Phantoms schlagen Typhoons knapp

Die Wiesbaden Phantoms überwanden die Düsseldorf Typhoons knapp."Die Typhoons sind der schwerste Gegner, den wir diese Saison bisher hatten." "Wir haben gute Chancen, wenn wir umsetzen, was wir uns vorgenommen haben." "Kein Gegner in den Playoffs darf unterschätzt werden." "Auch als Neuling in den Playoffs haben die Typhoons Chancen, den Junior Bowl zu erreichen." Oder auch: "Wir werden hart für den Einzug ins Halbfinale kämpfen müssen." All dies hörte man aus Reihen des Wiesbadener Coaching Staff vor dem Viertelfinal-Heimspiel um die deutsche U19-Meisterschaft gegen die Düsseldorf Typhoons, Deutschlands ältestes Schul-Footballteam.

Am Ende stand ein knapper 7:6-Sieg der Wiesbaden Phantoms zu Buche, aus einer Partie, die alles bot, was ein Footballspiel ausmacht: hochklassige Plays, starke Teams, Spannung bis zur letzten Minute und gute Stimmung. Entsprechend war das Hochgefühl der jungen Wiesbadener, zumal zeitgleich die Fursty Razorbacks im zweiten Viertelfinale in Berlin noch 15:7 führten, was Heimrecht für die Phantoms im Halbfinale in zwei Wochen bedeutet hätte. Berlin schaffte aber die Wende und gewann schließlich - die Phantoms-U19 muss nun also im Halbfinale auswärts bei Berlin Adlern antreten.

Die Coaches hatten die U19 hervorragend auf die physisch starken und selbstbewusst auftretenden Typhoons vorbereitet und dabei so detailliert gescoutet, dass auch einzelne Spieler mit ihren jeweiligen Stärken auf dem Radar der Wiesbadener Footballer auftauchten. Der vom US-amerikanischen Notre-Dame-College mit einem Stipendium ausgestattete Defensive Lineman Alexander Ehrensberger hatte es so gegen die Phantoms-Offensive-Line um Steven Lenz und Marius Riehl sehr schwer. In der GFL Juniors West, der stärksten Gruppe der viergeteilten Juniorenbundesliga, hatte der 2,05-Meter-Hüne noch auf ganzer Linie überzeugt.

Während die Offensive Line für Phantoms-Quarterback Tom-Emil Meissner genügend Zeit herausholte, um Pässe anzubringen, und die Running Backs Yard um Yard gutmachten, schaffte es die Defense der Typhoons bis Ende des zweiten Viertels, die Phantoms aus der Endzone fernzuhalten. Erst 56 Sekunden vor der Halbzeit nutzte Meissner freien Raum, überbrückte die letzten acht Yards zum Touchdown selbst und brachte sein Team damit in Führung. Nach dem Extrapunkt von Vincent Gabel Martínez ging es mit einer 7:0-Führung für die Wiesbadener in die Halbzeit.

Der Extrapunkt von Martínez war wichtig, immer mehr dämmerte dies den Akteuren und den Zuschauern, als in der zweiten Hälfte der Partie die Defenses immer übermächtiger wurden. Kurz vor dem letzten Seitenwechsel standen die Phantoms auf der 11-Yard-Linie der Typhoons und versuchten ein Field Goal, wobei Martinez jedoch knapp das Tor verfehlte.

Die Typhoons waren von eigenen Punkten weiter entfernt als die Phantoms, lagen allerdings auch nach dem nächsten Wechsel des Ballrechts nur einen Score zurück. Als die Wiesbadener knapp fünf Minuten vor dem Ende in Ballbesitz kamen und es danach schon bis an die 40-Yard-Linie der Düsseldorfer geschafft hatten, war ihr Sieg zum Greifen nah. Doch Typhoons-Linebacker Frederic Bossmann schockte die Wiesbadener mit einer sehenswerten Interception, die sein Team auf der eigenen 31-Yard-Linie 3:40 Minuten vor Schluss in Ballbesitz brachte.

Quarterback Max Bühling führte die Typhoons in beeindruckender Manier über das Feld, und die ansonsten hervorragend agierende Wiesbadener Defense von Markus Krugmeister hatte nur eine Minute später das einzige Mal im gesamten Spielverlauf das Nachsehen, als Düsseldorf mit einem kurzen Lauf auf 6:7 verkürzte. Der anschließende Snap zum PAT-Kick misslang, doch die Typhoons erhielten wegen eines Fehlstarts fünf Yards Strafe und einen weiteren Versuch. Aber Bühling musste als Holder wieder einen schwachen Snap unter Kontrolle bringen, der Schuss von Kicker Arian Ghorbani verfehlte sein Ziel, und die Wiesbadener durften jubeln.

Die Phantoms erzielten anschließend das zum Sieg fehlende First Down und hatten damit das dritte U19-Halbfinale binnen drei Jahren erreicht. Der Erfolg solle nun zwar gefeiert werden, so die Phantoms-Coaches, die jedoch auch betonten, den Blick nicht vom Verbesserungspotenzial des Teams abschweifen zu lassen. "Wir haben noch viel Luft nach oben. Und Berlin wird nochmal eine ganz andere Größenordnung", warnte Head Coach Christian Freund.


Auerbach - 29.07.2019

Die Wiesbaden Phantoms überwanden die Düsseldorf Typhoons knapp.

Die Wiesbaden Phantoms überwanden die Düsseldorf Typhoons knapp. (© Wiesbaden Phantoms)

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