McCarthy: Der Anfang vom Ende?

Mike McCarthy könnte in die letzten sechs Spiele als Head Coach der Green Bay Packers gehen.Das erste Mal in seinen zwölf Jahren in Green Bay musste sich Packers-Head-Coach Mike McCarthy Fragen nach seinem Job gefallen lassen. Zu enttäuschend war die 24:27-Pleite gegen die Seattle Seahawks.

Der gelernte Offensivmann traute sich nicht, mit Risiko zu spielen, wenn er es hätte machen sollen. Im ersten Viertel entschied er sich für ein Field Goal statt zu Beginn der Partie alles auf einen Touchdown zu setzen – Mut zeigen war nicht gefragt. Zu allem Überfluss ging das Field Goal von Mason Crosby vorbei.

In der zweiten Halbzeit musste die Offense um Quarterback Aaron Rodgers bei vier von fünf Drives punten, darunter auch bei einem vierten Versuch, wo sie noch zwei Yards zum erneuten First Down brauchten. Damit gab McCarthy das Spiel in die Hand einer strauchelnden Defense. Stattdessen hätten Rodgers und Aaron Jones einen Weg finden können, den Drive am Leben zu erhalten. "Ich konzentriere mich auf das, was vor uns liegt", sagte McCarthy auf seine Zukunft in Green Bay angesprochen.

Der 55-Jährige ist seit 2006 Head Coach der Packers. In seinen ersten elf Jahren führte er das Team neunmal in die Playoffs, davon einmal zum Super-Bowl-Sieg. Lediglich in seiner ersten Saison und in der ersten mit Rodgers als Stamm-Quarterback verpasste McCarthy die Post-Season. In der Vorsaison dann der Schock: Rodgers verletzte sich am Schlüsselbein und die Playoffs waren dahin.

Nun droht das abermalige Verpassen der K.o.-Runde. Mit fünf Auswärtspleiten – dem schlechtesten On-the-road-Start seit 1979 – und nur vier Siegen steht die Saison der Packers ausgerechnet beim Erzrivalen in Minnesota auf der Kippe. Eine weitere Niederlage in den kommenden sechs Partien und die Playoffs dürften in unerreichte Ferne rücken. "Das ist das Geschäft", sagte McCarthy über die Erwartungen an ihn. "Am Ende des Tages ist der Head Coach verantwortlich."

In der Offseason hatten die Packers ihren Coordinatoren getauscht, auch einige Positionstrainer mussten gehen. Dieser letzte Schuss von McCarthy musste sitzen. Doch er sitzt nicht. Das Playcalling ist enttäuschend, Rodgers wirkt seit Wochen unzufrieden. Vor einigen Monaten hat er öffentlich die Entscheidung kritisiert, dass Jordy Nelson gehen musste. Seitdem läuft es nicht mehr ganz rund. Die Chemie, die Harmonie zwischen ihm und McCarthy scheint verflogen.

Nach dem Sieg gegen die Bills monierte er eine Offense, "die nicht palyoff-tauglich" und so "nicht akzeptabel" sei. Kurz danach mischte sich im Oktober Mark Murphy ein. Der Präsident betonte, dass Rodgers und McCarthy eine "großartige" Beziehung hätten. "Sie wollen beide unbedingt gewinnen. Sie wollen beide, dass wir gewinnen und so viele Punkte wie nur möglich in einem Spiel erzielen."

Rodgers reagiert dennoch zunehmend dünnhäutig. Auf die Frage eines Reporters, ob man denn noch eine Chance auf die Playoffs habe, meinte der 33-Jährige nach der Seattle-Pleite: "Was soll das für eine Frage sein? Komm schon. Ich weiß nicht mal, wie ich das beantworten soll. Ich meine, komm schon, was soll ich sagen? Natürlich gibt es Hoffnung, natürlich glauben wir an uns."

Auch Cornerback Tramon Williams äußerte seinen Frust über McCarthy, der das Team im vierten Viertel punten ließ. "Ich möchte es riskieren. Ich möchte spielen, um zu gewinnen. Wir haben Aaron Rodgers. Wir sollten auf Sieg spielen – Punkt. Wir wollen es nicht in die Hände eines anderen legen. Wir haben den besten Quarterback der Liga", so der 35-Jährige, der 2006 sein NFL-Debüt bei den Packers feierte und im Sommer nach drei Jahren in Cleveland und Arizona zurückkehrte.

Bei den Oakland Raiders war es ein Fehler kurz vor Schluss, gegen Seattle ein fragwürdiges Playcalling, das den ersten Auswärtssieg gekostet hat. Warum nicht alles auf die sichere Karte Rodgers setzen, wenn man doch weiß, dass die Saison auf der Kippe steht? Wieder eine Niederlage, die mit etwas mehr Mut und einer Portion Glück auch ein Sieg hätte werden können. Doch Green Bay gewinnt in dieser Saison diese Spiele nicht. Da hilft auch ein erneut guter Auftritt von Rodgers nicht. Die Unzufriedenheit ist ihm anzumerken. "Wir hatten in fast allen Auswärtsspielen eine Chance – vor allem gegen die Rams und die Patriots und heute Abend wieder. Wir sind nah dran. Aber wir schaffen es nicht den Sieg mit nach Hause zu nehmen", monierte der zweimalige NFL-MVP.

Noch bis einschließlich der 2019er Saison ist McCarthy an die Packers gebunden. Geholt wurde er allerdings vom inzwischen verabschiedeten Ted Thompson. Nun berichtet der Coach nicht mehr an den General Manager, sondern direkt an Präsident Mark Murphy. Wagt er einen Trainerwechsel? Bei den Cleveland Browns wurde McCarthy unmittelbar nach der Demission Hue Jacksons als aussichtsreicher Kandidat gehandelt. Die letzten sechs Spiele der Regular Season könnten also die letzten von McCarthy in Wisconsin sein. Die Zeichen mehren sich.

Noch immer hofft Aaron Rodgers zwar einen "galvanizing moment", also auf eine Wende zum Besseren. Mitte November noch darauf zu hoffen, sagt vieles über die aktuelle Situation bei den Green Bay Packers aus.

Fabian Biastoch - 18.11.2018

Mike McCarthy könnte in die letzten sechs Spiele als Head Coach der Green Bay Packers gehen.

Mike McCarthy könnte in die letzten sechs Spiele als Head Coach der Green Bay Packers gehen. (© Getty Images)

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