Garoppolo verlässt die Patriots

QB Jimmy Garoppolo geht zu den San Francisco 49ersFast schon unvermeidlich schien die Trennung von den New England Patriots und QB Jimmy Garoppolo. In seinem letzten Vertragsjahr ist Garoppolo und da QB Tom Brady keinerlei Ambitionen hegt die Footballschuhe an den Nagel zu hängen (und immer noch wöchentlich Topleistungen zeigt), war bezweifelt worden, dass der junge Quarterback den Patriots ohne den Einsatz des Franchise Titels erhalten bleiben würde. Dies wäre allerdings untypisch für New England gewesen, da man so einem relativ unerfahrenen Spielmacher mit wenig Einsatzzeit in der kommenden Saison rund 18 Millionen hätte zahlen müssen - etwa doppelt so viel wie der zukünftige Hall-of-Famer Brady gemäß seinem Cap-freundlichen Deal erhält.

Bereits vor der Saison gab es Ambitionen mehrerer Teams Garoppolo zu verpflichten, zeigte er doch während der Sperre von Brady vergangene Saison sehr gute Leistungen. Doch einen Erstrundenpick, wie die Patriots ihn forderten, wollte niemand dafür eintauschen, weshalb Garoppolo in New England blieb als Vertreter von Brady. Besiegelt schien es, dass der Quarterback die Saison und seinen Vertrag bei den Patriots beendet, nachdem New England QB Jacoby Brisset an die Indianapolis Colts abgaben als Vertreter für den derzeit dauerverletzten QB Andrew Luck.

Kurz vor der Trade Deadline kam aber doch noch eine Anfrage an die Adresse der Patriots und zwar von den San Francisco 49ers. Einen Zweitrundenpick schickten die 49ers nach New England, dieser ist aber so viel wert wie ein Pick in Runde 1 für Patriots Head Coach Bill Belichick, da die 49ers als derzeit immer noch siegloses Team sehr wahrscheinlich an erster oder zweiter Stelle der Draftreihenfolge in der Draft 2018 auswählen dürfen.

Für Garoppolo eine gute Situation, denn die 49ers hatten mit Rookie C.J. Beathard einen Spieler als Starter, der keine gute Figur abgab. San Francisco hofft nun mit diesem Deal sein Quarterback-Problem lösen zu können, eine Vertragsverlängerung mit Garoppolo könnte ebenfalls in Kürze erfolgen. Allerdings ist dies aus mit einem Risiko verbunden. Denn auch QB Matt Cassel wirkte einst als Brady Backup in seinen Auftritten wie der Heilsbringer anderer Teams, konnte dieser Rolle aber nie gerecht werden. Zudem warnen Beispiele wie die Verpflichtung von QB Brock Osweiler Teams davon unerfahrenen Spielmachern hochdotierte Verträge anzubieten, weshalb Garoppolo nun acht Spiele Zeit hat sich zu beweisen.

Für die Patriots ist dieser Deal Gold wert. Sie bekommen einen hohen Preis für einen Spieler, der zum einen nicht eingesetzt wird, zum anderen auch wahrscheinlich nach der Saison ohne Kompensation das Team verlassen hätte. Problematisch ist nur eins: sollte New England weiter um den Super Bowl spielen wollen, müssen sie nun hoffen, dass QB Tom Brady nichts passiert. Denn derzeit haben die Patriots neben Brady keinen anderen Quarterback mehr im Team, ein noch zu verpflichtender Ersatzmann muss sich erst mit dem Playbook und der Strategie von Belichick vertraut machen.

Die Lösung könnte jedoch an Ironie grenzen. So wird erwartet, dass die 49ers den als Starter für diese Übergangssaison verpflichteten QB Brian Hoyer entlassen. Hoyer spielte einst als Backup von Brady und hat sich in seinen limitierten Einsatzzeiten eine Chance bei der Konkurrenz verdient. Kehrt er nach New England zurück, wäre der Anpassungsprozess sicher einfacher und die Chancen der Patriots im Verletzungsfall von Brady besser. Ein anderer gehandelter Name ist ebenfalls ein ehemaliger 49er: QB Colin Kaepernick. Vor einigen Wochen machte sich Brady stark für den umstrittenen ehemaligen Starter der 49ers, der durch seinen öffentlichen Protest für viele Teams unantastbar scheint - trotz unbestrittenem Talent und Erfahrung. Ihn zu holen könnte eine weitere Option und ein genialer Schachzug der Patriots sein, denn das Team könnte auch Kaepernick dank der Abschirmungspolitik von Belichick ein Umfeld bieten fast in Ruhe seine Karriere wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.

Schüler - 31.10.2017

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QB Jimmy Garoppolo geht zu den San Francisco 49ers (© Getty Images)

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