Erlauben, oder lieber nicht?

Paul PerrierBisher existiert im College Football, wenn es um Toleranzverhalten im Konsum von Marihuana geht, nur wenig Toleranz. Wer als Athlet erwischt wird, erhält eine Spielsperre von sechs Monaten, so schreibt es eine aktuelle Regel der NCAA vor und Universitäten können College-Footballer auch suspendieren, wenn mehrmalige Verstöße entdeckt und geahndet werden. Insgesamt kann beobachtet werden, dass "Pot"-Kontrollen auf dem Campus ansteigen, entsprechend wird auch die Anzahl von positiven Testungen verstärkt wahrgenommen wird.

Gleichzeitig nimmt die gesellschaftliche Akzeptanz, auch in den USA, gegenüber der Cannabis Pflanze immer mehr zu. In neun Bundesstaaten ist Cannabis legalisiert, In 30 Bundesstaaten inklusive Washington, D\.C\., für medizinische Behandlungen erlaubt. 13 Bundesstaaten haben den Stoff entkriminalisiert, aber noch nicht vollkommen erlaubt. Der Gouverneur von New Jersey, Phil Murphy, setzt sich seit einigen Jahren für die komplette Legalisierung von Cannabis ein und auch Rutgers, denkt in eine ähnliche Richtung. Paul Perrier, der Compliance Director von Rutgers behauptete vor ein paar Tagen, dass der Athletic Director des Rutgers Athletic Department ebenfalls die Legalisierung von Cannabis erreichen möchte, musste aber vor wenigen Tagen einen Footballer aus dem Team werfen, da er nach der fünften positiven Testung gemäß der internen Rutgers Regeln mit genau dieser finalen Disziplinarstrafe zu bestrafen sei. "Auch sei es kontraproduktiv, den Sportler nur zu bestrafen und zu degradieren. Er benötigt eigentlich professionelle Hilfe, die ein Alkoholiker genauso benötigt, um sich selbst von der Droge zu befreien."

In einem solchen Spannungsfeld bewegen sich vor allem gerne Juristen. Die Gesellschaft ist bereit, toleranter mit dem Thema umzugehen, als es der konservativ denkende Hochschulsportdachverband NCAA im Gewöhnlichen gerne ist, also kann nicht innerhalb des Campus verboten sein, was außerhalb des Geländes nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird. Entsprechend ist es für viele Rechtsanwälte eine relativ leichte Übung, die suspendierten Athleten, wieder zu rehabilitieren, vor allem, wenn die Chefs der Universität eigentlich die Verbote für falsch finden und sich nur dem geschriebenen, vor 35 Jahren erlassenem internen Recht kraft Funktion noch beugen. "Ich glaube, dass sich dieses Thema der Bestrafung für Footballspieler wegen des Konsums von Marihuana in den nächsten fünf Jahren von selbst erledigt hat", meinte Anwalt Christian Dennis aus Fort Worth, Texas. "Die NCAA kann aber nicht voran gehen, da sie nicht gegen Gesetze verstoßen kann. Der Gesetzgeber ist in jedem Bundesstaat aufgefordert, seine Drogenpolitik zu überdenken.

Bleibt die Frage, warum müssen College Footballer, oder überhaupt Sportler, Cannabis rauchen. Müssen sie nicht und sollten sie auch nicht. Fakt ist, dass viele Personen vom Konsum träge werden. Träges Verhalten ist aber bei den meisten Sportarten nicht erwünscht. Tests mit Ratten haben bewiesen, dass sie einfach keine Lust auf schwierige Aufgaben hatten faul wurden und so ein Verhalten kann sich weder ein Spitzensportler, noch ein Freizeitsportler in der Landesliga erlauben und würde entsprechend seiner Leistung schnell vom "Starter zum Banksitzer" degradiert werden. Als aber viel schwerwiegendes Problem lässt sich die Belastung für die Lunge messen. Geraucht wird nicht nur Cannabis, sondern auch Tabak und eine Reihe von anderen Giftstoffen, wie Blausäure, Ammoniak und Teer. Die Auswirkungen sind auf Dauer fatal und schaden dem gesamten Organismus nachhaltig und vor allem nachweislich. Also lieber Finger weg von allen Drogen - egal, ob legal, oder nicht!

Schlüter - 12.07.2018

Paul Perrier

Paul Perrier (© Rutgers University)

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