Endlich der erste Sieg

Das Abstiegsduell zwischen den Neu-Ulm Spartans und den Passau Pirates fand regen Publikumszuspruch.Viermal standen die Passau Pirates in dieser Saison schon knapp vor ihrem ersten Sieg in der dritten Liga, viermal hat es aber am Ende nicht gereicht. An diesem Samstag war es dann endlich soweit. Beim weitesten Auswärtsspiel in dieser Saison fahren die Pirates den ersten Saisonsieg ein. Mit einem 21:17 bei den Neu-Ulm Spartans sind die DJK-Eintracht Footballer dem Klassenerhalt in der Regionalliga Süd einen Schritt näher gekommen.

"Das war heute von beiden Seiten kein schönes Spiel!", so Passaus Defensecoach Andreas Scholler nach dem Spiel. "Das war Abstiegskampf pur. Umso stolzer bin ich auf dieses Team, dass es in dieser Situation die Ruhe bewahrt hat und zur richtigen Zeit über sich hinausgewachsen ist. Ohne die Turnover, die unsere Defense heute erobert hat, hätten wir das Spiel heute nicht gewonnen."

Die Regionalligapartie zwischen den beiden bisher sieglosen Teams aus Neu-Ulm und Passau war geprägt durch viel Nervosität im Abstiegskampf. Dies wurde bereits im ersten Drive des Nachmittags deutlich. Die Spartans starteten mit gutem Return und einem langen Pass, wurden dann aber von der Pirates Defense an der 28-Yard-Linie festgenagelt. Im vierten Versuch dann der Kick zum Field Goal - Daneben.

Aber auch die bisher so erfolgreiche Offense der Pirates hatte zu Beginn massive Schwierigkeiten. Für die ersten 10 Yards benötigte Andrew Griffin alle vier Versuche und musste dabei zweimal selbst laufen. Kaum hatten sich die Pirates aus dieser kniffligen Position befreit, schon drohte bei einem Fumble der Verlust des Angriffsrechts, konnte dann aber doch von der Offense wieder zurückerobert werden. Durch eine Holdingstrafe stand gleich darauf der Angriff aber schon wieder mit dem Rücken zur eigenen Endzone. Aber der Wille der Pirates sich endlich für die bisher gezeigten Leistungen zu belohnen war stark, und so bewegte sich die Offense letztendlich doch in Richtung der Spartans Endzone, vor allem weil Andrew Griffin immer wieder selbst die Beine in die Hand nahm. Am Ende fand er dann aus kurzer Distanz seine Lieblingsanspielstation Luis Hanssler im Eck der Endzone und Luca Barthmann sorgte mit dem Extrapunkt für die Passauer 7:0 Führung.

Im Gegenzug arbeitete sich der Angriff der Spartans dann wieder in die Red Zone der Pirates nach vorne, wurden von der Defense um Thomas Ochmann dann aber wieder bis an die 20 zurückgedrängt. Gleich mit dem ersten Spielzug des zweiten Viertels konnten die Hausherren dann per Field Goal auf 3:7 verkürzen. Der verbissene Schlagabtausch ging weiter. Erst kämpfte sich Passau bis in die Hälfte der Spartans, verlor dann aber den Ball, der von der Neu-Ulmer Defense zurückerobert wurde. Die Mannschaft von Head Coach Daniel Koch im Gegenzug wieder in Field Goalreichweite, dann aber eine Interception von Cornerback Ierco de Oliveira, der das Ei bis an die 15-Yard-Linie der Spartans zurücktrug.

Vorerst schlug dann aber die Defense von Neu-Ulm zurück. Quarterback Sack und Raumverlust von rund 5 Yards für Griffin. Der Passauer Spielmacher ließ sich aber nicht verunsichern und fand im nächsten Play erneut Luis Hanssler zum Touchdown. Mit weniger als einer Minute auf der Uhr bekamen die Spartans nochmal den Ball. Begünstigt durch ein paar unnötige Strafen der Pirates kamen die Hausherren noch vor der Pause zum 6:14 Anschlussfieldgoal.

Auch nach der Halbzeitpause ging der Abstiegskampf unvermindert weiter. Immer wieder zückten dabei auch die Schiedsrichter ihre gelben Flaggen und ahndeten die vielen technischen Fouls auf beiden Seiten. Die besseren Nerven in dieser Phase zeigten ganz klar die Neu-Ulm Spartans. Einem Touchdown mit 2-Punkt-Conversion ließen sie in diesem Spielviertel noch ein weiteres Field Goal folgen. Bemerkenswert dabei aber die Leistung der Passauer Defense, die aus einem Ersten Versuch und Goal to Go an der 5-Yard-Linie nur ein 35-Yard-Field-Goal zuließen.

Doch damit war die Führung für die Passauer natürlich dahin und es kam alles auf das letzte Viertel an. Zu Beginn des letzten Abschnitts sah es aber gar nicht danach aus, dass sich die Pirates hier nochmal zurückkämpfen könnten. Zu nervös agierte die Offense um QB Andrew Griffin. Bälle wurden fallengelassen und die wenigen guten Spielzüge machte man sich selbst duch Strafen zunichte. Die Spartans klar mit Oberwasser kämpften sich im Gegenzug gleich wieder vor die Endzone der Pirates. Eine Interception von Safety Julian Riedlinger bewahrte die Pirates aber vor einem größeren Rückstand. Aus der eigenen Red Zone konnten sich die Pirates aber nicht befreien und gaben wenig später das Angriffsrecht erneut ab. Die Gastgeber wurden aber diesmal von Passaus Verteidigung knapp hinter der Mittellinie gestoppt und konnten auch mit dem ausgespielten vierten Versuch nicht die notwendigen 10 Yards Raumgewinn erzielen.

Mit einem tiefen Pass drang die Piratesoffense nun gleich tief in die Hälfte der Spartans vor. Eine Strafe gegen Neu-Ulm brachte die Angriffsformation dann bis kurz vor die Endzone. Jetzt packten die Pirates die Brechstange aus. Linebacker Thomas Ochmann, normal nur auf der anderen Seite des Balles aktiv, wurde als Ballträger eingesetzt und tankte sich dank seiner Kraft bis in die gegnerische Endzone durch. Touchdown und die erneute Führung für die Pirates.

Aber noch mehr als drei Minuten Spielzeit. Mehr als genügend Zeit also für die Hausherren um zurückzuschlagen und den Pirates den Sieg nochmal zu entreissen. Das ließ die Passauer Defense, bisher die schwächste Verteidigung der Liga, diesmal aber nicht zu. Nach nur vier Versuchen schickte der Mannschaftsteil um Kapitän Florian Schneider die Spartansoffense wieder vom Feld. Mit klugem Zeitmanagement kontrollierten die Pirates nun den Rest des Spieles und Andrew Griffin konnte sich nach hartem Kampf letzten Endes den ersten Sieg in der Regionalliga durch Abknien sichern.

Am nächsten Wochenende wartet auf die Eintracht-Footballer nun das schwere Auswärtsspiel bei Tabellenführer Fürsty Razorbacks. Erst danach haben die Pirates wieder ein spielfreies Wochenende ehe es in den Endspurt mit drei Heimspielen geht, in denen sich die Mannschaft dann den Klassenerhalt in der dritten Liga sichern kann.

Wittig - 24.06.2018

Das Abstiegsduell zwischen den Neu-Ulm Spartans und den Passau Pirates fand regen Publikumszuspruch.

Das Abstiegsduell zwischen den Neu-Ulm Spartans und den Passau Pirates fand regen Publikumszuspruch. (© PP/Markus Steiner)

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