Welcome to the Terrordome - Kein Spiel für schwache Nerven

RB Malik Norman erzielte fünf Touchdowns für die Ravensburg RazorbacksAm vergangenen Sonntag, 10. Juno 2018 trafen im Lindenhofstadion die beiden Spitzenreiter der Zweiten Bundesliga Süd aufeinander. Die Nürnberg Rams waren bei Saisonbeginn als Meisterschaftskandidat gehandelt worden, aber da hatte noch niemand Coach Gilligan und die Ravensburg Razorbacks auf der Rechnung. Und eben genau diese hatten dem Team von der Noris bereits im Hinspiel im Zeppelinfeld eine empfindliche 29:49 - Niederlage beigebracht. Entsprechend motiviert kamen die Rams nach Oberschwaben.

"Nur" ganze 1415 Zuschauer wollten diese Partie sehen, leider. Mindestens 2 - 3000 Zuschauer mehr hätte die Begegnung verdient gehabt. Doch diese 1415 Zuschauer sahen ein Spiel, das zwar viele erhofft hatten, aber das, was dann folgte, konnte so keiner auch nur ansatzweise erwarten. Als die Begegnung zuende war, prangte da von der Anzeigetafel ein 78:70 für den Tabellenführer aus Ravensburg.

148 Punkte in einem Spiel, wann hat es so etwas etwas schon einmal gegeben? Die Partie verlief größtenteils fair. Natürlich wurden auf beiden Seiten, hüben, wie drüben, auch mal ein paar "Nettigkeiten" ausgetauscht. Mal gab es ein "Facemask" hier, mal einen illegalen "Block in the Back" dort. Aber diese Fouls passierten nicht aus Bösartigkeit, es lag viel mehr daran, dass die Spieler - besonders in der zweiten Halbzeit - schlicht und einfach
"platt" waren. Andererseits ist die GFL auch kein "Kindergeburtstag". Jeder, der einmal selber Football gespielt hat, vor allem in der ersten oder zweiten Bundesliga, weiß das. Wer mit so etwas nicht klarkommt, sollte schnellstmöglich die Sportart wechseln und stattdessen lieber Hallen - Halma oder etwas ähnliches spielen.

Alles in Allem sahen Freund, wie Feind (umgangssprachlich) ein spannendes, hochdramatisches Angriffsfeuerwerk zweier Kontrahenten, die sich in nichts nachstanden. Ein Spiel, in der Führungen fast im Dreiminutentakt wechselten (zumindest nach der Halbzeit), und das letzten Endes erst in einem hochdramatischen Show-Down zwei Sekunden vor Spielende entschieden war.

Beim Fußball heißt es oft: "Das Spiel begann mit einem vorsichtigen Abtasten beider Mannschaften. "Pustekuchen ! Nicht hier ! Hier wurde knallhart Football gespielt. Hier gab es kein "vorsichtiges Abtasten". Hier ging es von Anfang an voll zur Sache.

Um 15 Uhr führten die Mannschaften den ersten Kickoff des Spiels aus. Nürnberg begann seinen ersten Drive und ging wenig später mit einem Touchdown durch die Nummer #32 der Rams in Führung. Dank des Zusatzpunktes konnten diese auf 7:0 erhöhen. Der Punktereigen war eröffnet. Malik Norman (#22) brachte die Razorbacks wieder heran, und Patrick Bloching (#52) glich zum 7:7 aus. Beide Teams gingen sehr konzentriert zur Sache.

Sehr häufig sieht man im American Football, dass Mannschaften nach Rückständen innerlich irgendwie einbrechen und aufgeben, jedoch nicht hier. Beide Angriffsreihen waren äußerst diszipliniert und nervenstark und spulten ihre Spielzüge gekonnt herunter. Übrigens sehr zum Mißfallen beider Verteidigungen, die regelmäßig buchstäblich einen Schritt zu spät kamen. Das ist im American Football einfach so: Eine gute Offense wird einer guten Defense immer mindestens einen Schritt voraus sein, immer. Und das liegt einfach daran, weil sie zum Einen die Spielzüge kennt und zum Anderen, weil sie weiß, wann es los geht. Die Verteidigung kann darauf nur reagieren. Macht sie einen Fehler, kann dies schnell zu einem Big Play oder gar zu einem Touchdown führen. So auch hier der Fall. Michael Mayer (#3), der "Stormin" Malik an diesem Spieltag bei tropischen Temperaturen in nicht viel nachstand, erzielte die 13:7 - Führung für die Razorbacks, Bloching erhöhte per Zusatzpunkt auf 14:7. Mit diesem Ergebnis ging es auch in das zweite Quarter.

Im zweiten Quarter ging es dann richtig zur Sache. Für die Gastgeber punkteten jeweils Jevonte Alexander (#1), Nathan Willis (#8) und abermals Michael Mayer (#3) - alle Zusatzpunkte verwandelte Patrick Bloching erfolgreich - während auf Seiten der Gäste die Spieler mit der Nummer #84, #10, #32 und #85 für ein freundlichereres Ergebnis auf der Anzeigetafel sorgten. Zur Halbzeit stand da eine hauchdünne 35:34 - Führung für die Ravensburg Razorbacks zu Buche.

Nach der Halbzeit knüpfen beide Mannschaften dort an, wo sie zuvor geendet hatten. Ravensburg empfing den Kickoff zur zweiten Hälfte, verlor aber das "Leder" und die Rams sicherten sich das Angriffsrecht. Der Quarterback der "Widder", Kasper Brett, dirigierte den Angriff bis in die Endzone, und die Gäste punkteten. Nürnberg übernahm die Führung: 35:40 für die Rams. Den anschließen Kickoff empfing Michael Mayer und trug ihn bis zur gegnerischen 48 - Yardline. Malik Norman erreichte mit einem fulminanten Lauf den neuen ersten Versuch. Einen Pass später lag der Ball an der gegnerischen 21 - Yardline. Wieder ging der Handoff an Malik Norman. Dieser "tankte" sich durch die gegnerischen Verteidigungsspieler und brachte die Oberschwaben wieder nach vorne. Jetzt versuchten die Razorbacks ihre erste 2-Point-Conversion des Tages und Razorbacks - Quarterback Garrett Dellechiaie bediente Alexander Niess (#44) mit einem Pass in die Endzone. Die Razorbacks führten mit einem Field Goal Unterschied mit 43:40. Spätestens von jetzt ab sollte die Führung fast im Dreiminutentakt wechseln.

Nach dem Squib - Kick begann Nürnberg seinen ersten Versuch an der eigenen 38 - Yardline. Kasper Bretts Swing Pass auf die rechte Außenseite brachte einen zweiten Versuch und etwa 5 Yards Raumgewinn. Alle Spieler wurden jetzt mehr und mehr Opfer der Gluthitze. Dies führte langsam, aber sicher zu Konzentrationsschwächen. Die Offense - Line der Norisstädter zuckte kurz, und kassierte prompt eine Flagge wegen des Frühstartes. So hieß es plötzlich 2. Versuch, und 12 Yards zu gehen. Brett bediente Nürnbergs Nummer #85 mit einem Pass, und dieser holte einen 3. Versuch und 3 heraus. Der folgende Pass von Kasper Brett verfehlte sein Ziel, und die Rams hatten plötzlich einen 4. Versuch und 3 Yards zu überwinden. Bretts nächster Pass wurde von der Razorbacks - Abwehr abgefangen und unter dem frenetischen Jubel der Zuschauer in die Endzone der Gäste zurückgetragen, abgerundet mit einem sehenswerten Salto - Mortale. Die Freude über diesen Touchdown währte allerdings nicht allzulange, weil die Defense der Ravensburger vor der Interception ein "persönliches Foul" begangen hatte. Damit hatte der Ballbesitzwechsel - und damit verbunden auch der Touchdown - nie stattgefunden. Die Rams konnten nochmal tief durchatmen, für die Gastgeber dagegen war die Aktion einfach nur ärgerlich. Die Nürnberger bekamen eine "zweite Chance", einen automatischen ersten Versuch, punkteten, und übernahmen mit 43:48 kurzzeitig wieder die Führung.

Der Kickoff der Nürnberg Rams wurde von den Ravensburg Razorbacks an die eigene 43 - Yardline zurückgetragen. Michael Mayer fing einen Pass für einen neuen ersten Versuch. Der False - Start der Razorbacks - Offense kostete allerdings wieder 5 Yards und die Gastgeber mussten nun 15 Yards überbrücken. Wieder fand Garrett Dellechiaie Wide Receiver Michael Mayer mit einem Pass, der gleich wieder einen neuen ersten Versuch für sein Team herausholte.

Dellechiaies folgender Pass auf "Stormin" Malik war incomplete. Es kam sogar noch eine Strafe wegen "Haltens" hinzu. Dellechiaie übergab das Leder erneut an Norman, und dieser tat, was er am Besten konnte: er lief. Bei dieser Gelegenheit verdiente er sich gleich noch einen neuen Spitznamen hinzu. Malik "Das Biest" Norman wirbelte durch die gegnerische Verteidigung, brach dabei noch zwei Tackles, drehte sich aus einem weiteren heraus... und stand plötzlich in der Endzone der Rams. Abermals Führungswechsel. Für einen Moment kam Unruhe hinein. Die Razorbacks nahmen eine Auszeit, um zu beraten, ob man einen Kick, oder eine 2 - Point - Conversion versuchen sollte. Auf Seiten der Oberschwaben entschied man sich dann für Letzteres. Als Dellechiaie keine Anspielstation fand, behielt er den Ball einfach selbst und lief über die rechte Außenseite in die gegnerische Endzone. Neuer Spielstand: 51:48 für die Ravensburg Razorbacks.

Der nun durchgeführte Kickoff wurde von Nürnbergs Nummer #9 aufgenommen. Bei diesem Spielzug leisteten sich die Gäste eine Strafe wegen eines illegalen Blocks in den Rücken. Der Schiedsrichter sah sich nun doch genötigt, dem Spieler der Rams (#88) zu erklären, dass er dieses Foul überhaupt nicht wirklich prickelnd fand, und ermahnte ihn entsprechend. Gleich im ersten Versuch der Rams hagelte es dann gleich die nächste Flagge: 10 Yards wegen einem Holding der Offense. Der Pass von Nürnbergs Kasper Brett konnte von seinem Passempfänger nicht gefangen werden, und war daher incomplete. Nun ließ sich die Ravensburger Verteidigung etwas von der Nervosität anstecken. Eine Defensive Passbehinderung, von Dominik Pohl begangen, ermöglichte den Rams einen neuen ersten Versuch. Kasper Brett geriet nun doch selbst etwas unter Druck, nachdem er keine Anspielstation fand. Er befreite sich jedoch selbst aus dieser mißlichen Situation und entkam dann mit dem Ball ins Seitenaus.

Beim nächsten Laufversuch der Gäste glänzte Leon Schiffmann (#24) mit einem Tackle im Backfield von Nürnberg für etwa drei Yards Raumverlust. Das brachte Brett wohl ein wenig durcheinander. Bretts anschließender Pass war incomplete. Ergo übernahm er nun selber die Initiative und erzielte im Alleingang den neuen ersten Versuch. Der anschließende Pass Versuch auf die #81 war ebenfalls incomplete. Nun versuchte Kasper Brett einen weiteren Pass auf die Außenseite, doch auch dieser war incomplete. Mit dem Rücken zur Wand und einem 4. Versuch und 10 Yards zu gehen, entschieden sich die Rams, den vierten Versuch auszuspielen... und wurden für ihre Entscheidung belohnt. Brett fand seinen Wide Receiver #81, und bediente diesen mustergültig zum Touchdown. Nürnberg übernahm nun wieder die Führung, setzte mit der 2 - Point - Conversion noch einen obendrauf und führte nun 51:56.

Nürnbergs Kickoff war gut, hoch und schön, und er landete an der 10 - Yardline der Razorbacks, die nun wieder das Angriffsrecht besaßen. Malik Normans Lauf wurde aufgrund eines Auswechselfehlers des Gastgebers zurückgepfiffen. Es folgte ein weiterer Pass auf Michael Mayer. Dieser griff sicher zu. Fazit: Neuer 1. Versuch. Maliks anschließender Lauf brachte ganze 8 Yards Raumgewinn. Nun war wieder Dellechiaie gefordert. Zuerst lief er selbst mit dem Ball, dann, als die seine O-Line einen Moment nicht aufpasst, geriet Dellechiaie unter Druck, entkam diesem knapp, und brachte gerade noch einmal einen Pass für einen weiteren, neuen 1. Versuch an. Gleich im Anschluss durfte Malik wieder ran. Er erzielte mit seinem Lauf 5 Yards Raumgewinn. Dellechiaies' Pass auf Wide Receiver Michael Mayer führte zum Touchdown, abermals Führungswechsel. Mit Dellechiaies' Pass auf Andreas LoMeo war auch der Try gut. Es stand nun 59:56. Wieder gingen die Razorbacks mit einem Field Goal Unterschied in Front, und damit war das 3. Quarter zu Ende.

Die Oberschwaben durften wieder einmal kicken. Und das machten sie gar nicht einmal schlecht. Der erste Versuch der Widder startete an deren 22 - Yardline. Die Rams versuchten als nächstes einen Laufspielzug, kamen mit einem Yard Raumgewinn allerdings nur mäßig voran. Nürnbergs nächster Spielzug führte die Rams an die eigene 38 - Yard - Linie, und dann zum neuen 1. Versuch. Yard um Yard spielten sich Kasper Brett und die Rams weiter nach vorne, auf die Endzone der Ravensburger zu. Brett geriet zunehmend mehr unter Druck. Dieses Mal musste er sich aus einigen Tackles herauswinden, um den Sack zu entgehen, und konnte den Ball gerade noch einmal ins Seitenaus befördern. Ein "Defensive Offside ohne Kontakt" brachte den Nürnberger Gästen einen 3. Versuch ein, und etwa 3 Yards noch zu gehen. Der anschließende Lauf der Rams über die #21 schnitt durch die Razorbacks - Defense, wie ein Messer durch ein Stück weiche Butter. Erneuter Führungswechsel für die Rams beim Stande von 59:62. Allerdings war der Try der Gäste diesmal nicht gut. Es blieb bei einer 3 - Punkteführung für die Gäste.

Die Strafe gegen Ravensburg wegen "Haltens" während des Kickoff - Returns Zwang die Oberschwaben, den ersten Angriffsspielzug dieses Drives an der eigenen 11 - Yardline zu spielen. Was tut man in so einem Fall? Man gibt den Ball an Malik Norman weiter, und läßt ihn "wirbeln". Und genau das taten die Hausherren. Zuerst kam Norman ja auch ganz gut voran, aber beim Tackleversuch der Nürnberger Defense wurde "Stormin" der Ball herausgerissen und von der Defense gesichert. Dafür revanchierte sich die Defense der Ravensburg Razorbacks gleich beim nächsten Spielzug mit einem Quarterback - Sack gegen Kasper Brett. Zu seinem Leidwesen geriet dieser auch bei seinem zweiten Versuch so gehörig unter Druck, dass er den Ball wegwerfen musste. Das Publikum wurde jetzt immer aktiver. Bei jedem Spielzug des Gegners veranstalteten sie einen dermaßenen Krach, dass die Rams so ihre liebe Mühe hatten und kaum noch die eigenen "Kommandos" hören konnten. Der 3. Versuch der Footballer von der Noris war unvollständig. Beim Versuch der Gäste aus Nürnberg, den 4. Versuch erneut auszuspielen, wurde der Ball von Niklas Herrmann abgefangen. Und als "Belohnung" obendrauf gabs dann noch eine weitere 10 - Yard - Strafe wegen eines "Block - in - the - Backs".

Beim 1st Down an der eigenen 27 - Yardline startend, erlief Malik Norman zuerst einen neuen 1. Versuch, dann sorgte Michael Mayer mit seinem Passfang und Yards - after - Catch für einen weiteren First Down an der 40 - Yardline. Auch Garrett Dellechiaie mußte nun erfahren, wie zuvor sein Gegenüber, was das für ein Gefühl ist, gesackt zu werden. Beim Spielzug 2. Versuch und 15 zu überwinden leisteten sich die Nürnberger Verteidiger gleich zwei Fouls. Zum einen, gab es da eine Strafe wegen eines "Offside Defense ohne Kontakt" (diese Strafe wurde abgelehnt), zum Anderen gab es ein Persönliches Foul wegen eines Griffes in das Gesichtsgitter. Diese 15 - Yard - Strafe wurde logischerweise angenommen. An der 21 - Yardline der Rams startete der neue 1. Versuch der Razorbacks. Malik Norman, an diesem Tage einfach der überragende Ballträger bekam den Handoff, und dann tankte sich Malik "Das Biest" Norman förmlich über die linke Seite zur 65:62 - Führung für den Tabellenführer aus Ravensburg. Mit dem vollendeten Extrakick führten die Razorbacks nun (mit) 66:62. Der Schiedsrichter ließ jetzt erneut die Uhr korrigieren. 6 Minuten 30 Sekunden waren im 4. Quarter noch zu spielen.

Die Uhr lief jetzt gegen die Nürnberger Gäste. Doch die blieben mental stark. Nach dem Kickoff begannen sie - völlig unbeeindruckt - an der eigenen 32 - Yard - Linie. Der erste Pass war unvollständig. Die Zuschauer quittierten dies mit Erleichterung. Mit dem 2. Versuch holte man gleich einen neuen First Down an der gegnerischen 49 - Yardline heraus. Ein Lauf durch die Mitte brachte dann nocheinmal 5 Yards Raumgewinn ein. Ein Pass - Versuch von Kasper Brett auf seinen linken Wide Receiver brachte gleich das nächste First Down, direkt an Ravensburgs 33 - Yard - Line.

Mit dem 2. und 10 gelangten die Nürnberger Footballer in die Red Zone der Hausherren an die 14 - Yardline. In der Zwischenzeit glich das Lindenhofstadion einem Hexenkessel. Beim 3. Versuch und 10 warf Kasper Brett den Ball zu seinem Wide Receiver mit der Nummer #84. Dieser erzielte mit seinem Touchdown die erneute Führung zum 66:68 für die Gäste. Erneut spielten die Rams den Try aus, anstatt zu kicken, und wurden für ihre Entscheidung mit zwei weiteren Punkten belohnt. 66:70 hieß es nun, und nun lief die Uhr gegen die Razorbacks. Und die Uhr tickte gnadenlos herunter...

Michael Mayer empfing den Kickoff in der eigenen Red Zone und begann zu laufen. Dort war Mayer eigentlich schon fast getackelt, aber eben nur fast! Er rettete sich aus mindestens zwei Tackles und schaffte es immerhin bis an die 47 - Yard - Linie zum neuen First Down. Andreas LoMeos' Passfang beim 1. und 10 führte geradewegs an die 17 - Yard- Linie der Gäste aus Nürnberg, und wieder zum 1. Versuch. Nun war wieder Norman an der Reihe. Erst erlief das "Beast" fünf Yards Raumgewinn, dann zum erneuten ersten Versuch und Goal to go. Zu guter Letzt krönte das "Biest" seine eigene Leistung mit seinem fünften Touchdown in diesem Spiel, und mit dem Touchdown zur 72:70 - Führung für den Tabellenführer aus Ravensburg. Der einzige Wehmutstropfen war, dass der Zusatzkick geblockt wurde. Es blieb beim 72:70. Jetzt lag der Druck wieder auf Nürnberg.

Nach dem Kickoff musste Nürnberg aufgrund einer weiteren "Block - in - the - Back" - Strafe mit ihrem ersten Versuch an der eigenen 10 - Yard - Linie beginnen.
Von jetzt an spielte die Ravensburger Offense auch gleichzeitig in der Defense, um die völlig ausgepowerte Defense zu entlasten.
Der Angriff Nürnbergs wurde beim 2. Versuch bereits sehr früh gestoppt. Doch beim 3. und 14 holten die Rams noch einmal einen neuen First Down heraus. Ganze 30 Sekunden verblieben noch im vierten und letzten Quarter zu spielen. Sollte Nürnberg noch einmal so marschieren, wie beim letzten Touchdown - Drive der Rams, dann sollte es das gewesen sein für die Oberschwaben.

Das war jetzt der Gamebreaker ! Und es war jedem klar. Das Lindenhofstadion hatte sich in der Zwischenzeit von einem Hexenkessel in ein Tollhaus verwandelt. Teilweise standen die Zuschauer auf den Sitzen. Nicht einen Einziger blieb sitzen.

Die Razorbacks da unten auf dem Spielfeld, sie stemmen sich mit all ihrer noch verbliebenen Kraft dem Angriff der Rams entgegen. Diese erzielten jetzt den neuen First Down und hielten mit ihrem zweiten Timeout die Spieluhr bei 19 Sekunden an. Bei 14 Sekunden verbliebener Spielzeit, Nürnbergs drittem Versuch und 10 Yards zu gehen warf Kaspar Brett den Pass direkt in die fangbereiten Arme von Nathan Willis. Dieser retournierte die Interception unter dem unbeschreiblichen Jubel der Zuschauer zum 78:70 für die Ravensburg Razorbacks. Der anschließende Point - after - Touchdown hätte die Entscheidung sein können, vielleicht sogar sein müssen. Aber der Kick segelte links an den Goalposts vorbei. Es blieb beim 78:70 für die Oberschwaben. Die Spannung war unerträglich.

Ganze zwei Sekunden verblieben noch auf der Uhr. Und Nürnberg war brandgefährlich, das war hinlänglich bekannt. Ein Kickoff - Return - Touchdown mit auslaufende Zeit, und eine erfolgreiche 2 - Point - Conversion, und es hätte 78:78 gestanden. Und wer weiß, was dann passiert wäre...?

Doch die Gäste konnten das Blatt mit dem Kickoff - Return nicht mehr wenden. Es blieb beim hoch verdienten 78:70 - Erfolg für die Ravensburg Razorbacks in einer über alle Maßen spannenden Begegnung, die - mit ein bisschen mehr Glück für die Nürnberg Rams - auch genausogut hätte umgekehrt ausgehen können.


Axel Luley - 13.06.2018

RB Malik Norman erzielte fünf Touchdowns für die Ravensburg Razorbacks

RB Malik Norman erzielte fünf Touchdowns für die Ravensburg Razorbacks (© CS-Sportfoto)

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