NFL verteilt Compensatory Picks

Der Abgang von Andrew Whitworth (77) brachte den Bengals einen ExtrapickDie NFL hat jetzt die Verteilung der Compensatory Picks für die letzte Free Agency Phase (2017) bekanntgegeben: Große Gewinner sind die Dallas Cowboys, Cincinnati Bengals, Oakland Raiders und Green Bay Packers, die jeweils vier Picks zugesprochen bekamen. Die höchsten Picks – im Anschluss an Runde 3 – bekamen Arizona, Houston, Denver und Cincinnati.

Insgesamt bekamen 15 der 32 NFL-Teams mindestens jeweils ein Zusatz-Zugrecht von der NFL zugeteilt. Zwar macht die Liga ein Geheimnis daraus, nach welcher Formel sich die Zuteilung genau berechnet, aber ein paar Eckdaten sind durchaus bekannt: Verliert ein Team mehr Spieler in einer Free Agency Periode, als sie selbst unter Vertrag nimmt, stehen die Chancen schon einmal nicht schlecht, im Jahr darauf für diese Differenz kompensiert zu werden. Allerdings spielen auch die Qualität der jeweiligen Spieler und ihre Vertragsdaten eine Rolle.

Die zusätzlichen Draftrechte sind frühestens nach Ende der dritten Runde angehängt und reichen bis nach Ende der letzten Runde. Die Atlanta Falcons erhielten diesen letzten – insgesamt dann 256. Pick – und dürfen daher den sogenannten "Mr Irrelevant" im kommenden Draft unter Vertrag nehmen. Allerdings könnte sich daran erstmals noch etwas ändern: 2018 darf man zum ersten Mal die Compensation Picks auch traden, so dass durchaus noch die ein oder andere Verschiebung möglich ist. Das war bisher aus unerfindlichen Gründen untersagt.

Die letzten Jahre schafften es vor allem die Baltimore Ravens unter General Manager Ozzie Newsome immer wieder, eine ganze Fülle hoher Picks anzuhäufen, da man Spieler gerne nach Auslaufen ihrer Verträge gehen ließ in dem Wissen, dafür später noch fürstlich kompensiert zu werden. Zudem sparte man sich teure Folgeverträge nach Auslaufen der jeweiligen Rookieverträge. Das hatte durchaus System, klappte aber diesmal nicht: Die Ravens erhalten nur einen einzigen Zusatz-Pick und der findet sich erst am Ende der 6. Runde (#215).

Am besten schnitten wohl die Cincinnati Bengals ab, die zum einen die meisten Picks (mit Cowboys, Raiders und Packers) einstreichen konnten, und vor allem auch gleich nach Runde 3 ziehen dürfen (Position 100). Den Abgängen Andrew Whitworth, Kevin Zeitler, Domato Beko, Rex Burkhead, Margus Hunt und Karlos Dansby standen lediglich die Neuzugänge Andre Smith und Kevin Minter gegenüber. Für Zeitler (3rd), Whitworth (5th), Hunt und Dansby (je 7th) wurde man kompensiert, bei den vier anderen hoben sich Zu- und Abgang jeweils auf.

Viel zusätzliches Draftkapital also – vor allem für die Bengals.

Carsten Keller - 24.02.2018

Der Abgang von Andrew Whitworth (77) brachte den Bengals einen Extrapick

Der Abgang von Andrew Whitworth (77) brachte den Bengals einen Extrapick (© Getty Images)

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