Im zweiten Viertel Gas gegeben

Wiesbaden musste zwischenzeitlich bangen, fuhr den ersten Saisonsieg aber ein."Die kämpfen, bis nichts mehr geht", lobte ein Fan am Rande des GFL-2-Spiels zwischen den Wiesbaden Phantoms und den Albershausen Crusaders den Auftritt der Gäste. In der Tat gaben die Crusaders bis zum Spielende nicht auf und setzten den Gastgebern bei deren 39:26-Sieg bis zum Abpfiff schwer zu.

Gewarnt durch die beiden Ein-Punkt-Niederlagen von 2017 schienen die Phantoms sowieso etwas gehemmt in die Partie zu gehen und lagen schnell 0:10 zurück. Zunächst führte ein Drive die Crusaders bis knapp vor die Endzone der Phantoms. Erreicht wurde sie nicht, das Field Goal wurde von Patrick Schmid aber souverän verwandelt. Kurze Zeit später fing Tim Baron einen Pass von Wiesbadens Quarterback Niklas Woelbert aus der Luft und trug ihn über 39 Yards zum 10:0 zurück.

Im zweiten Viertel aber wendete sich das Blatt. Zunächst schnappte sich auf Seiten von Wiesbaden Jeremy Conley einen Pass von Crusaders-Quarterback Dalton Demons und tat es Baron gleich: Die ersten Punkte brachte er 45 Yards später auf die Anzeigetafel. Kicker Peter Müller trat erstmals auf das Feld und verwandelte zum 7:10, schoss seinen zweiten PAT-Kick später aber in die Abwehrreihen der Albershausener. Zuvor hatten die Phantoms einen Drive der Crusaders schnell gestoppt, den Punt ihrer Gäste geblockt und durch Marco Corzani in die Endzone getragen.

18 Sekunden vor Ende der Halbzeit erhöhten die Phantoms auf 19:10: A.J. Springer erhielt den Ball und erzielte seinen ersten Touchdown für sein neues Team. Der Snap beim PAT-Versuch misslang aber erneut, Holder Woelbert musste die Ballposition korrigieren, und Müller schoss wieder in die Defense der Crusaders.

In Halbzeit zwei waren dann rund drei Minuten gespielt, als Cordarious Mann den Ball über 46 Yards durch die gesamte Defense der Gäste trug und das 26:10 markierte. Nun hätte es eigentlich ruhiger für die Nerven der Phantoms werden sollen, doch einen kurzen Pass später hatten die Crusaders wieder aufgeholt, als Demos seinen Lieblings-Receiver Matthias Scheuring ein weiteres Mal bediente. Auch die Conversion – derselbe Spielzug wie zuvor beim Touchdown – gelang, und Albershausen verkürzte auf 18:26.

Die Entscheidung schien gefallen, als Mann ein zweites Mal über das Feld stürmte. Den Kickoff nach dem Touchdown der Crusaders nahm der Phantoms-Running-Back auf, spurtete über 60 Yards über das Feld und brachte sein Team wieder mit 14 Punkten in Front. Der Zusatzpunkt blieb das Problemfeld, dieses Mal flog der Ball rechts am Tor vorbei. Das Zittern auf Seiten der Phantoms war also nicht beendet, vor allem als die Crusaders zwei Minuten vor dem letzten Seitenwechsel auf nur noch sechs Punkte verkürzten: Demos passte nach einem Touchdown von Andre Paszylk auf Rene Reinert und brachte die Crusaders damit auf 26:32 heran.

Bis Mitte des letzten Viertels neutralisierten die Defenses anschließend die Offense-Bemühungen beider Team, ehe Cordarious Mann seinen dritten Touchdown erzielte. Über 46 Yards erkämpfte der Running Back den 39:26-Endstand. Die Crusaders mussten anschließend zwar noch zweimal kurz vor der Endzone im vierten Versuch gestoppt werden, ehe die Phantoms ihren Sieg schließlich feiern konnten.

"War eine schwere Geburt, aber ein Sieg ist ein Sieg", brachte es Running Backs Coach Thomas Schreiber nach dem Spiel auf dem Punkt. Noch lief nicht alles rund bei Wiesbaden, besonders im ersten Viertel schien die Offense noch nicht in Tritt zu kommen, überzeugte im zweiten Viertel aber eindrucksvoll, und die Defense hielt bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur, sondern hatte sogar einen Touchdown erzielt. Das Team erspielte sich im Lauf der Zeit mehr und mehr Selbstbewusstsein und agierte ab Ende des ersten Viertels und bis zum 32:18 sehr stark – sowohl in Offense, in der der gerade einmal 20-jährige Niklas Woelbert kurze, aber auch lange Pässe anbrachte, als auch in Defense. Auch die Special Teams wussten dabei zu überzeugen.

Mehr als einen einzigen Sieg wollen aber weder Coaches noch Spieler im 39:26 sehen. "Ein einziger Sieg reicht nicht zum Klassenerhalt", machte Head Coach Andy McMillan deutlich und schwor sein Team direkt nach Abpfiff auf die nächste Aufgabe ein. Nach einem Auswärtsspiel gegen Straubing am Sonntag steht der nächste Heim-Event am 5. Mai an, wenn der hessische Nachbar Gießen Golden Dragons im Europaviertel zu Gast sein wird.

Auerbach - 22.04.2018

Wiesbaden musste zwischenzeitlich bangen, fuhr den ersten Saisonsieg aber ein.

Wiesbaden musste zwischenzeitlich bangen, fuhr den ersten Saisonsieg aber ein. (© Michael Wiegand / Phantoms)

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