Krimi in Stuttgart

Stuttgart ScorpionsDie Stuttgart Scorpions müssen weiter auf ihren ersten Sieg in diesem Jahr warten. In einem Spiel mit einer hochdramatischer Endphase gewannen die Marburg Mercenaries mit 30:27. Während die Marburger mit ihrem ersten Auswärtssieg der Saison ihre Ansprüche auf den dritten Platz untermauern können, bleiben die Stuttgarter weiter auf den letzten Platz.

Trotz der sehr bitteren Niederlage zeigten die Scorpions ihre mit Abstand beste Saisonleistung. Die Offensive um Quarterback Michael Eubank zeigt weitere Fortschritte im Passing Game, wo diesmal Eubank den Ball nicht nur zu Richard Samuel warf. Auch im Run Game, wo Giacomo de Pauli und David Kovacevic die frei geblockten Löcher ihrer Vorderleute vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut ausnutzen konnten, war eine positive Entwicklung zu erkennen. Ebenfalls einen Schritt in die richtige Richtung macht die Stuttgarter Defense. Gerade die Front Seven macht immer wieder Druck auf Robert Webber und hatte auch das Run Game über weite Strecken des Spiels im Griff. Einziges Problemfeld bleibt weiterhin die Secondary der Scorpions, die weiterhin Schwächen in der Coverage offenbart. Gerade ihre linke Seite ließ immer wieder Big Plays zu und hat auch den nötigen Speed vermissen.

Bei den Marburgern lief vor allem offensiv vieles richtig. Der neue Quarterback Robert Webber, der erst 4 Trainingseinheiten mit seinem neuen Team absolvierte, zeigte sich gleich in seinem ersten Spiel von der allerbesten Seite. Er brachte den Großteil seiner Pässe an den Mann, was für sein erstes Spiel sehr überraschend ist. Er konnte auch immer wieder dem Pass Rush entkommen und aus dem Lauf den Ball sicher an den Mann bringen. Ein entscheidender Faktor war auch Silas Nacita, der den entscheidenden Touchdown für die Mercenaries erzielte. Einen guten Job machten auch die Coaches der Marbuger, die immer wieder die richtigen Plays gecallt haben und auch die richtigen Adjustments machten. So zeigte sich die Run Defense der Marburger, die auswärts bisher große Probleme hatte, enorm verbessert und ließ kaum noch längere Läufe zu. Des Weiteren bewiesen sie im entscheidenden Moment kurz vor Schluss einen kühlen Kopf und entschieden sich bei 4th&Goal für ihre Wild Card Offense, die letzte Woche schon gut funktioniert hat.
Sie profitieren am Ende von dem Fakt, dass sie vier neue Versuche bekamen. Beim ersten 4th&Goal war Webber auf der Flucht vor dem Pass Rush, warf in die Endzone zu Hendrick Schwarz, der den Ball aber nicht fangen konnte. Der Grund dafür war das Duell mit Colin Barrier, wo beide zu Fall kamen. Es kam eine Flagge von den Schiedsrichtern, die nach kurzer Diskussion auf Pass Interference von Barrier entschieden. Damit bekamen die Marburger 4 neue Versuche in der Red Zone, wovon der letzte dann genutzt wurde. Stuttgart bekam dann zwar nochmal den Ball und hatte noch die Zeit, einen Touchdown zu erzielen. Ein 15-Yard-Strafe wegen eines unerlaubten tiefen Blocks ließ die Stuttgarter Träume von einem Sieg dann aber platzen.


Für die Scorpions geht es am kommenden Sonntag gegen den Tabellenführer der GFL Süd, die Schwäbisch Hall Unicorns. Die Mercenaries empfangen am selben Tag mit den Ingolstadt Dukes einen direkten Konkurrent für die Playoffs, weswegen für sie ein Sieg dort Pflicht ist.

Sebastian Mühlenhof - 17.06.2018

Stuttgart Scorpions

Stuttgart Scorpions (© Frank BAUMERT)

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