Super Bowl LIII: Zu guter Letzt

Head Coach Bill Belichick (New England Patriots)War der Super Bowl LIII nun ein ganz besonders schlechter Super Bowl, oder ein weiteres Meisterstück des so genannten Trainerfuchses Bill Belichick? Schließlich wusste der 66-Jährige und mittlerweile älteste, noch aktive Head Coach der NFL, dass die Los Angeles Rams eine explosive Offense besitzen und daher nicht mit modernen 3-4, beziehungsweise 4-3 Defense Schemen zu schlagen waren. Somit sollte er sich während der Vorbereitungen auf das Endspiel an die legendäre Buddy Ryan 46 Defense erinnern, diese etwas modifizieren und sich selbst in der Öffentlichkeit als genialer Verteidigungsstratege präsentieren. In Wirklichkeit war der Einsatz weder genial, noch risikovoll, noch eine echte neue innovative Leistung. Belichick setzte vier Defensive Linemen an die Line of Scrimmage und postierte den noch gesunden Safety Patrick Chung, der sich ja bekanntlich später einen Armbruch zuzog und Linebacker Kyle van Noy an den Außenflügeln der Line. Donta Hightower agierte als alleiniger, echter Linebacker, um die Receiver zu attackieren.

Der 2016 verstorbene Ryan und ehemalige Defensive Coordinator der Chicago Bears, entwickelte die 46 Defense, um seine Linemen nahe an der Line of Scrimmage zu postieren und um diese dann zum Blitzen zu motivieren und um das gegnerische Laufspiel effektiv zu unterbinden. Belichick und die Fachwelt wussten natürlich, dass sein Counterpart, Sean McVay, seit dem er in Los Angeles Verantwortung trägt, dass er seine Offense um Running Back Todd Gurley aufgebaut hat und grundsätzlich leicht auszurechnen war. Somit musste Belichick sich nur an seine jungen Jahren als Defensive Coordinator erinnern und die Schemen aus der Trickkiste herausholen, die bis zur Entwicklung der ersten Spread Offenses zum Alltag im College Football und auch NFL Betrieb gehörten. Doch damit nicht genug, sein Freund Matt Patricia, selbst unter Belichick in den Jahren 2004 bis 2005 ein ehemaliger Patriots Assistant Coach und heute der Head Coach der Detroit Lions, hatte es geschafft, während der regulären Saison und trotz einer 16:30 Niederlage gegen die Rams, Gurleys Running Game zu begrenzen. Da beide Coaches seit einigen Jahren in einem engen Kontakt stehen, berichtete Patricia seinem ehemaligen Chef, wie man Gurley und die Rams aufhalten könnte. Der Plan gelang. Die Rams erzielten im Super Bowl LIII nur bescheidene 62 rushing Yards.

Die 46 Defense wird auch "Eight in the Box" genannt und wurde vom damaligen Defensive Coordinator der Chicago Bears, Buddy Ryan, in den 80er Jahren entwickelt. Ryan arbeitete ferner sieben Jahre als Head Coach der Philadelphia Eagles, gewann in dieser Phase seines Schaffens aber nie ein Playoff Spiel. Mit den Bears gewann er wohl aufgrund der 46 Defense den Super Bowl.

Diese Formation richtet sich nicht nach der Anzahl der aufgestellten Spieler, sondern nach der Rückennummer des Strong Safety. Zu Zeiten von Ryan war dieses Doug Plank. Die Grundlage bildet die 4-3 Defense. Vier Defensive Linemen und drei Linebacker werden aufgestellt. Auf der Strong Side (also der Seite, auf der ein Tight End steht), befindet sich gegenüber dem Guard, dem Center und dem Guard der Weak Side je ein Defensive Tackle. Dem Offensive Tackle wird ein Defensive End entgegengesetzt. Beim Fehlen eines Defensive Tackle kann dem Guard auf der Strong Side auf ein Defensive End gegenüber stehen. Dem zweiten Offensive Tackle auf der Strong Side und dem Tight End wird je ein Outside Linebacker gegenüber postiert. Der Weak Side Linebacker wird in Fachkreisen übrigens Charlie genannt und steht gegenüber der inneren Schulter des Tight End. Der Strong Side Linebacker, wird wiederum Jack genannt und steht gegenüber der äußeren Schulter. Eigentlich also ganz einfach.

Das besondere an der 46 Defense Formation ist, dass sie die erste ist und war, die gegnerische Offense zwingt, im Mann-gegen-Mann im Verhältnis 1:1 zu blocken. Auch wurde erstmals ein Strong Safety weiter nach vorne postiert. Mit dieser Formation gelang es Coach Ryan in der NFL im Jahr 1985 große Erfolge zu feiern. Nur ein Spiel wurde in der Saison 1985 gegen Miami verloren. Die Dolphins, beziehungsweise ihr Head Coach Don Shula erkannten, dass mehr Wide Receiver aufgestellt werden mussten, um die Bears zu überlisten, schließlich war das Defensive Backfield ausgedünnt und ließen den Wide Receivern Freiräume. Mit Dan Marino stand ihm zudem ein Quarterback zur Verfügung, der es verstand, präzise und schnell ausgeführte Pässe zu werfen. Die 46 Defense war entzaubert.

Heute wird die Defense 46 nur noch selten angewendet und findet nur noch dann Verwendung, wenn der zu verteidigende Raum klein geworden ist, also wenn sich die gegnerische Offense bereits in der Red Zone, beziehungsweise in der Nähe der Goal Line befindet. Belichick hat es mit dem Gewinn des Super Bowl LIII geschafft, die 46 Defense wieder einmal in den Focus des öffentlichen Football-Interesses zu bringen. Das Wissen um die 46 Defense wird Belichick wohl von seinem Mentor, Bill Parcells erhalten haben, der als Defensespezialist den Super Bowl XXI, also ein Jahr später als Coach Ryan, mit den New York Giants und Belichick gewann. 1979 startete Belichick seine Trainerkarriere mit 23 Jahren und wechselte als Assistant Coach 1979 zu den New York Giants. Dort traf er 1983 auf Parcells, der seine Ausbildung fortsetzte und ihn 1985 zum Verantwortlichen der Defense beförderte. Bereits zum Super XXV, also vier Jahre später, begründete Belichick seinen Ruf als Defense-Guru und bestach mit kreativen Formationen. Er ließ die Defensive Backs weit nach hinten rücken, um dem damaligen Quarterback Jim Kelly, das Passspiel zu erschweren. Kurze Würfe erwiderten seine Defender mit harten Tacklings. Belichicks Aufzeichnung befinden sich heute in der Pro Football Hall of Fame in Canton, Ohio.

Schlüter - 13.02.2019

Head Coach Bill Belichick (New England Patriots)

Head Coach Bill Belichick (New England Patriots) (© Getty Images)

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