Vorentscheidungen in der Regio Ost?

Die Spandau Bulldogs haben die besten Chancen, die Aufstiegsrunde zur GFL 2 zu erreichen.Die Regionalliga Ost ist tabellarisch gegenwärtig zweigeteilt und aller Voraussicht nach wird das auch bis zum Saisonende so bleiben. Drei wichtige Spiele stehen an diesem Wochenende an. Deren Ergebnisse könnten bereits für Vorentscheidungen an der Tabellenspitze und am Tabellenende sorgen.

Die Spandau Bulldogs sind das Team der Stunde in der dritten Liga der Region Berlin/Brandenburg. Nach dem Gewinn des direkten Vergleichs gegen die Berlin Bears durch das 26:20 am vergangenen Sonntag stehen die Vorstädter mit mehr als einem Bein in der diesjährigen Aufstiegsrunde zur Gruppe Nord der GFL 2. Mit einem Sieg am Samstag in Cottbus könnte der aktuelle Tabellenführer bereits vorzeitig den Deckel auf die Geschichte tun, denn nur die größten Optimisten in Neukölln und der Lausitz glauben an Spandauer Punktverluste in den dann noch ausstehenden Spielen gegen ausschließlich abstiegsgefährdete Teams. Diese sind zwar immer mal für einen Punktgewinn gut, wie man am vergangenen Samstag beim 28:28 der Magdeburg Virgin Guards in Cottbus sehen konnte, aber die gezeigten Leistungen der Spandauer in dieser Saison sprechen dann doch eher dagegen. Auch fehlt dem unabhängigen Beobachter inzwischen der Glaube daran, dass die durch ihre US-Importe im Vorfeld favorisierten Teams der Bears oder der Crayfish den Spieß doch noch zu ihren Gunsten drehen können.

Das Unentschieden der Magdeburger bei den in dieser Saison erneut enttäuschenden Cottbusern könnte noch Gold wert sein, nämlich dann, wenn die Berlin Thunderbirds wie bereits 2017 in der Oberliga Ost ihr Heimspiel gegen die Guards gewinnen sollten. Die Chancen für das Team von Head Coach Martin Lutzke, auch diesen direkten Vergleich zu gewinnen, stehen gar nicht mal so schlecht, auch wenn der verantwortliche Trainer der Südberliner wieder einmal tiefer stapelt, als er eigentlich müsste: "Durch die "Urlaubsplanung" einiger Spieler werden wir kaum mehr als mitspielen können, fast alle spielentscheidenden Akteure des Hinspiels sind nicht dabei." Immerhin räumt Lutzke einen anderen, aber möglichen Ausgang gleich mit ein: "Vielleicht überraschen die Spieler ja mich, die Gäste und unsere Fans auch. Wie man ja gesehen hat ist nicht immer der Favorit auch der Sieger im Sport."

Fast parallel zu dieser Partie haben die Leipzig Lions vor eigenem Publikum die Chance, den Punktabstand zu den übrigen abstiegsgefährdeten Teams auszugleichen. Das wird ein schwieriges Unterfangen, denn zu Gast sind die Bears, die sich die theoretische Chance, bei einem eventuellen Ausrutscher der Bulldogs in der Endabrechnung doch noch an diesen vorbeiziehen zu können, natürlich erhalten wollen. Die Sachsen konnten nach einem katastrophalen Saisonstart am letzten Samstag die ebenfalls abstiegsgefährdete zweite Mannschaft der Berlin Rebels mit 14:13 bezwingen. Ein höherer Erfolg war durchaus möglich, aber die im Angriffsrecht befindlichen Leipziger ließen unerklärlicherweise in der Red Zone der Hauptstädter die Uhr auslaufen und verloren somit den direkten Vergleich gegen die Charlottenburger.

Die Rebels ihrerseits sind trotzdem im Zugzwang. Den direkten Vergleich gegen die Thunderbirds haben sie verloren und Spandau, Cottbus und die Bears vor der Brust. Fünf Wochen hat das Team von Head Coach Volker Hertzberg Zeit, sich auf das erste der beiden mitentscheidenden Spiele in Sachsen-Anhalt vorzubereiten. Ein Sieg muss dann jedenfalls her, denn auch auf die Charlottenburger wartet möglicherweise noch ein anderes Szenario ganz anderer Art: Sollten die Berlin Adler aus der GFL 2 absteigen – und danach sieht es gegenwärtig aus – und den Spandau Bulldogs der Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse ebenso verwehrt bleiben wie den Bears im vergangenen Herbst, dann genügt auch das Erreichen des vorletzten Tabellenplatzes nicht zum Klassenerhalt. Somit sind alle vier Teams der unteren Tabellenhälfte stark gefährdet und die Regio Ost deshalb so spannend wie lange nicht.

Thomas Sellmann - 05.07.2018

Die Spandau Bulldogs haben die besten Chancen, die Aufstiegsrunde zur GFL 2 zu erreichen.

Die Spandau Bulldogs haben die besten Chancen, die Aufstiegsrunde zur GFL 2 zu erreichen. (© Dirk Pohl)

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