Eine Allianz fürs (Über-)Leben

Echte Fans (wie hier bei der UFL) waren bei den Neugründungen neben der NFL bisher immer MangelwareGroß sind die Hoffnungen von Charlie Ebersol und Bill Polian, dass es ihnen gelingen wird mit der "Alliance of American Football" (AAF) eine zweite professionelle Football-Liga neben der NFL zu etablieren. So versuchen sie mit einem ausgeklügelten Konzept, namhaften Coaches und nur wenigen bekannten Spielern eine neue Liga mit Leben zu füllen. Diese soll aber nicht in Konkurrenz zur NFL stehen, vielmehr streben beide Ligen eine inoffizielle Zusammenarbeit an. Nichts dagegen hätten die Verantwortlichen der AAF, wenn ihre Liga in Zukunft als "Entwicklungsliga" für die NFL dienen würde. Und auch die NFL würde profitieren: sie könnte der AAF Spieler zur Verfügung stellen, ohne die Kosten für einen organisierten Ligabetrieb tragen zu müssen (siehe NFL Europa).

Natürlich haben die amerikanischen Fans schon eine Menge professionelle Footballligen kommen und wieder gehen sehen. Man denke an die USFL, XFL, UFL oder AAFC. Manche mit traditionellem, manche mit verbessertem, manche mit innovativen Konzept, andere verschwanden vor ihrem Start wieder in der Versenkung. Die Denkweise der Betreiber ist dabei klar: die NFL ist ein Multi-Milliarden Dollar Unternehmen mit sehr hohen Marktschranken. 32 Teambesitzer teilen sich den Kuchen, rund 2000 Spieler leben davon jedes Jahr. Dennoch gibt es jedes Jahr wesentlich mehr hochtalentierte College Seniors, die keine Chance in der NFL kriegen und ebenso rund 1200 Spieler, die den Weg in die Trainingscamps finden, aber nicht in eines der 32 Teams übernommen werden. Auf diese Spieler will die AAF abzielen, ebenso hätte sie nichts dagegen, wenn der eine oder andere gestandene NFL Profi in der AAF seine Karriere wiederzubeleben versucht. Die ersten 205 verpflichteten Spieler bekamen einen Drei-Jahres-Vertrag über 250.000 Dollar Gehalt zzgl. Bonuszahlungen für Leistungen und/oder Faninteraktionen.

Gefördert und übertragen wird die AAF ab dem 9. Februar von CBS. Somit ist eine wesentliche Voraussetzung erreicht: ein großer TV-Sender, der einige Ligaspiele überträgt und gleichzeitig auch einen Teil der Finanzierung sichert. Gespräche gibt es aber auch über eine Übertragung auf NFL Network. Kein Zufall ist es, dass die Liga am Wochenende nach dem Super Bowl an den Start geht. Zum einen will man von der Lust auf Football der amerikanischen Öffentlichkeit profitieren, zum anderen kann so gewährleistet werden, dass der Ligabetrieb beendet ist, wenn die Minicamps der NFL beginnen. Denn am 26/27/28. April soll bereits das erste Endspiel der AAF im Sam Boyd Stadion in Las Vegas ausgetragen werden, Anfang Mai sind nach der NFL Draft die ersten Rookie und Free Agent Camps, bei denen sich auch AAF Spieler beweisen könnten.

Aus acht Mannschaften besteht die Liga derzeit, vier im Osten der USA, vier im Westen. Das Teams der Atlanta Legends spielt im Stadion von Georgia State Stadium, mit 24.333 Zuschauern das kleinste der acht, beziehungsweise neun Stadien (incl. Endspielort Las Vegas). Das größte ist Legion Field (71.594 Plätze) in Birmingham, Heimat der Birmingham Iron. Immer wieder zieht es professionelle Football Ligen nach Birmingham, wo viele Footballverrückte leben, aber kein Profiteam existiert. So gab es bereits die Teams der Birmingham Fire (World League of American Football), Birmingham Stallions (USF) oder Birmingham Thunderbolts (XFL). Mit ihnen besteht die Eastern Conference aus den Orlando Apollos und der Memphis Express. Die Western Conference besteht aus San Diego Fleet, San Antonio Commanders, Salt Lake Stallions und den Arizona Hotshots.

Bekannt sind einige der Head Coaches der acht Teams. So ist Mike Martz, der ehemalige Offensive Coordinator/Head Coach der "Greatest Show o Turf" (St. Louis Rams zwischen 1998 und 2001), nun Head COach von San Diego Fleet, während Chicago Bears Legende und Ex-San Francisco 49ers Head Coach Mike Singletary nun Cheftrainer der Memphins Express ist. Steve Sprurrier, der ehemalige Head Coach der University of Florida und Washington Redskins, trainiert die Orlando Apollos. Der ehemalige Seattle Seahawks und San Francisco 49ers Head Coach Dennis Erickson steht den Salt Lake Stallions vor, Mike Riley (u.a. CFL Winnipeg Blue Bombers, WLAF San Antonio Riders, San Diego Chargers, Oregon State) trainiert die San Antonio Commanders.

Nur wenige Spieler in der AAF haben einen höheren Bekanntheitsgrad. Drei Spieler haben einen für die NFL Fans wiedererkennbaren Namen. Große Bekanntheit erlangte der Name von QB Josh Johnson, denn dieser wurde von San Diego Fleet verpflichtet und in der Draft der Spielmacher "protected" (Fleet hätte jeden anderen Spielmacher der Teams holen können, entschied sich aber für den eigenen mit dem 1. Pick dieser Draft). Nur wenige Tage später klopften allerdings die Washington Redskins bei Johnson an und verpflichteten ihn als Ersatzmann für den verletzten Alex Smith und ineffektiven Mark Sanchez. Noch immer gehört er den Redskins an, daher ist ein Einsatz für San Diego eher unwahrscheinlich. Bekannt sind ebenso bei den Quarterbackes Christian Hackenberg (Ex-Hoffnungsträger der New York Jets) und Zach Mettenberger (Ex-Tennessee Titans), die zusammen bei Memphis Express sind.

Bekanntester Name aus allen Kadern ist aber wohl RB Trent Richardson. Der 3. Pick der Draft 2012 (Cleveland Browns) gehört nun Birmingham Iron an, nachdem er sich weder in der NFL, noch in der CFL wirklich durchsetzen konnte. Einst als bester College Running Back seit Adrian Peterson bezeichnet, spielte Richardson zuletzt 2014 in der NFL, insgesamt lief er in 46 Spielen auf, erreichte aber nie eine 1000 Yard Saison. K Nick Novak spielte seit 2005 für acht verschiedene NFL Teams, für einige sogar mehrfach. Ebenso kickte der das Lederei für die Cologne Centurions in der NFL Europa und die Florida Tuskers in der UFL.

Nicht einfach nur verteilt werden die Spieler in der AAF an die acht Teams. Vielmehr wurde jedem Team regionale Partnerteams zugeteilt. Birmingham Iron hat somit die New England Patriots, Cleveland Browns, Buffalo Bills und Pittsburgh Steelers als NFL Partnerteams, die Montreal Alouettes und Ottawa Redblacks in der CFL. in der NCAA sind es vor allem die Teams aus dem (eigenen) Bundesstaat Alabma, aber auch Teams wie NC State, South Carolina oder Maryland wurden als Partnerteams benannt. So erhalten die AAF Teams einen ersten Zugriff auf Spieler der Partnerteams, bevor sie dem Rest der Liga als Free Agent angeboten werden, um eine regionale Identifikation zu ermöglichen. Bei den San Antonio Commanders sind beispielsweise die Dallas Cowboys, Houston Texans, Kansas City Chiefs und Philadelphia Eagles als NFL Partnerteams zugeteilt, die Sasketchawan Roughriders aus der CFL und die Unmengen an NCAA Teams aus dem Bundesstaat Texas, sowie die Mannschaft von Oklahoma.

Angeführt wird die AAF von Ex-Indianapolis Colts General Manager Bill Polian, einem der Mitbegründer der Liga. Ihm zur Seite stehen im Liga Office weitere bekannte NFL Größen wie Pittsburgh Steelers All-Pro S Troy Polamalu, (u.a.) Kansas City Chiefs/Minnesota Vikings All-Pro DE Jared Allen oder Steelers All-Pro WR Hines Ward. Für jeden Beobachter eine große Menge an Kompetenz und Erfahrung in den verantwortlichen Positionen. Abzuwarten bleibt jedoch, ob es der AAF gelingt sich neben der NFL zu etablieren. Positiv ist auf jeden Fall, dass die NFL sich nicht distanziert von der AAF hat, sondern ihr abwartend bis positiv gegenüber steht. Das ist mehr als die XFL von sich sagen kann, die ihre einzige Saison 2001 spielte, aber 2020 nach Neugründung wieder den Spielbetrieb aufnehmen soll.

Schüler - 24.01.2019

Echte Fans (wie hier bei der UFL) waren bei den Neugründungen neben der NFL bisher immer Mangelware

Echte Fans (wie hier bei der UFL) waren bei den Neugründungen neben der NFL bisher immer Mangelware (© Schüler)

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Birmingham Iron - Salt Lake Stallions

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17.02.

San Antonio Commanders - Orlando Apollos

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37

18.02.

San Diego Fleet - Atlanta Legends

24

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23.02.

Salt Lake Stallions - Arizona Hotshots

21:00 Uhr

24.02.

Orlando Apollos - Memphis Express

02:00 Uhr

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22:00 Uhr

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