Erster Franchise Spieler benannt

Auf Dolphins WR Jarvis Landry wartet als Franchise Player nun der große ZahltagEine kritische Phase für Teams und Spieler gleichermaßen sind die Tage vor dem neuen Ligajahr. Während sich einige Spieler mit auslaufendem oder für die Teams teurem Vertrag vor diesem Datum fürchten, freuen sich andere darauf. Denn für sie heißt es Zahltag, sei es beim alten Team als Franchise oder Transition Player oder beim neuen Team als Free Agent. Für die Teams ist es eine krititsche Zeit, denn sie haben einige harte Entscheidungen zu fällen: ist mein hochbezahlter Star noch so gut, wie es das Vertragswerk angenommen hat? Wie belastet ist mein Team hinsichtlich der Salary Cap für das nächste Ligajahr? Und: welchen zukünftigen Free Agent muss ich unbedingt behalten?

Bereits jetzt stellen die Teams mit diesen Entscheidungen die Weichen für die kommende Saison. So wird immer mit Spannug erwartet, welche Spieler als "Franchise Player" ausgewiesen werden und damit eine satte Gehaltserhöhung zu erwarten haben. Denn sie als "Exclusive Franchise Player" (darf nur mit dem eigenen Team verhandeln) bekommen einen Ein-Jahres-Vertrag zu den durchschnittlichen Konditionen der fünf bestbezahlten Spielern auf der eigenen Position (beim ersten Mal als Franchise Player). Bei "non-exclusive Franchise Player" sind es die fünf höchsten gegen die Salary Cap zählenden Gehälter im Durchschnitt und der Spieler darf mit anderen Teams verhandeln. Das eigene Team kann aber den ausgehandelten Vertrag auch annehmen (gegen eine Ablöse von zwei Erstrundenpicks, beziehungsweise zwischen den Teams vereinbarte Ablöse darf der Spieler auch wechseln). Wird ein Spieler mehrfach hintereinander als Franchise Player bezeichnet ohne einen Langzeitvertrag (mind. zwei Jahre) zu unterschreiben, erhält er eine signifikante Gehaltserhöhung von mindestens 20 Prozent, jedoch im Minimum wiederum den Durchschnitt der bestverdienenden Spieler seiner Position. Dies erklärt beispielsweise, warum Redskins QB Kirk Cousins im Fall eines "Franchise Tags" eine 44-prozentige Gehaltserhöhung auf rund 34 Millionen im kommenden Jahr bekäme, denn die neuen Verträge von QB Jimmy Garoppolo, QB Derek Carr und QB Matt Stafford haben den Durchschnitt angehoben.

Auch Miami Dolphins WR Jarvis Landry gehört nun der Gruppe der "Franchise Player" an. Am ersten Tag der zweiwöchigen Schutzperiode, in der die Teams ihre Franchise und Transition Player benennen können (geht bis 6. März), entschieden sich die Dolphins ihn auf jeden Fall behalten zu wollen. Mit allen interessierten Teams darf Landry als "Non-Exclusive Franchise Player" nun verhandeln, ein Fakt, der ihm sicher gefallen wird, bemängelte er doch in der Vergangenheit die Wertschätzung des eigenen Teams. Versüsst wird dies zudem mit 16 Millionen Dollar, die er jetzt garantiert von den Dolphins bekommen wird, sobald er seinen Einjahresvetrag als Franchise Player unterschreibt (vorbehaltlich eines Trades natürlich) - rund eine Million mehr als im Vorjahr auch dank der neuen Verträge von WR Antonio Brown, WR DeAndre Hopkins und WR Larry Fitzgerald.

Für Landry ist diese Summe in einem Jahr mehr als viermal so viel Gehalt, wie er in den vergangenen vier Jahren zusammen erhalten hat. Als er 2014 in der zweiten Runde gedrafted wurde, unterschrieb er einen Vier-Jahres-Vertrag für insgesamt 3,47 Millionen Dollar. Den Dolphins zahlte er das Risiko seiner Verpflichtung mit guten Leistungen zurück. Keine gute Leistung bei der Draft Combine zeigte Landry damals, er galt als nicht leichter Charakter und möglicher Weise etwas langsam für die NFL. Alles Kritikpunkte, die in den vergangenen vier Jahren nicht zutrafen, denn Landry fing jede Saison mindestens 84 Pässe, 2017 führte er gar die Liga mit 112 gefangenen Pässen an - trotz der wenig konstanten Leistungen auf der Position des Quarterbacks (Jay Cutler, Matt Moore, David Fales für den kurz vor dem Saisonbeginn verletzten Ryan Tannehill) in Miami.

Bereits während der Saison und kurz vor der Trading Deadline in der NFL gab es Gerüchte um einen Wechsel von Landry, da Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung keinen Erfolg brachten. Auch beim Pro Bowl sprach Landry davon, dass die Dolphins seine Dienste scheinbar wenig wertschätzten, räumte aber ein, dass noch verhandelt werde und sich beide Seiten seit den letzten Gesprächen während der Saison angenähert hätten. Mit dem "Franchise-Tag" haben nun beide Seiten Sicherheit. Landry wird 2018 in Miami spielen und 16 Millionen Dollar verdienen, die Dolphins haben ihren besten Playmaker weiter unter Vertrag und können bis zum 15. Juli an einer Vertragsverlängerung arbeiten, beziehungsweise gehen bei einem Teamwechsel von Landry nicht leer aus.

Schüler - 21.02.2018

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Auf Dolphins WR Jarvis Landry wartet als Franchise Player nun der große Zahltag (© Getty Images)

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