Endspiel um den Klassenerhalt

Der Abstiegskampf in der Football-Regionalliga Süd ist in vollem Gange und kann sich schon am vorletzten Spieltag entscheiden. Gewinnen die Passau Pirates ihr Heimspiel gegen Neu-Ulm, dann stehen die Spartans als Absteiger fest. Gewinnt Neu-Ulm, dann kommt es auf die verbleibenden Spiele und den direkten Vergleich an. Die Passau Pirates haben es also selbst in der Hand, am kommenden Sonntag (Einlass 13:30 Uhr, Kickoff 15 Uhr) das Saisonziel zu erreichen und auch im nächsten Jahr in der dritthöchsten Spielklasse in Deutschland anzutreten.

Im Grunde ist sich die Liga einig. Weder die Pirates, noch die Spartans haben den Gang in die Bayernliga verdient. Und doch wird es eines der beiden Teams unweigerlich nach dieser Saison erwischen. Denn die Regionalliga Süd spielt in Sollstärke von sieben Mannschaften und selbst, wenn der Meister der Regionalliga Süd sich in den Playoffs durchsetzen sollte und in die GFL 2 aufsteigt, dann haben zuerst die beiden Finalisten aus der Bayernliga das Aufstiegsrecht, ehe der sportliche Absteiger in der Liga verbleiben kann. Denn eines steht bereits fest. Es wird keinen Bayerischen Absteiger aus der GFL 2 geben. Und so wird in ganz Footballbayern sich an diesem Sonntag der Blick nach Passau Oberhaus richten, wo die Vorentscheidung in diesem Abstiegskampf fallen kann.

Der Druck liegt dabei eindeutig auf den Neu-Ulm Spartans, die unbedingt einen Sieg mit mehr als vier Punkten Unterschied brauchen, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Selbst dann ist die Entscheidung aber erstmal nur vertagt, denn wenn die Pirates dann gegen Würzburg oder in einem möglichen Nachholspiel gegen Landsberg Anfang August noch punkten, kann es wiederum doch nicht zum Klassenerhalt reichen. Das ist auch Spartans-Head-Coach Daniel Koch bewusst: "Wenn man einrechnet, dass Passau auch gegen Würzburg noch gute Karten hat, müssen wir uns also vorrangig auf nächsten Sonntag fokussieren. Dabei müssen wir uns auf eine mindestens so gute Defensivleistung stützen können wie gegen die Panthers. Ein ähnlich solider Auftritt der Defense auch gegen die Pirates, unterstützt durch einen guten Plan in der Offense, muss den Sieg in Passau bringen. Ganz klar brauchen wir also unsere beste Leistung der Saison", gab der ehemalige Trainer der Bayerischen Jugendauswahl nach der 0:20 Niederlage gegen Würzburg zu Protokoll.

Die Statistiken sprechen aber ganz klar gegen das junge Team, das bereits seit mehr als 14 Monaten auf einen Sieg warten muss. 19 Spiele in Folge verloren die Spartaner bereits, seit sie in der Vorsaison ihren StammQuarterback Robin Otto verletzungsbedingt verloren haben. Im Schnitt lagen die Schwaben diese Saison am Ende mehr als drei Touchdowns zurück und doch waren sie sowohl gegen die Würzburg Panthers, als auch im Hinspiel gegen die Pirates knapp dran, weswegen das Team um Head Coach Andrew Griffin die Partie auch keineswegs auf die leichte Schulter nehmen wird: "In Neu-Ulm haben wir uns das Leben durch zu viele Strafen auch selbst schwer gemacht. Wir haben uns für die letzten drei Heimspiele auch drei Siege vorgenommen und daran halten wir fest. Die Mannschaft hat die ganze Saison hart gearbeitet um sich zu verbessern und dem Leistungsniveau der dritten Liga anzupassen. Jetzt wollen wir auch den Erfolg für den vielen Schweiß ernten", so Passaus Spielmacher.

Der muss zwar am kommenden Sonntag auf beiden Seiten des Balles auf je einen Leistungsträger verzichten, doch dafür stehen bereits Rookies in den Startlöchern, die sich ja auch schon am letzten Sonntag zeigen durften. So ist auf Seiten der Receiver Sebastian Krauss bereits eindrucksvoll in Erscheinung getreten und hat am vergangenen Sonntag den letzten Touchdown für Passau erzielt, ehe das Spiel dann abgebrochen werden musste. Die Verteidigung der Freibeuter muss, wie schon letzte Woche, ohne Linebacker Thomas Ochmann auskommen. Dafür zeigte sich aber die Defensive Line um Frank Art, Ferdinand Frank und Tobi Gaderbauer wesentlich druckvoller und Rookie Jannik Zerbst und Linebacker Christoph Sicklinger machten in der Laufverteidigung mit starken Tacklings auf sich aufmerksam.

Ein weiteres Pfund, das den Ausschlag in Richtung Pirates geben kann, ist auch die Unterstützung der Passauer Fangemeinde. Angeführt von der Fangruppierung der Pirates-Ultras und den Cheerleadern Pirates Brides wird der Sportplatz auf Passau Oberhaus gerade bei dritten Versuchen für eine gegnerische Offense zum Albtraum. Bestückt mit allerlei Lärmutensilien machen es die Fans fast unmöglich die Spielzüge anzusagen. Damit kann auch das Publikum seinen Teil zum Klassenerhalt beitragen. Ab 12 Uhr freuen sich die Ultras auch auf Fans, die zum "Tailgating", dem traditionellen Grillen auf dem Parkplatz, vorbeikommen.

Wittig - 19.07.2018

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