Rebels mit erstem Sieg

Rebels-QB Terrell Robinson kann auch Pässe fangenDie Berlin Rebels gewinnen am Pfingstsonntag ihr erstes Pflichtspiel in der GFL-Saison 2019. Durch den 33:13 Erfolg über die Kiel Baltic Hurricanes hat das Team von Head Coach Kim Kuci den Anschluss an die obere Tabellenhälfte hergestellt.

Für die Charlottenburger ging es bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison der höchsten deutschen Footballliga um sehr viel. Mit drei Heimniederlagen in Folge fand man sich ungewohntermaßen und erstmals seit 2015 in der unteren Tabellenregion wieder. Nun ging es gegen die Kiel Baltic Hurricanes - eine Mannschaft, die bis zur letzten Saison standardmäßig in den Playoffs vertreten war und nach vielen Umbrüchen im Team und im Umfeld den Weg zurück an die Spitze erst finden muss. Das Spiel gestaltete sich erwartungsgemäß über lange Zeit ausgeglichen und wurde letztendlich von den Special Teams der Berlin Rebels entschieden.

Viel Glück hatten die Berliner in ihrem ersten Drive. Nach zwei gelungenen Pässen von Stamm-Quarterback Terrell Robinson auf Wide Receiver Faalevao Esekielu hätte ein ungenauer Rückwärtspass von Robinson auf Running Back Andreas Betza eigentlich die Führung für die Gäste bedeuten müssen. Ein unabsichtliches Abpfeifen der Schiedsrichter stoppte den Fumblereturn von CJ Davis. Die aufmerksame Verteidigung der Berliner, in deren Reihen auch Rory Johnson und Paul Morant nach ihren Verletzungen zurückgekehrt waren, verhinderte in den anschließenden vier Versuchen die ersten Punkte für die Canes.

Die Berliner erzielten diese im direkten Gegenzug. Stück für Stück arbeiteten sie sich an die gegnerische Endzone heran. Nach einem langen Lauf von Robinson standen die Rebels zwölf Yards von dieser entfernt. Kucis Mut, erneut einen vierten Versuch ausspielen zu lassen, wurde belohnt. Robinsons Lauf für drei Yards durch die Mitte und Ben Hermanns PAT brachte den Tabellensechsten mit 7:0 in Front.

Defensive Lineman Nelson Imasuen beendete zu Beginn des zweiten Spielabschnitts mit seinem Quarterback Sack den nächsten Drive des Gästeteams, musste aber mit ansehen, dass seine Teamkameraden nach geblocktem Punt den dadurch freien Ball nicht sicherten. Aus diesem erneuten Ballbesitz für die Kieler entsprang aber lediglich ein 23-Yard-Field-Goal durch Kicker Benedikt Englmann zum 3:7 aus Kieler Sicht.

Nun betrat der Neuzugang der Rebels Kurt Palandech das Feld und übernahm das Zepter von Robinson, welcher sich gleich als Wide Receiver aufstellte. Diese Kombination funktionierte in der Folgezeit hervorragend und auch Betza profitierte von dieser Variante, weil die Fördestädter sich zunächst nicht auf die neuen Angriffsvarianten der Hausherren einzustellen vermochten. Punkte fielen bis zum Halbzeitpfiff keine mehr, denn der nächste Drive der Rebels endete kurz vor der Red Zone der Gäste. Erneut war das Glück in dieser Situation auf Seite der schwarz-silbernen, denn Hauptschiedsrichter Lars Gitting bedachte die von Offensive Lineman Misha Trashkov verteilte "Kopfnuss" nur mit 15 Yards und nicht mit einem Platzverweis. Eine weitere, gegen Linebacker Niels Schroedter ausgesprochene, 15-Yard-Strafe und ein vollständiger Pass von QB Jake Purichia auf WR Lukas Rehder brachte die in weißen Trikots spielenden Kieler noch einmal in aussichtsreiche Position. Engelmanns Field-Goal-Versuch aus 30 Yards strich weit am rechten Goalpost vorbei.

Nach der Pause übernahmen die Rebels zunehmend das Zepter. Morants Kickoffreturn brachte seine Farben in eine gute Ausgangsposition, Betzas Lauf im vierten Versuch hielt den Drive am Leben. Dessen nächstes First Down beförderte die Gastgeber schon in Field Goalrange. Palandechs TD-Lauf über fünf Yards nach angetäuschtem Pass und Hermanns PAT ließ die Führung der Rebels auf elf Punkte anwachsen. Mehr als ein Field Goal gelang den Canes im Gegenzug nicht, Englmanns 32-Yard-Kick nach Johnsons QB-Sack hielt den Tabellenvorletzten aber vorerst weiter im Spiel.

Für die Vorentscheidung des Spiels sorgten Esekielu und Morant zum Ende des dritten Spielabschnitts. Innerhalb von gut zwei Minuten passte zunächst Palandech für über 60 Yards und Punkte auf die # 10 und der Safety returnierte den von ihm geblockten Gästepunt für 27 Yards zum 26:6 für die Berliner. Beide PAT konnten allerdings nicht verwandelt werden.

Im Schlussviertel waren fast ausschließlich die Canes am Ball und versuchten noch einmal alles. Davis‘ Catch nach Purichias 20-Yard-Pass und Englmanns PAT brachten die Norddeutschen auf 13 Punkte heran. LB Maciej Jaroszewski stellte mit dem zweiten Puntreturntouchdown der Charlottenburger an diesem Nachmittag den alten Punktabstand wieder her (PAT Hermann.)

Mit dem Spiel und dem Endstand von 33:13 können die Berliner zufrieden sein. Palandechs Verpflichtung stellte sich als eine sehr gute heraus. Gerade das Passspiel der Berliner erschien um Längen sicherer und wusste zu gefallen. Dass Palandech den Ball auch am Boden bewegen kann, hat er bei seinem Lauf über außen zum TD in eindrucksvoller Weise bewiesen. Im Kicking Game haben die Charlottenburger noch erheblich Luft nach oben, aber ein Philipp Friis Andersen ist auch so einfach nicht zu ersetzen.

Thomas Sellmann - 10.06.2019

Rebels-QB Terrell Robinson kann auch Pässe fangen

Rebels-QB Terrell Robinson kann auch Pässe fangen (© Weber)

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