DOSB beschließt NOV-Förderung 2019

Der zukünftige Förderzyklus für NOVs orientiert sich an den World Games. Die DOSB-Mitgliederversammlung hat am 1. Dezember in Düsseldorf die "Förderung Nichtolympischer Spitzensport 2019" beschlossen. Bei zwei Enthaltungen hat die Mitgliederversammlung das Konzept Förderung Nichtolympischer Spitzensport 2019 verabschiedet. Durch die Befürwortung der beiden Konzepte "Förderung Nichtolympischer Spitzensport 2019ff" und "NOS-FörderkonzeptPlus2019" werden künftig auch Athletinnen und Athleten von World Games Sportarten oder Weltspitzenniveau bei Weltmeisterschaften Nichtolympischer Sportarten und Disziplinen potenzialorientiert gefördert. In den letzten beiden Jahren hatte eine Expertengruppe die beiden neuen Förderkonzepte erarbeitet, die sowohl der Vielfalt des deutschen Sports als auch gegebenenfalls der erfolgreichen Aufnahme in das Programm der Olympischen Spiele im Zuge der Umsetzung der Agenda 2020 dienen sollen. Verkürzt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit dargestellt, gelten somit ab 2019 folgende Regeln, die naturgemäß nicht ganz einfach formuliert sind. Daher ist auch nur die Kurzfassung dargestellt.

"Das neue Konzept definiert u. a. die Kriterien als unabdingbare Voraussetzungen für die Förderung eines Verbandes durch Bundesmittel:

Der nationale Spitzenverband ist Mitglied im zuständigen Weltverband.

Der zuständige Weltverband ist Mitglied in der Global Association of International Sports Federations

Es existiert ein nationales und internationales sportartspezifisch durchgängiges Wettkampfsystem im Nachwuchs- und Erwachsenenbereich (Männer und Frauen).

Der nationale und internationale Spitzenverband erkennen die IOC-Charta an.

Der nationale Spitzenverband erstellt pro Förderperiode einen Strukturplan und setzt diesen um.

Der nationale Spitzenverband hat Regeln zu Good Governance, Korruptionsprävention, Prävention sexualisierter Gewalt und zur Bekämpfung der Spielmanipulation erstellt und hält diese ein.


Darüber hinaus weist der nationale Spitzenverband die Implementierung und Umsetzung des WADA-/ NADA-Codes in seinen Richtlinien/Statuten sowie deren Einhaltung nach (Compliance). Die Einhaltung wird durch ein eigenes Verfahren des Zuwendungsgebers Bund geprüft.

Ferner existieren zusätzliche Voraussetzungen für nichtolympische Verbände, die nicht bei den World Games vertreten sind:

Der zuständige Weltverband ist Mitglied in der Gaisf oder die zu prüfende Sportart (Disziplin) wird weltweit betrieben und hat als Dachorganisation einen Weltverband mit mindestens 50 nationalen Mitgliedsverbänden (Sommersport) oder 25 nationalen Mitgliedsverbänden (Wintersport).
Innerhalb von 4 Jahren wird mindestens eine Weltmeisterschaft ausgetragen. Mindestens 20 Nationalverbände (Sommersportarten) beziehungsweise 15 Nationalverbände (Wintersportarten) nehmen an den Weltmeisterschaften (Männer/Frauen) teil. Bei Mannschaftssportarten wird die Zahl der teilnehmenden Mannschaften an der Finalrunde einer Weltmeisterschaft auf mindestens 12 (Sommersportarten) beziehungsweise 8 (Wintersportarten) festgelegt.

Der Förderzyklus umfasst grundsätzlich einen Zeitraum von vier Jahren und beginnt am 1. Januar des Jahres nach den World Games. Die Verbände erarbeiten für jeden Förderzyklus – zielgerichtet auf die kommenden World Games/Weltmeisterschaften – jeweils einen zukunftsfähigen Strukturplan, der die sportartspezifischen Anforderungen und Rahmenbedingungen berücksichtigt.

Der Strukturplan enthält mindestens folgende Themen:
Sportfachliche Ziele,
Organisations- und Führungsstruktur des Verbandes für den Spitzensport,
Stützpunktstruktur,
Kaderstrukturen,
Training und Wettkampf,
Nachwuchsförderung,
Duale Karriere,
Wissenschaftliche und technologische Unterstützung,
Gesundheitsmanagement (mit Maßnahmen der Doping-Prävention und zur Prävention sexualisierter Gewalt).

Strukturgespräche sind Elemente des begleitenden Verbandsmanagements des DOSB, die vor Beginn eines jeden Förderzyklus unter Beteiligung des Bundes stattfinden und dazu dienen, regel-mäßig die Zielstellungen und die verbandsspezifischen Bedarfe für die einzelnen Förderbereiche disziplinscharf zu identifizieren.

Nur unter idealen Rahmenbedingungen können bei internationalen Wettkämpfen herausragende Leistungen erreicht werden. Es ist das Ziel, für Athleten/innen an Leistungsstützpunkten best-mögliche Trainingsvoraussetzungen zu schaffen und damit die Entwicklung und Vorbereitung zu internationalen Höchstleistungen zu ermöglichen. Die Leistungsstützpunkte werden durch den DOSB sportfachlich geprüft und anerkannt.

Die Bundesförderung unterteilt sich in eine Basisförderung sowie eine potentialorientierte Projektförderung und berücksichtigt in der Basisförderung gleichwertig die Förderbereiche Leistungssportpersonal und Jahresplanung. Aus Gründen der Planungssicherheit empfiehlt sich eine Förderzusage für die gesamte Förderperiode für das Leistungssportpersonal. Der Förderumfang für Jahresplanung und Leistungssportpersonal bestimmt sich grundsätzlich nach den aktuell geltenden Förderrichtlinien des Bundes.

Die Basisförderung soll die Spitzenverbände für die zu fördernden Sportarten (Disziplinen) im Sinne einer Grundausstattung in die Lage versetzen, ihre Leistungssportförderung unter Einbeziehung ihrer Eigenmittel im Förderzyklus zu sichern. Die Basisförderung wird für alle geförderten Verbände festgelegt und pro Verband nur einmal gewährt.

Das derzeitige NOV-Fördervolumen von 2,4 Millionen Euro (1,2 Millionen für Jahresplanung / 1,2 Millionen für Leistungssportpersonal) besteht aus einer Grundförderung und einem Leistungsbonus (für die Jahresplanung im Verhältnis 60 Prozent zu 40 Prozent, für das Leistungssportpersonal 70 Prozent zu 30 Prozent).

Für die Basisförderung Jahresplanung wird ein verbandsbezogener Mittelwert gebildet. Es erfolgt eine Differenzierung zwischen den Sportarten der World Games und denjenigen Sportarten, die als Zielwettkampf die Weltmeisterschaften haben. In beiden Bereichen erfolgt die Berechnung bedarfsorientiert anhand der Anzahl Disziplinen und der maximal möglichen Anzahl an Teilnehmern beim Zielwettkampf. Hierbei wird eine maximale Schwankungsbreite von plus/minus 30 Prozent bezogen auf den Mittelwert zu Grunde gelegt.

Zum Erreichen und Erhalt internationaler Wettbewerbsfähigkeit ist die strukturelle Weiterentwicklung der zu fördernden Verbände unerlässlich. Ein wesentlicher Baustein ist die im Strukturplan enthaltene Leistungssportpersonalkonzeption, die von einer bedarfsorientierten, hauptamtlichen Ausstattung ausgehen sollte. Sie wird im Benehmen mit dem Verbandsmanagement des DOSB entwickelt, wobei die vom BMI geforderten Kriterien sowie angemessene Vergütungen innerhalb der Höchstwerte beachtet werden.

Nach Festsetzung der Grundförderung wird der Leistungsbonus auf der Basis eines Punktwertes für Platzierungen beim Zielwettkampf berechnet. Die beste Platzierung eines Einzelsportlers beziehungsweise einer Mannschaft beim Zielwettkampf wird je Sportart (Disziplin) herangezogen und in einen Punktwert umgesetzt. Jeder Punkt ist mit einem Betrag unterlegt, so dass die Summe der Punkte den Wert des Leistungsbonus für den Verband ergibt. Dafür werden für die Jahresplanung 40 Prozent und für das Leistungssportpersonal 30 Prozent der vorgesehenen Mittel des Bundes eingesetzt.

Die World Games sind Zielwettkampf für die Verbände, deren Sportarten (Disziplinen) als Programmsportart bei den World Games vertreten sind. Eine Wahlmöglichkeit zwischen World Games und Weltmeisterschaften besteht nicht, selbst wenn bei Weltmeisterschaften in einem identischen Wettbewerb ein besseres Ergebnis erzielt wurde.

Für die Bewertung wird nur das beste Ergebnis eines Einzelsportlers beziehungsweise einer Mannschaft bei den World Games beziehungsweise den Weltmeisterschaften herangezogen. Mannschaftsportarten erhalten einem Bewertungsfaktor von 1,25. Mannschaftsportarten sind alle Sportarten, in denen keine Einzel-wettkämpfe ausgetragen werden. Das Zusammenzählen von Einzelergebnissen für eine Mannschaftswertung und Staffeln zählt nicht als Mannschaftssportart.

Weltmeisterschaften werden als Zielwettkampf berücksichtigt für Sportarten, die nicht zum Programm der World Games gehören oder für Sportarten, deren Sportler nach Abstimmung mit dem DOSB trotz Qualifikation nicht an den World Games teilnehmen können. Sportarten (Disziplinen), deren Sportler sich nicht für die World Games qualifiziert haben, erhalten für die Wertung ihres besten Weltmeisterschaftsergebnisses in den Wettbewerben der Programmsportarten der World Games einen Bewertungsfaktor von 0,75. Dieser Faktor muss gegebenenfalls mit dem im nachfolgenden Absatz ermittelten Faktor multipliziert werden. Es werden die Weltmeisterschaften gewertet, die den World Games im Förderzeitraum zeitlich am nächsten liegen; das gilt auch bei jährlicher oder zweijähriger Durchführung von Weltmeisterschaften.

Werden Weltmeisterschaften als Zielwettbewerb für die Errechnung des Leistungsbonus herangezogen, muss für die Punktermittlung bei dem in die Wertung einfließenden Wettbewerb die Zahl der teilnehmenden Nationen berücksichtigt werden:

• 20 (Wintersport 15) und mehr Nationen werden bewertet mit dem Faktor 1
• 10 (Wintersport 8) und mehr Nationen werden bewertet mit dem Faktor 0,75
• weniger als 10 (Wintersport 8) Nationen werden bewertet mit dem Faktor 0,5

Bei der Bewertung wird nach folgendem Schema verfahren: Zielwettkampf
World Games / Weltmeisterschaften

Platz 1 = 16 Punkte
Platz 2 = 14 Punkte
Platz 3 = 12 Punkte
Platz 4 = 09 Punkte
Platz 5 = 08 Punkte
Platz 6 = 07 Punkte
Platz 7 = 04 Punkte
Platz 8 = 03 Punkte

Um eine herausragende Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei internationalen Wettkämpfen zu ermöglichen, wird eine sachgerechte, valide und potentialorientierte Leistungs-einschätzung in drei Leistungsgruppen vorgenommen. Im Falle eines Mittelaufwuchses während der laufenden Förderperiode für den nichtolympischen Spitzensport soll für dieses mögliche, zusätzliche Fördervolumen die hier festgelegte potenzialorientierte Leistungseinschätzung mit einer sich daraus ergebenden Clusterung erfolgen. Zur Bewertung des Potenzials sind zunächst folgende Kriterien vorgesehen:

Ergebnis beim Zielwettkampf,
Ergebnis von Junioren-Weltmeisterschaften als Athleten-Potenzialgruppe,
Einrichtung eines Kadersystems,
Trainerausbildungskonzept,
Existenz eines Trainings- und Wettkampfsystems einschließlich Rahmentrainingsplan.

Cluster 1:
Diesem Cluster können nur NOV und OV mit Sportarten/Disziplinen der World Games zu-geordnet werden. Voraussetzungen sind ein Medaillengewinn bei den letzten World Games und Medaillenpotenzial für die kommenden World Games.

Cluster 2:
Diesem Cluster können NOV und OV mit Sportarten/Disziplinen der World Games zugeordnet werden. Voraussetzungen sind die Qualifikation für die letzten World Games und Medaillen-, Finalplatz- oder Qualifikationspotenzial für die kommenden World Games. Für NOV ohne Sportarten/Disziplinen der World Games ist die Voraussetzung ein Medaillengewinn bei den letzten Weltmeisterschaften und Medaillenpotenzial für die kommenden Welt-meisterschaften.

Cluster 3:
Diesem Cluster können NOV und OV mit Sportarten/Disziplinen der World Games zugeordnet werden, die sich zwar nicht für die letzten World Games qualifizieren konnten, aber Ent-wicklungspotenzial für die nächsten World Games haben. Diesem Cluster können NOV ohne Sportarten/Disziplinen der World Games zugeordnet werden, die zwar bei den letzten Weltmeisterschaften keine Medaille gewinnen konnten, aber Entwicklungspotenzial für die nächsten Weltmeisterschaften haben.

Vor einer möglichen Einführung eines NOS-spezifischen PotAS-Bewertungssystems sollte zunächst eine Evaluation von PotAS hinsichtlich des olympischen Winter- und Sommersports stattfinden. In diesem Zusammenhang sind u. a. die notwendigen Voraussetzungen für die Einführung eines PotAS-Systems im Nichtolympischen Spitzensport und die damit einhergehenden notwendigen personellen, finanziellen und organisatorischen Ressourcen unter zukünftigen Kosten-Nutzungserwägungen zu betrachten."

Schlüter - 04.12.2018

Der zukünftige Förderzyklus für NOVs orientiert sich an den World Games.

Der zukünftige Förderzyklus für NOVs orientiert sich an den World Games. (© Getty Images)

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