Dramatischer Auftakt mit Schönheitsfehlern

Dan Mullen kam mit seinen Florida Gators zu einem glücklichen Sieg gegen Miami.In Sachen Spannung konnte sich der Auftakt der neuen College-Football-Saison sehen lassen. Im Spiel des Preseason-Top-Ten-Teams Florida gegen Miami war der knappe und glückliche 24:20-Erfolg des Favoriten erst sicher, als dessen Abwehr mit einem "Blitz", der beinahe den elften Quarterback Sack gebracht hätte, Sekunden vor Spielende Miamis letzten Spielzug stoppte. Und Miamis Abwehr machte es Floridas Angriff erwartungsgemäß so schwer wie möglich und wäre mit zwei Interceptions und zwei eroberten Fumbles fast zum Matchwinner geworden. Ein richtiger Leckerbissen war das Spiel allerdings nicht, weil das Niveau im Verlauf der zweiten Halbzeit immer schlechter wurde und sich die Kontrahenten mit Fehlern - Ballverluste, Strafen, Schwächen beim Tackling - überboten. Vor allem Miami bettelte in den letzten Minuten des Spiels mit zwei unnötigen Pass-Interference-Strafen, die Miami zu neuen First Downs verhalfen, und einem geradezu grotesken Fehlwurf von QB Feleipe Franks regelrecht um die Niederlage. "In den letzten fünf Minuten bin ich um zehn Jahre gealtert", sagte Floridas Head Coach Dan Mullen später zur verrückten Schlussphase des Spiels.

Dass seine Gators mit dem Schrecken davon kamen, verdankten sie ihrer Abwehr, die zwar auch nicht ihr aus der letzten Saison gewohntes Niveau erreichte, aber den Gegner in den entscheidenden Momenten dann doch stoppen konnte, sowie zwei Special-Teams-Fehlern der Hurricanes. Ein Fumble beim Punt Return verhalf Florida im dritten Viertel zum Touchdown zur 17:13-Führung, und im vierten Viertel vergaben die Hurricanes einen Field-Goal-Versuch aus nur 27 Yards Entfernung, was sie am Ende des Spiels dazu zwang, einen Touchdown erzielen zu müssen anstatt die Partie mit einem Field Goal gewinnen zu können. Mullen lief nach Spielschluss dennoch nicht mit nachdenklicher oder gar trüber Miene herum. Stattdessen freute er sich über den stimmungsvollen Saisonauftakt und hob hervor, dass seine Spieler immer weitergekämpft und so schließlich das Spiel für sich entschieden hätten. Darauf sei er stolz, so Mullen.

Mit Blick auf das "Big Picture", also Floridas Potenzial, höhere Ziele (Conference-Titel, Teilnahme an den nationalen Playoffs) anzupeilen, war das größte Manko die Leistung von QB Feleipe Franks. Der umstrittene Angriffsführer konnte nicht, wie erhofft, an die guten Leistungen der letzten vier Spiele der letzten Saison anknüpfen, sondern spielte in Orlando eher so wie in den ersten zwei Dritteln der Saison 2018. Seine Statistik liest sich mit 254 Pass-Yards, zwei Touchdown-Pässen und einem Touchdown-Lauf zwar ganz ordentlich, aber die Zahlen täuschen. Mehr als die Hälfte der Yards resultierten aus nur zwei Spielzügen: Franks’ einzig wirklich gutem Pass, der 65 Yards brachte und seinen 3-Yard-Touchdown-Lauf zum 24:20 vorbereitete, und einem 66-Yard-Pass auf Kadarius Toney zum 7:3, der allerdings ein kurzer Screen Pass war, den erst Toney in einen langen Touchdown verwandelte. Dem gegenüber standen nicht nur die beiden Interceptions, die beide auf seine Kappe gingen, sondern eine Fülle von Situationen, in denen er entweder falsche Entscheidungen traf oder zu langsam reagierte. Wenn Florida tatsächlich im erweiterten Kreis der Playoff-Kandidaten mitmischen will, muss sich Franks schneller als im letzten Jahr steigern. Die Stunde der Wahrheit schägt für die Gators spätestens im Oktober, wenn an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden die Spiele gegen Auburn, bei LSU und bei South Carolina anstehen. Wenn sie nicht mindestens zwei dieser Spiele gewinnen, dann ist das Thema Playoffs für sie schon vor dem Gipfeltreffen mit Georgia Anfang November beendet.

Top-20-Duell in Arlington

Nach den beiden vorgezogenen FBS-Partien - in der zweiten hatte später am Samstag Hawaii überraschend Arizona mit 45:38 besiegt - geht die Saison am kommenden Wochenende erst so richtig los. Viele wirklich interessante Spiele wird es dabei freilich nicht geben, weil die Masse der Partien in dieser frühen Phase einer Spielzeit auf dem Papier klare "Mismatches" sind. Der Headliner ist das einzige Duell zweier Teams aus den AP Top 25: Oregon gegen Auburn in Arlington (Texas). Oregon ist das zurzeit potenziell beste Team der Pac-12 Conference und gehört damit ebenfalls zum erweiterten Kreis der Playoff-Kandidaten. Angeführt wird das Team von QB Justin Herbert, dem, wenn sein Team tatsächlich um den Einzug um die Playoffs mitspielt, Chancen auf den Gewinn der Heisman Trophy, der Auszeichnung als MVP der Saison, eingeräumt werden. Auburn ist mit der Preseason-Platzierung (16.) angesichts der Ungewissheit über die zu erwartende Leistung des Angriff ein bisschen zu hoch bewertet, aber das Team kann, wenn’s gut läuft, bis zu acht Siege anpeilen und ist allemal in der Lage, auch potenzielle Playoff-Anwärter zu schlagen, wenn die nicht ihre beste Leistung zeigen. Das Schlüssel-Duell in Arlington wird vermutlich das von Oregons erfahrener Offensive Line mit der starken Defensive Line von Auburn sein. Auburn muss Herbert unter Druck setzen und das Spiel zu einer "low-scoring affair" machen. Für einen offenen Schlagabtausch mit vielen Punkten sind die Tigers nicht gerüstet.

Neben dieser Partie gibt es natürlich noch ein paar reizvolle Ansetzungen, etwa das Gastspiel von Utah, ebenfalls ein Kandidat für die Pac-12 Championship, beim Lokalrivalen BYU am Donnerstag. Daneben darf man gespannt darauf sein, wie sich einige der großen Enttäuschungen der letzten Saison zum Auftakt schlagen. So muss Wisconsin am Freitag in Tampa bei South Florida ran, USC empfängt am Samstag den letztjährigen Champion der Mountain West Conference, Fresno State, und Florida State, das 2018 zum ersten Mal seit 41 Jahren eine "losing season" erleben musste, trifft am Samstag in Jacksonville auf Boise State, das nach wie vor eines der Top-Teams aus den Group of Five Conferences ist. Langweilig dürfte dieser erste volle Spieltag der Jubläumssaison (150 Jahre College Football) also nicht werden.

Hoch - 25.08.2019

Dan Mullen kam mit seinen Florida Gators zu einem glücklichen Sieg gegen Miami.

Dan Mullen kam mit seinen Florida Gators zu einem glücklichen Sieg gegen Miami. (© Getty Images)

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