Gelingt den Pirates der Befreiungsschlag?

Die Passauer Footballgemeinde ist solche Statistiken von ihren Piraten nicht mehr gewohnt: vier Spiele, vier Niederlagen. Nach jahrelanger erfolgreicher Vereinsarbeit ist in aufeinanderfolgenden Jahren beinahe mühelos der Einzug in die Playoffs geglückt und im zweiten Anlauf souverän der Aufstieg in die Regionalliga. Die neue Liga hat ihre Herausforderungen - ein neues Maß an Geschwindigkeit und Härte verlangt den Pirates einiges ab. Kleine und größere Verletzungen zehren an der Substanz.

Und dennoch steht außer Frage, dass die Pirates in diese Liga gehören. Die Offense um QB Andrew Griffin dominiert gegnerische Verteidigungsreihen. Mit 139 erzielten Punkten in vier Spielen läge man damit auf Platz zwei in der Tabelle. Die Defense allerdings ist statistisch die schlechteste der Liga zu diesem Zeitpunkt, zeigt aber dennoch vor allem in der zweiten Hälfte der Spiele ihr Potenzial. Es fehlt nicht viel zum ersten Sieg, wenn man dabei bedenkt, dass zwei der vier Niederlagen mit einer Punktedifferenz von 5 oder weniger Punkten verloren wurden.

Werden Spieler und Coaches das Ruder herumreißen? Zeit genug hatten sie auf jeden Fall: drei spielfreie Wochen wurden den Pirates bei der Spielplanerstellung "geschenkt". Genug Zeit also, um einen neuen, effektiveren Plan auszubaldowern. Ob dies gelungen ist, können die Pirates am kommenden Sonntag beim Auswärtsspiel in Würzburg beweisen.

Der Halbfinalgegner und Bayernligameister der Saison 2016, die Würzburg Panthers, sind der nächste Gegner. Für die Pirates wäre das eine willkommene Chance, sich für die Heimniederlage im Dreiflüssestadion zu revanchieren. Damals hatten die Panthers unter anderem mit Hilfe von Wide Receiver Estrus Crayton, der auch diese Saison Coaching Staff und Kader in Würzburg verstärkt, souverän gewonnen. Neuer Quarterback der Würzburger ist der erst am 18. Mai eingetroffene Trenton Jones aus Texas, der gegen die Pirates sein drittes Spiel absolvieren wird. Alles in allem hat Exnationaltrainer und Panthers Head Coach Martin Hanselmann erneut einen starken und vor allem tiefen Kader um sich versammelt. Das Ziel der Würzburger ist ganz klar die nächsthöhere Liga, was sich organisatorisch durch die Abspaltung vom Heimatverein und Neugründung eines eigenen Vereins zeigt.

Ob die hoch gesteckten Ziele verwirklicht werden können wird sich noch zeigen müssen. Nach vier Spielen weist die Bilanz des aktuell Fünftplatzierten erst einen Sieg bei vier Niederlagen auf. Probleme hat man bei den Panthers eher in der Offense, was der Defense der Passauer entgegenkommen könnte. Eines ist diese Saison in der Regionalliga klar geworden: Quervergleiche von Ergebnissen und eine Einschätzung der tatsächlichen Stärke ist eher Wahrsagerei als Wissenschaft. Für die körperlich und moralisch angeschlagenen Pirates auf Platz 6 könnte diese symbolische Revanche im Auswärtsspiel jedoch der dringend benötigte Befreiungsschlag sein um neuen Kurs zu setzen.

Wittig - 31.05.2018

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