Steelers halten Browns sieglos

Fatalistische Browns Fans.Das Ziel der Pittsburgh Steelers vor der letzten Partie der regulären Saison war klar. Einige wichtige Stammkräfte sollten geschont und dennoch gegen die sieglosen Cleveland Browns gewonnen werden. Beide Ziele haben die Steelers erreicht. Auch ohne Ben Roethlisberger, Le'Veon Bell, Maurkice Pouncey und einige andere Stammspieler reichte es am Ende zu einem 28:24-Erfolg, der in der Schlussphase aber verloren zu gehen drohte.

Zwei Minuten vor dem Ende hatten die Browns die 27-Yard-Linie der Steelers erreicht. QB DeShone Kizer entkam dem Druck der Steelers und entdeckte den einsam und verlassen an der 10-Yard-Linie stehenden WR Corey Coleman. Kizer warf einen perfekten Pass und Coleman musste nur noch zugreifen. Doch irgendwie rutschte der Ball durch seine Fang bereiten Arme und über die Seitenlinie. Damit war der knappe Erfolg der Steelers gesichert.

Dennoch sind die Sorgenfalten bei den Steelers nicht kleiner geworden. Die Offense der Browns, die ganze Saison über eher eine Lachnummer, erzielte 374 Yards, 272 davon durch Passspiel. Ein ums andere Mal wirkte das Defensive Backfield der Steelers desorientiert und zuweilen planlos. Das wurde besonders deutlich, als WR Rashard Higgins einen kurzen Slantpass von Kizer aufnahm, den ersten Verteidiger abschüttelte und dann zwischen allen Verteidigern hindurch und unberührt bis in die Endzone lief.

Higgins ist dabei wahrlich nicht für seine Schnelligkeit gefürchtet. Eine falsche Position des einen, ein falscher Winkel bei der Annäherung durch einen anderen Verteidiger der Steelers und schon wird daraus ein Touchdown für den Gegner. Diese Fehler waren jedoch nicht nur bei diesem Spielzug, sondern während der gesamten Partie zu beobachten. Da nützte es dann auch nichts, dass die Steelers sechs weitere Quarterback Sacks erreichten und mit 56 für die gesamte Spielzeit einen neuen Teamrekord aufstellten. Die Fehler im Backfield müssen schnell abgestellt werden, sonst ist der Auftritt der Steelers in den Playoffs ein kurzer. Denn die kommenden Quarterbacks sind etliche Klassen besser als DeShone Kizer.

"Ich habe mich völlig sicher gefühlt, dass wir auch ohne einige unserer Stammspieler erfolgreich sein würden. Das haben wir im Vorjahr auch getan. Vor allem unsere jungen Spieler haben heute ein starke Leistung gezeigt. Natürlich hatten wir auch etliche Fehler, die wir abstellen müssen. Aber darum geht es in diesem Geschäft, Woche für Woche besser zu werden", ist Head Coach Mike Tomlin überzeugt.

Die Browns sind derweil das dritte Team in der modernen Geschichte der NFL dass eine ganze Saison ohne einen Sieg beenden muss (1976 Tampa Bay, 2008 Detroit). Allerdings hatten die Buccaneers damals nur 14 Saisonspiele zu bestreiten. Angesichts dieser historischen "Leistung" war der Presseraum der Cleveland Browns nach dem Spiel gut gefüllt. Das war auch Head Coach Hue Jackson nicht entgangen.

"Oh, das sind ja deutlich mehr Leute als sonst", zeigte er sich überrascht, um dann gleich aufs Spiel zu kommen. "Das war eine unglückliche Niederlage heute. Unsere Spieler haben sich noch einmal richtig ins Zeug gelegt. Aber es hat wieder nicht gereicht. Wir sind sieglos geblieben, da gibt es nichts zu beschönigen. Aber glauben sie mir, es gibt keinen Spieler in unserer Kabine, der heute, und auch in den Spielen davor, nicht alles gegeben hat, um zu gewinnen. Aber es hat nicht gereicht. Jetzt schauen wir nach vorne und sind begeistert von unseren Aussichten", sagte er im Hinblick auf die kommende Draft, in der die Cleveland Browns mal wieder aus dem vollen schöpfen können. Hinzu kommt, dass die Browns gut 50 Millionen US-Dollar unter der Gehaltsobergrenze liegen, also auch etliche Free Agents verpflichten können, wenn sie denn wollen.

Und es ist auch schon klar, dass Jackson auch in 2018 wieder die Verantwortung haben wird. Eigentümer Jimmy Haslam hat unmittelbar nach der Niederlage verlauten lassen, dass Jackson auch weiterhin sein Vertrauen genießt. Allerdings halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass die Cincinnati Bengals Jackson als ihren neuen Head Coach verpflichten wollen. Dann wäre der Weg für den neuen Manager John Dorsey frei, um selbst nach einem eigenen Kandidaten zu suchen.

Korber - 01.01.2018

Fatalistische Browns Fans.

Fatalistische Browns Fans. (© Getty Images)

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