Antonio Brown produziert Negativschlagzeilen

Antonio Brown hat zuletzt gejubelt, als er von den Raiders die Entlassung bekamKaum eine Story in den letzten Jahren sorgte für so viele aufsehenerregende Wendungen wie die "Saga" um Antonio Brown, der jetzt aktuell im Kader New England Patriots steht – seinem dritten Team innerhalb eines knappen Jahres.

Brown wurde 2010 von den Pittsburgh Steelers in der sechsten Runde mit Pick 195 gedraftet, nachdem er am (footballtechnisch gesehen kleinen) College bei Central Michigan gespielt hatte. Bei den Steelers wurde er in seinem zweiten Jahr gleich für den Pro Bowl nominiert – insgesamt sollte er das noch sechs Mal schaffen.

Abgesehen vom folgenden Jahr, wo er auf lediglich 787 Yards (und fünf Touchdowns) kam, schaffte er es immer weit über die magische 1.000 Yards Marke; 2015 gelangen ihm unglaubliche 1.834 Yards.

Trotzdem gab es immer wieder einmal kleinere Geschichten abseits des Felds bei den in der Außenwirkung üblicherweise konstant ruhigen Steelers rund um ihn. Abgesehen von der Wahl ausgefallener Fahrzeuge zu Beginn des Training Camps fiel er erstmals im Januar 2017 richtig negativ auf: Nach einem Playoffsieg gegen die Kansas City Chiefs übertrug er die Ansprache von Head Coach Mike Tomlin aus dem "heiligen" Lockerroom über Facebook Live.

Ein absolutes Tabu, das ihm viel Kritik und eine 10.000 Dollar Strafe einbrachte; nicht allzu lange Zeit davor hatte ihm Quarterback Ben Roethlisberger geraten, etwas bedachter im Bezug auf seine Social Media Nutzung zu werden, was offensichtlich nicht gefruchtet hatte. Später wurde übrigens bekannt, dass ihm Facebook vor Saisonbeginn über 240.000 Dollar gezahlt hatte, damit er "Content" – also Inhalte – dort bereitstellt.

Das nächste Spiel gegen die Patriots, die Tomlin in seiner Ansprache auch mit dem ein oder andere Schimpfwort versehen hatte, wurde übrigens verloren. Wer die Liga schon eine Weile verfolgt, weiß, dass die Teams so etwas gerne als Steilvorlage in Richtung Teammotivation nutzen und die Patriots sind da sicher alles andere als eine Ausnahme.

In Pittsburgh eskalierte der Konflikt Ende 2018, als Wide Receiver Ju-Ju Smith-Schuster von den Mannschaftskameraden zum Team-MVP gewählt wurde; Brown war stinksauer, schwänzte das Training in der Woche vor dem letzten Spiel gegen die Bengals, als sein Team noch um die Playoffs kämpfte, und schließlich sogar die Partie.

Pittsburgh verpasste die Playoffs und Brown provozierte die Franchise mit immer seltsameren Videos und Botschaften, bevor die genervt die Tradefreigabe erteilten. Die Oakland Raiders schlugen für einen Dritt- und einen Fünftrundenpick zu, waren aber nicht das einzig interessierte Team. Allgemein hielt man die Tradeausbeute deutlich zu niedrig für einen Top-Receiver wie Brown, mittlerweile wundert sich aber niemand mehr, warum die Steelers ihn um jeden Preis loshaben wollten.

Bei den Raiders kam er geistig nie richtig an: Zunächst benutzte er eine Cryo-Therapie-Kammer, bei der der Körper quasi schockgefrostet wird, um die Regeneration zu beschleunigen, ohne die streng vorgeschriebenen Strümpfe / Schuhe. Das Ergebnis waren erfrorene Fußsohlen, so dass er gleich einen Teil des Trainings seines neuen Teams verpasste.

Anschließend klagte er gegen die von NFL und Spielergewerkschaft Nflpa ausgehandelte Regelung, dass nur noch sichere Helme in der kommenden Saison eingesetzt werden dürfen. Auch hier dachte er, dass Regeln wohl für alle, jedoch nicht für ihn gelten. Er schaffte das Kunststück gleich zwei Gerichtsverfahren zu verlieren und schien dann klein beizugeben.

General Manager Mike Mayock unterstützte ihn zunächst öffentlich, stellte ihn aber irgendwann doch zur Rede: "Entweder ist er All In oder All Out." Es kam zu einer Auseinandersetzung, bei der Brown Mayock zumindest beleidigte und ihn aufforderte, ihn dafür zu bestrafen, als er einen Ball wegpuntete.

Hier überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst hieß es, dass er die erste Partie entweder suspendiert oder auf jeden Fall nicht eingesetzt werden wird. Das war Stand Donnerstag. Freitag verlas er eine (vermutlich von seinem Agenten Drew Rosenhaus vorbereitete) "Entschuldigung" vor dem Team, was dazu führte, dass Coach Gruden ihn begnadigte und so zeigte, wer bei den Raiders wirklich das Sagen hat.

Als Brown jedoch erfuhr, dass er für vereinsschädigendes Verhalten mit einer Geldstrafe von 200.000 Dollar belegt wurde und dadurch seine garantierten Vertragsbestandteile von 30 Millionen Dollar nicht mehr garantiert waren, forderte er eine Entlassung. Ein Video, bei dem er ein (vermutlich illegal mitgeschnittenes) Telefongespräch mit Coach Gruden verwendete, sorgte für noch mehr Feuer.

Die Raiders hatten genug gesehen und entließen Brown am Samstag. Keine 12 Stunden später wurde bekannt, dass die Patriots ihn unter Vertrag genommen hatten für 15 Millionen Dollar, davon neun garantiert.

Die Verschwörungstheorien hatten Hochkonjunktur, ob Brown seinen Abschied nur provoziert hatte, damit er zu den Patriots wechseln kann. Die hatten auf jeden Fall Bedarf, schon des Öfteren schwierige Spieler im Kader (Randy Moss, Corey Dillon, um nur zwei zu nennen, und aktuell Josh Gordon) und hatten bereits im März bei den Steelers wegen Brown angefragt. Was auf jeden Fall einen faden Beigeschmack hinterlässt ist die Schnelligkeit, mit der Brown ein neues Arbeitspapier bekommen hat trotz seiner Vielzahl an absolut hirnlosen Aktionen. Hier beweist die NFL im Allgemeinen und die Patriots im Besonderen wieder einmal, dass Moral keine Instanz ist, wenn es um möglichen Erfolg geht.

Damit ist die Geschichte jedoch noch nicht beendet: Am Mittwoch wurden schwere Vorwürfe gegen Brown laut, der 2018 seine Fitnesstrainerin vergewaltigt haben soll. Die Darstellung beider Lager unterscheidet sich (natürlich) erheblich und momentan steht ein Parken auf der sogenannten "Commissioners Exempt List" im Raum; nachdem die NFL hier jedoch ohne öffentlich nachvollziehbaren Maßstab arbeitet, ist nicht abzusehen, ob und wann Brown spielen darf.

Der Schlusspunkt ist also noch lange nicht gefunden.

Selten gab es aufsehenerregendere Wochen rund um einen Spieler. Und das Wenigste daran ist positiv.

Carsten Keller - 12.09.2019

Antonio Brown hat zuletzt gejubelt, als er von den Raiders die Entlassung bekam

Antonio Brown hat zuletzt gejubelt, als er von den Raiders die Entlassung bekam (© Getty Images)

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