Pirates verschlafen erstes Quarter

Der Saisonstart in der Regionalliga Süd verlief für den Aufsteiger Passau Pirates sehr nervös. Bereits nach dem ersten Viertel waren die X-Men vor über 700 Zuschauern im Sportzentrum Landsberg mit 29:7 enteilt. Erst danach fanden die Freibeuter aus der Dreiflüssestadt ihren Rhythmus und konnten dagegen halten. Da war es aber schon zu spät um die 20:50-Niederlage noch abzuwenden. Trotzdem zeigte sich Coach Andrew Griffin auf der anschließenden Pressekonferenz zuversichtlich: "Wir wussten, dass uns in der Regionalliga ein anderer Wind entgehen wehen wird. Wir haben aber auch immer gesagt, dass wir vor einem großen Lernprozess stehen. Auch in diesem Jahr haben wir viele Rookies im Team, die heute ihr erstes Spiel gemacht haben. Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen uns kontinuierlich verbessern. Am Ende der Saison werden wir sehen, wo wir stehen."

Bei perfektem Footballwetter ging am vergangenen Sonntag für die Passau Pirates das Abenteuer Regionalliga beim Landsberg X-press los. Damit musste der Aufsteiger gleich zum Auftakt bei einem etablierten Regionalligisten mit erfahrenen Imports ran. Ohne Vorbereitungsspiel merkte man von Beginn an den Passauern die Nervosität an. Ein zu kurzer Onsidekick bescherte den X-Men gleich eine hervorragende Feldposition. Ein langer Pass auf Kyle Barnett an der Außenlinie und ein Touchdownlauf von Carnelius Smith sorgten für die schnelle Führung der Hausherren. Anschließend scheiterten diese aber auch selbst mit einem Onsidekick-versuch und die Passauer Offense um Andrew Griffin stand nur 42 Yards von der Endzone entfernt. Über Läufe von Thomas Beismann versuchte man erstmal das Laufspiel zu etablieren, streute aber auch immer wieder geschickt kurze Pässe ein. Ein 3-Yard-Touchdown-Pass auf Luis Hannsler brachte mit dem anschließenden PAT von Luca Barthmann den Ausgleich.

Doch wieder startete der X-Press-Zug seine nächste Serie an der Mittellinie. Mit einem 30-Yard Touchdownlauf war es erneut Carnelius Smith der die Führung zurückerobern konnte. Die härtere Gangart in der Regionalliga musste im anschließenden Passauer Drive Luca Barthmann kennenlernen. Bei einem harten Tackle von Defensive Back Marice Sutton verlor er den Ball und Landsberg eroberte ihn an der Passauer 30 Yard-Linie zurück. Ein Touchdown-Pass auf Kyle Barnett, der auch den PAT nach missglücktem Snap für weitere 2 Punkte in die Endzone trug, baute die Führung weiter aus. Nachdem auch Thomas Beismann im nächsten Passauer Angriffsversuch in der eigenen Hälfte den Ball verloren hatte, war es wieder der US-Running Back Smith, der mit seinem dritten Touchdown für einen komfortablen 29:7 Zwischenstand nach dem ersten Viertel sorgte.

Erst mit Beginn des zweiten Viertels fanden sich die Passauer mit dem höheren Tempo und der Härte im Regionalligafootball zurecht. Simon Sipple, Luca Barthmann, Thomas Beismann und Luis Hanssler holten FirstDowns und erst an der gegnerischen 30 wurde die Serie gestoppt. Die Freude der Landsberger über die verhinderten Punkte währte aber nicht lange. Die Defense um Thomas Ochmann eroberte einen Fumble zurück. Dann fand Quarterback Andrew Griffin erneut Luis Hanssler auf der rechten Seite zum Touchdown. Der anschließende Kick ging aber daneben und so konnte man nur zum zwischenzeitlichen 29:13 verkürzen. Ein kurioser Kick-return Touchdown über das gesamte Feld von Marice Sutton bedeutete aber den postwendenden Rückschlag für die Pirates. Hier waren die Passauer Coaches mit sieben Rookies auf dem Feld zu hohes Risiko gegangen. In den letzten beiden Minuten der ersten Halbzeit bewegte sich der Passauer Angriff wieder souverän über das Feld. Mit einem 2-Yard Touchdownlauf von Thomas Beismann und verwandeltem Extrapunkt verkürzten die Pirates noch vor der Halbzeit auf 43:20.

Auch beim ersten Ballbesitz der zweiten Hälfte knüpfte der Passauer Angriff dort an, wo sie vor dem Pausentee aufgehört hatten. Diesmal beendete aber Safety Marice Sutton mit einer Interception den Vorwärtsdrang. Aber auch die Defense der Pirates kam jetzt immer besser in Tritt und forcierten ein Turnover on Downs. Ein 37 Yards-Touchdown-Pass in der nächsten Angriffsserie auf Luis Hanssler wurde aber wegen Holdings zurecht zurückgepfiffen. Eine weitere Interception gegen Andrew Griffin verhinderte die geplante Aufholjagd der Freibeuter. Zu stark waren nun beide Defensereihen.

Auch im letzten Viertel schaffte es die Passauer Verteidigung den Angriff um Landsbergs Spielmacher Lukas Saurwein weit zurückzudrängen. Aus dieser Bedrängnis heraus fand Saurwein dann aber Florian Borchert zum Touchdown, der damit auch schon den 50:20 Endstand markieren konnte. Das Spielende dieses sehr fairen Auftaktspiels wurde dann leider durch eine lange Verletzungspause hinausgezögert. Noch in der Nacht kam aber schon die Entwarnung, dass keine schwerwiegenden Verletzungen passiert sind.

Landsbergs Trainer Jan Radewald war mit dem Auftreten seiner Mannschaft zufrieden: "Am Anfang der Saison kann man nie genau sagen, wo man steht. Uns fehlen eigentlich noch mindestens zwei Wochen Vorbereitung." Auf die Bedeutung der Importspieler angesprochen brach Radewald eine Lanze für die Deutschen Spieler: "Du kannst immer nur zwei Imports pro Spielzug einsetzen, damit stehen immer 9 heimische Spieler auf dem Platz. Wenn die ihren Job nicht erledigen, dann kann der beste Import nicht glänzen." Für die Passau Pirates geht es bereits am kommenden Sonntag mit dem ersten Heimspiel auf Oberhaus weiter. Dann empfangen die Freibeuter die München Rangers mit dem wohl mobilsten Quarterback der Liga.

Wittig - 15.04.2018

(© PP/Markus Steiner)

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