Furiose Finishes

Rookie Running Back Lindsay begeistert in DenverEine Partie war ja bereits am Donnerstag gespielt worden und endete mit einem nahezu saintsationellen 13:10 Sieg der Dallas Cowboys gegen die New Orleans Saints. Nachdem mittlerweile keine Bye Weeks mehr stattfinden, gab es am Sonntag noch ganze 14 Partien und eine findet dann noch Montagnacht statt.

In den frühen Spielen sah man in den meisten Partien lange Zeit nur wenige Punkte, dafür aber doch einige Überraschungen. Deutlich offensivlastiger waren dann die späten Begegnungen – und nicht ohne Dramatik. Vor allem beim...


...Spiel des Sonntags:

Pittsburgh Steelers (7-4-1) – Los Angeles Chargers (9-3) 30:33


Ein bizarreres Ende hatte man wohl selten gesehen: Chargers Rookie Kicker Mike Badgley musste mit 0:00 auf der Uhr genau dreimal antreten, bevor das siegbringende Field Goal aus 29 Yards endlich zählte; zuvor waren die Steelers zu früh gestartet und im Offside aufgestellt – unter Umständen auch, um ihn zu "icen", da sie keinerlei Timeouts mehr hatten. Beim ersten Mal segelte der Kick links vorbei, beim zweiten Mal wurde er von Joe Haden geblockt (der aber zu weit vorne positioniert war).

Dass es überhaupt soweit kam, lag an einer Aufholjagd der Gäste im letzten Viertel. Die Steelers hatten zur Hälfte komfortabel mit 16 Punkten geführt und schienen das Spiel unter Kontrolle zu haben. Ein Touchdown-Pass Ende des dritten Viertels auf WR Keenan Allen, der insgesamt auf 148 Yards kam, kippte das Momentum. Schnell wurde zu Beginn des Schlussabschnitts ein Punt Return von Desmond King über 73 Yards zum Ausgleich zurückgetragen und nach je einem Touchdown auf beiden Seiten schlug die große Stunde von Mike Badgley.

Bei den Steelers verletzte sich Running Back James Conner am Bein; laut Mike Tomlin handelt es sich "nur" um eine Prellung. Für die Steelers wird es immer schwerer, einen der beiden Top-Plätze der AFC und damit ein Freilos in der ersten Runde zu erreichen, was bei den Chargers langsam aber sicher möglich werden könnte.


Der Überblick

Die Baltimore Ravens (7-5) erliefen sich in Person von QB Lamar Jackson und mit einer starken Defense den 26:16 Sieg bei den Atlanta Falcons (4-8). Die Falcons haben damit ihre aller-allerletzte Chance auf einen Heim-Super Bowl in den Sand gesetzt und enttäuschten über weite Strecken des Spiels. Matt Ryan mit katastrophalen 131 Passing Yards und "top Rusher" Ito Smith kam auf ganze 22 Yards. Dazu eine Verteidigung gegen den Lauf, die den Namen nicht verdiente. Die Playoffs 2018 finden völlig zurecht ohne Atlanta statt; Lamar Jackson mit Sieg Nummer 3 in Folge dürfte sich als Starter etabliert und Joe Flacco dauerhaft auf die Bank verbannt haben.

Die Cincinnati Bengals (5-7) waren bei der 10:24 Heimniederlage mit ihrem Backup-QB Jeff Driskel überfordert gegen die Denver Broncos (6-6). An Driskel lag es nur bedingt, aber die Broncos dominierten mehr oder weniger die komplette Partie über und spielen sich immer weiter in Richtung WildCard-Plätze vor. Bei beiden Teams mussten Leistungsträger verletzt ausgewechselt werden: Cornerback Chris Harris (Denver) und Wide Receiver A.J. Green (Cincinnati) drohen länger auszufallen.

Die Detroit Lions (4-8) bereiteten den Los Angeles Rams (11-1) nur am Anfang Mühe, aber am Ende wurde es dann doch deutlich. RB Todd Gurley wieder einmal mit gleich zwei Touchdowns und über 160 Yards beim 30:16 Favoritensieg.

Die New York Giants (4-8) schlagen die Chicago Bears (8-4) nach Overtime 30:27, nachdem der zum Starter beförderte Chase Daniel die Gäste zum Ende des Spiels noch einmal für den Ausgleich übers Feld geführt hatte. Das Spiel war denkbar schlecht – mit einem Interception Return Touchdown – für ihn gestartet. Saquon Barkley diesmal wieder mit 146 Yards, aber ausnahmsweise ohne Touchdown. Den erwarf aber Odell Beckham Jr, der damit bereits zwei Touchdown-Pässe weiter als 40 Yards vorzuweisen hat. Der eigentliche Quarterback Eli Manning? Keinen über diese Distanz.

Die Minnesota Vikings (6-5-1) konnten nicht von der Niederlage der Bears profitieren, weil sie mit 24:10 bei den New England Patriots (9-3) unterlagen. Bei denen erlief Fullback Develin zum ersten Mal in seiner Karriere gleich zwei Touchdowns, während Running Back James White der Ballfänger mit den meisten Receiving Yards (92) war. Die Patriots halten Platz 2 in der AFC, die Vikings müssen sich langsam strecken für die Playoffs. Das wird in Seattle nicht einfacher nächste Woche.

Die Tampa Bay Buccaneers (5-7) schocken die Carolina Panthers (6-6) beim 24:17 Heimsieg. Quarterback Cam Newton mit zwei Touchdown-Pässen, aber vor allem gleich vier Interceptions; sein Gegenüber Jameis Winston war ausnahmsweise fehlerfrei und so fallen am Bandwagon der Panthers mit der vierten Niederlage in Folge alle Räder ab.

Bei Jacksonville Jaguars (4-8) gegen Indianapolis Colts (6-6) gab es lange keine Punkte zu sehen. Also eigentlich das ganze Spiel nicht, denn die Jaguars gewannen mit zwei mickrigen Field Goals 6:0. Am Ende pfiffen die Referees zu früh ab und nahmen den Colts die Chance auf einen letzten Verzweiflungspass, was irgendwie zu der Partie passte. Nach sieben Niederlagen in Folge wieder mal ein Sieg der Jaguars, die den Playoffhoffnungen der Colts einen herben Dämpfer versetzten.

Die Houston Texans (9-3) gewannen im deutlichsten Spiel des 19 Uhr-Fensters mühelos mit 29:13 gegen die Cleveland Browns (4-7-1), bei denen Baker Mayfield sein bisher schlechtestes Spiel ablieferte. Nachdem die Texans von Beginn an hoch führten, sammelte er zwar beeindruckende 397 Yards, hatte jedoch auch gleich drei Interceptions bei nur einem Touchdown. Die Texans werden mit jetzt neun Siegen in Folge langsam unheimlich.

Nach der absolut berechtigten Entlassung von Star Running Back Kareem Hunt konnte man des Öfteren die Frage lesen, ob den Kansas City Chiefs (10-2) jetzt die offensive Durchschlagskraft ausgehen könnte. Zumindest beim 40:33 Auswärtssieg bei den Oakland Raiders (2-10) tat sie das nicht, so dass man weiter Platz 1 der AFC halten konnte. Patrick Mahomes mit gleich vier Touchdown-Pässen; trotzdem wurde es mit einem 17-Punkte Schlussabschnitt der Raiders fast noch einmal unnötig eng.

Die Seattle Seahawks (7-5) erledigten die Pflichtaufgabe gegen die San Francisco 49ers (2-10) beim 43:16 Heimsieg souverän. QB Russell Wilson mit vier Touchdown-Pässen, von denen gleich zwei davon WR Jaron Brown fing.


Die Überraschung der Woche:

Die Arizona Cardinals (3-9) haben mit dem 20:17 Auswärtssieg endgültig die Ära Mike McCarthy bei den Green Bay Packers (4-7-1) beendet. Beendet hatten sie zuvor schon alle Playoffträume der Packers-Anhänger. Bei bestem Lambeau Field Wetter – also Schneefall – zeigten die Gäste aus der Wüste zwar sicherlich kein überragendes Spiel, aber eines mit viel Kampf. Am Ende machten die Kicker wieder den Unterschied: Arizonas Zane Gonzales traf aus 44 Yard nach dem Two Minute Warning, Green Bays Mason Crosby mit auslaufender Uhr dann nicht.

Green Bay jetzt mit drei Niederlagen in Folge und keinerlei realistischer Hoffnung mehr auf die Playoffs. Das war genug, dass die Packers-Verantwortlichen (endlich) reagierten und Head Coach Mike McCarthy nach 12 Jahren noch in der Nacht entließen.


Die Offensivspieler der Woche: RB Phillip Lindsay, Denver Broncos

Der ungedraftete Rookie Running Back macht das meiste aus seinen Chancen: Beim Sieg gegen die Bengals sorgte er mit 157 Rushing Yards und zwei Touchdowns dafür, dass die Bengals nie wirklich eine Siegchance hatten.
Er spielt mit der #30 von Hall of Famer und Broncos Legende Terrell Davis, der dies Lindsay aber ausdrücklich erlaubt hat, die von den Broncos eigentlich retirede Nummer zu verwenden. Die "passt" ihm bislang sehr gut – er steht bereits bei 780 Rush Yards und sieben Touchdowns insgesamt.


Der Defensivspieler der Woche: LB Alex Ogletree, New York Giants

Ogletree, nach fünf Jahren bei den Rams vor der Saison mit einem dicken Free Agent Vertrag in New York ausgestattet, stellte von Beginn an die Weichen auf Sieg: Er fing den ersten Pass von Chase Daniel ab und trug ihn sofort zum Pick-6 Touchdown in die Endzone. Im weiteren Verlauf sammelte er elf Tackles, fünf davon Solo Tackles, und war so ein Sieggarant für die New York Giants.


Der Tipp zum Montagsspiel:

Philadelphia Eagles (5-6) – Washington Redskins (6-5)


Die Eagles drohen als 17. Mannschaft der Super Bowl Ära die Playoffs im Folgejahr komplett zu verpassen. Ein Sieg gegen die angeschlagenen Washington Redskins, die seit der Verletzung von Alex Smith sowohl zwei Spiele in Folge als auch die Divisionsführung verloren haben, ist also Pflicht.

Washington musste mit der Verpflichtung des in San Francisco entlassenen Linebackers Reuben Foster viel (berechtigte) Kritik einstecken und es sieht nicht so aus, als ob man sich momentan auf Football konzentrieren könnte.

Mein Tipp: Die Eagles halten ihre Playoffchancen am Leben und gewinnen 24:10


Nächste Woche gibt es...

... Donnerstagnacht ein Spiel zwischen zwei AFC South-Teams, die vor langer Zeit einmal gut schienen. Jetzt ist Tennessee Titans (6-6) gegen Jacksonville Jaguars (4-8) kein Leckerbissen mehr

... die Cleveland Browns (4-7-1) gegen die plötzlich stark schwächelnden Carolina Panthers (6-6)

... mit Green Bay Packers (4-7-1) gegen die Atlanta Falcons (4-8) ein Spiel, das wesentlich attraktiver wäre, wenn es noch um irgendetwas (=Playoffqualifikation) ginge

... spielen die Houston Texans (9-3) gegen die Indianapolis Colts (6-6) wo es vor diesem Wochenende noch um ein Endspiel für den Divisionssieg der AFC South aussah

... noch ein ein direktes Aufeinandertreffen zweier Teams um den Divisionssieg mit den ausgeruhten Dallas Cowboys (7-5) gegen die Philadelphia Eagles (5-6) mit einer kurzen Woche

... zwei der stärksten Teams – nicht unbedingt nur in der NFC – im Sunday Night Finale zu sehen: Die Los Angeles Rams (11-1) müssen ins kalte Soldier Field zu den heimstarken Chicago Bears (8-4), bei denen noch nicht klar ist, welcher Quarterback starten wird

Ein top NFL-Wochenende!

Danke fürs Dabeibleiben und bis zur Spieltagsvorschau am Freitag!




Carsten Keller - 03.12.2018

Rookie Running Back Lindsay begeistert in Denver

Rookie Running Back Lindsay begeistert in Denver (© Getty Images)

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