ablaufen lassen.

Hoch - 03.01.2011

QB Andy Dalton (links) und LB Tank Carder waren im Rose Bowl gegen Wisconsin die Besten bei TCU.

QB Andy Dalton (links) und LB Tank Carder waren im Rose Bowl gegen Wisconsin die Besten bei TCU. (© Getty Images)

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