St. Brown passt zu den Packers

Aaron Rodgers hat bei den Green Bay Packers einen neuen Wide Receiver: Equanimeous St. Brown. Mit Equanimeous St. Brown spielt ein weiterer deutschstämmiger Footballer in der NFL. In der sechsten Runde der Draft an 207. Stelle wählten ihn die Green Bay Packers, um die Lücke schließen zu können, die Jordy Nelson und Jeff Janis hinterlassen haben. Der 21-Jährige könnte dabei keine so schlechten Karten auf eine Zukunft in Wisconsin haben.

Hätte, Wenn und Aber. Ja, hätte sich "EQ", wie sich Equanimeous St. Brown selbst nennt, bereits vor einem Jahr in der Draft stehen können, wäre er wohl ein Kandidat für die erste Runde gewesen. In der College-Saison 2016 fing er 58 Bälle, erzielte damit fast 1000 Yards Raumgewinn und jubelte über neun Touchdowns. Sein Quarterback von damals steht seit wenigen Wochen auch bei den Packers unter Vertrag: DeShone Kizer.

Doch St. Brown konnte erst in diesem Jahr in die Draft. Seine Saison mit dem unterirdischen Quarterback Brandon Wimbush war jedoch nicht sonderlich gut. Der Spielmacher hat nur eine Erfolgsquote von 49,5 Prozent bei seinen Bassversuchen vorzuweisen, St. Brown im Gegenzug nur 33 gefangene Bälle mit 515 Yards Raumgewinn und auch nur vier Touchdowns. Mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass Wimbush aber auch in der neuen College-Saison spielen wird, entschied sich der 21-Jährige mit deutschen Wurzen zum Schritt in die NFL.

Beim Combine beeindruckte er mit 4,48 Sekunden über die 40 Yards. Mit seiner Spritzigkeit macht er sein relativ geringes Tempo über längere Strecken wett. Für die Packers wird seine Größe ein Vorteil sein, da er so die gegnerische Defense immer wieder vor Probleme stellen wird. "Man schaut doch immer nach größeren Passempfängern. Das macht Sinn. Ein größerer Radius für Catches und eine höhere Passquote", erklärte folglich auch Head Coach Mike McCarthy die Draft-Strategie der Packers: "Ich denke, jeder Quarterback würde größere Receiver bevorzugen."

Neben seiner Größe ist er ein Kraftpaket, will sogar noch mehr zu legen. "Ich bin fit, meine Muskeln sind stark, aber ich lege noch nach", kündigte er bereits kurz nach seiner Wahl durch die Cheeseheads an. Seine Enttäuschung, so lange gewartet zu haben – Experten rechneten mit ihm in Runde vier – war schnell verflogen. "Ich will nur noch Football spielen und mache mir keine Sorgen um die Konkurrenz, das macht mich nur stärker." Immerhin stehen elf Receiver im derzeitigen Kader der Nordamerikaner, mit fünf werden sie wohl in die Saison gehen – lediglich Davante Adams und Randall Cobb sind gesetzt.

Mit St. Brown hat Green Bay ein "Work-Out-Monster" in seinen Reihen. Er macht immer mehr als andere, hat einen unbändigen Ehrgeiz und will unbedingt seine Fußstapfen auch in der NFL hinterlassen. Wichtig wird dafür sein, dass der fließend Deutsch, Französisch und Englisch sprechende "EQ" schnell seine mittelmäßige letzte College-Saison vergisst. Die Chancen stehen aber gut, dass er es zumindest bis in den Practice Squad schafft, wenn er auf den 2016er Equanimeous St. Brown aufbaut.

Fabian Biastoch - 01.05.2018

Aaron Rodgers hat bei den Green Bay Packers einen neuen Wide Receiver: Equanimeous St. Brown.

Aaron Rodgers hat bei den Green Bay Packers einen neuen Wide Receiver: Equanimeous St. Brown. (© Getty Images)

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