Die Regeländerungen zur neuen Saison

Der "Touchdown" von TE Jesse James würde künftig zählenDie NFL League Meetings der Teameigentümer in Orlando sind Geschichte und mit ihnen wurden erwartungsgemäß eine ganze Reihe – um genau zu sein sieben - Regeländerungen genehmigt, die entweder von dem zuständigen "Competition Committee" oder einzelnen Teams eingebracht worden waren. Eine Regel wurde sogar eingeführt, obwohl sie vorher gar nicht zur Abstimmung vorgesehen war.

Der Vorschlag, der im Vorfeld am meisten Beachtung bekommen hatte, wurde wie erwartet eindeutig – sogar mit 32:0 – umgesetzt: Die Änderung der zuletzt für den Gelegenheitsfan nahezu unverständlichen Catch-Regel. Nachdem Roger Goodell die mehr oder weniger zur Chefsache erklärt hatte, war das auch kaum anders zu erwarten gewesen – ganz abgesehen vom öffentlichen Unverständnis über einzelne Entscheidungen in der jüngeren Vergangenheit.

Für einen complete Pass beziehungsweise Catch zählen künftig folgende Kriterien:
1. Der Receiver muss den Ball kontrollieren, wobei dies künftig nicht mehr so streng ausgelegt werden wird wie bislang
2. Er muss entweder beide Füße oder einen anderen Körperteil innerhalb des Felds auf dem Boden haben
3. Er muss einen "Footballmove" unternehmen oder zumindest versuchen– entweder noch einen Schritt oder den Ball über die Goal Line strecken für einen Touchdown oder zumindest die Möglichkeit dazu besitzen

Es bleibt abzuwarten, ob diese Regel im Lauf der Zeit nicht noch präzisiert werden muss. Gerade der dritten Punkt lässt doch viel Interpretationsspielraum.

Nicht mehr Bestandteil der Regel ist es, dass ein Spieler beim Catch auch den Aufprall auf den Boden mit dem Ball fest in der Hand überstehen muss. Damit wären die drei wohl am meisten diskutierten Nicht-Catches der letzten Jahre jetzt als "complete catch" gewertet worden (der vermutlich siegbringende Touchdown-Pass auf Tight End Jesse James bei Pittsburgh – New England, der Touchdowncatch vom damaligen Lions Wide Receiver Calvin Johnson und der Catch von Cowboys Wide Receiver Dez Bryant in der Divisional Runde der Playoffs 2014 gegen die Green Bay Packers).

Zudem wurden noch die folgenden Regeln geändert:
- Nach einem Touchback bei einem Free Kick wird künftig der Ball an die 25 Yard Linie gelegt
- Die Strafen für "illegal batting" und "illegal kicking" werden künftig angeglichen und jeweils 10 Yards betragen
- Ein Mitglied des Control Centers in New York kann künftig den Ausschluss eines Spielers nach einem grob unsportlichen Foul verfügen, wenn dieses Foul auch auf dem Feld geahndet worden war (die "Rob-Gronkowski-Regel" nach seinem Foul im Spiel gegen die Bills)
- Erzielt ein Team bei auslaufender Uhr einen Touchdown, der direkt zum Sieg führt, müssen sie nicht mehr für einen Extrapunkt aufs Feld, sondern dürfen sofort feiern
- Wenn ein Team in der Verlängerung ein Field Goal erzielt und dann das andere Team den Ball fumbelt oder per Interception verliert, so wird der Spielzug noch zu Ende gespielt und eventuell erzielte Punkte durch z.B. einen "Pick Six" werden künftig auch zählen
- Das Senken des Kopfs (z.B. durch den Running Back), um mit dem Helm voran zu tackeln beziehungsweise einen Kontakt herbeizuführen, wird künftig bestraft

In der "Hymnendiskussion" wurde dagegen keine Entscheidung getroffen, sondern auf ein Meeting im Mai vertagt. Was sich bis dahin ändern soll, ist kaum vorstellbar. Allerdings zeigten die komplett konträren Aussagen von Texans Owner Bob McNair und Jets Christopher Johnson, dass hier auch innerhalb der Teameigentümer riesige Unterschiede herrschen.

Hier dürfte auf jeden Fall noch einiger Gesprächsbedarf im Vorfeld zur nächsten Saison herrschen – intern und extern.




Carsten Keller - 29.03.2018

Der "Touchdown" von TE Jesse James würde künftig zählen

Der "Touchdown" von TE Jesse James würde künftig zählen (© Getty Images)

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