Sam Darnold ist der neue Franchise QB der Jets

Der Move auf 3 hat sich mit Sam Darnold bezahlt gemachtDie New York Jets hatten nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie in diesem Draft einen Quarterback verpflichten wollten. Der wurde es dann jetzt wie erwartet auch mit dem dritten Pick in Person von Sam Darnold, für den man im Vorfeld gleich drei Zweitrundenrechte abgegeben hatte, um mit den Colts die Plätze zu tauschen.

So hatte man am Ende mehr als ursprünglich vorgesehen investieren müssen. Eigentlich hatte man vor der Spielzeit 2017 den Eindruck gewinnen können, dass die Jets alle Spieler gehen ließen, die über dem Minimumgehalt lagen oder einen Namen hatten, der auch Footballfans außerhalb New Yorks geläufig war: Die Wide Receiver Brandon Marshall und Eric Decker, Center Nick Mangold und Linebacker David Harris, um nur einige zu nennen, mussten ihre Koffer packen.

Schnell machte das Wort vom "Tanking" – also einer absichtlichen Schwächung, um dadurch möglichst viele Spiele zu verlieren und einen hohen Draftpick zu erhalten – die Runde. Nur hatte man das wohl weder dem Coaching Staff noch den Spielern verraten.

Die Jets kämpften vor allem zu Saisonbeginn um jeden Zentimeter und schafften zwischen Woche 3 und 5 sogar eine Serie von drei Siegen am Stück. Als einige Verletzungen ihren Tribut forderten und die Kräfte nachließen, gingen jedoch auch knappe Spiele verloren und am Ende fand man sich auf dem letzten Platz der AFC East wieder.

Abgesehen von einem neuen Quarterback – der im Vorjahr famos spielende knapp 39jährige Josh McCown wurde als Übergangslösung noch einmal gehalten – brauchen die Jets noch Hilfe bei den Cornerbacks, Wide Receivern, Defensive Ends und in der O-Line.

Die in der Free Agency verpflichteten Cornerbacks Trumaine Johnson (5 Jahre über 72,5 Millionen Dollar / davon 45 Millionen garantiert) von den LA Rams und Center Spencer Long (Washington) gingen bereits in die richtige Richtung.

An oberster Stelle der Prioritätenliste stand jedoch ein Franchise Quarterback, und den glauben die Jets jetzt mit Sam Darnold gefunden zu haben.

Sam Darnold galt als der sicherste Draft Prospect – und das eigentlich schon seit vergangenem Sommer. Er besitzt für einen Quarterback Idealmaße und bleibt auch in Stresssituationen absolut gelassen.

Seine Mobilität, gepaart mit Furchtlosigkeit, als Runner ist herausragend und auch nach Hits zeigt er kaum Ermüdungserscheinungen. Er trifft selten falsche Entscheidungen und vermeidet auch den Fehler, seinen zuvor ausgewählten Receiver anzustarren und so der Verteidigung Hilfestellungen zu geben.

In kurzen und Mitteldistanz-Würfen ist er sehr präzise, bei weiten Bällen leidet ab und an die Genauigkeit. Seine Fähigkeiten als Runner sind es auch, die ihm ab und an als Nachteil ausgelegt werden müssen: Er sorgte zum einen für das ein oder andere Fumble zu viel und hielt gelegentlich den Ball einfach zu lange. Allerdings hatte er bei USC auch das Problem, dass mit JuJu Smith-Schuster seine verlässlichste Anspielstation des Vorjahres zur NFL abgewandert war und die ihm zur Verfügung stehenden Receiver eher durchschnittlich waren.

Sein Arm kann nicht ganz mit dem der Konkurrenten Josh Allen oder Josh Rosen mithalten, dafür ist er jedoch mental deutlich stärker. Idealerweise sollte er – auch aufgrund seines Alters - zunächst auf der Bank Platz nehmen und sich dort langsam an der NFL-Tempo gewöhnen.



Für den hatten die Jets in einem vielkritisierten Move mit den Indianapolis Colts die Plätze getauscht (von 6 auf 3) und dafür gleich drei Zweitrundenrechte abgeben müssen (37 und 49 in diesem Jahr, den im Jahr 2019). Sollte sich Darnold aber wirklich als der Franchise Quarterback etablieren können, wird man diesen Picks in New York kaum mehr nachtrauern.




Carsten Keller - 27.04.2018

Der Move auf 3 hat sich mit Sam Darnold bezahlt gemacht

Der Move auf 3 hat sich mit Sam Darnold bezahlt gemacht (© Carsten Keller)

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