Saints zittern sich zum Sieg

Auch ohne Touchdown-Pass siegreich: Drew BreesMit einem 20:12 über die Chicago Bears sicherten sich die New Orleans Saints ihren fünften Sieg in Folge. Es war allerdings kein schöner Auftritt von Drew Brees und Co., eher etwas, das im US-Sportjargon als 'lackluster' bezeichnet wird. Die Hausherren hatten zudem das Glück, dass im dritten Viertel ein möglicher Anschluss-Touchdown durch TE Zach Miller von den Schiedsrichtern (vermeintlich zu Unrecht) 'overturned' wurde. Stattdessen gab es nur ein Field Goal von Connor Barth zum 6:14. Doppelt bitter für die Bears: Miller verletzte sich bei dem Fang in der Endzone schwer am Knie.

Trotz dieser und weiterer unglücklicher Wendungen gaben sich die Bears zu keinem Zeitpunkt geschlagen. Vor allem in der zweiten Halbzeit sorgten Running Back Jordan Howard und Rookie-Quarterback Mitch Trubisky für einige Big Plays, hatten jeweils Läufe übers halbe Spielfeld, und verkürzten in den Schlussminuten auf 12:17. Ein zweiter verlorener Fumble von Running Back Mark Ingram innerhalb weniger Minuten gab Trubisky sogar die Chance auf einen 'game-winning drive'. Die Saints-Abwehr war in dieser entscheidenden Phase jedoch zur Stelle, Rookie-Cornerback Marshon Lattimore besiegelte mit seiner Interception schließlich den Zittersieg für New Orleans.

Die zunächst selbstbewusst auftretenden Saints legten einen Start nach Maß hin. Gegen eine Bears-Verteidigung, die seit zwei Spielen - genau genommen: seit neun Spielvierteln und bei ingesamt 28 gegnerischen Ballbesitzen - keinen Touchdown zugelassen hatte, klopften die Saints bereits bei ihrem ersten Angriff an die Endzone. Beim Field Goal von Wil Lutz wurde Cornerback Kyle Fuller in der 'Neutral Zone' erwischt. Ein kostspieliger Fehler: Die Saints bekamen durch die 5-Yard-Strafe ein neues First Down, gleich im nächsten Spielzug erzielte Rooke Alvin Kamara das 7:0 - die beeindruckende Serie der Bears war bereits nach wenigen Spielminuten beendet.

Auch eine Saints-Serie fand im Superdome ein Ende: Seit 2009 hatte New Orleans kein Spiel gewonnen, wenn Brees keinen Touchdown-Pass geworfen hat. Zugegeben: Spiele ohne Touchdown-Pass von Brees kommen nicht besonders oft vor. Andererseits zeigt diese statistische Randnotiz, dass die Saints aktuell längst nicht mehr so abhängig von Brees sind wie das jahrelang der Fall war. Statt Shootouts können auch 'dirty games' gewonnen werden, und solche Arbeitssiege sind tatsächlich neu im Portfolio der Saints. Wie das im Idealfall aussehen kann, zeigten die Saints bei ihrem Touchdown-Drive zum 14:3 im zweiten Viertel. Mit kraftvollen Läufen von Ingram und Kamara, den gefürchteten Screen-Pässen und angetäuschten Screen-Pässen überquerten die Saints flott das komplette Spielfeld, allein Ingram kam in dieser Angriffsserie auf 43 Yards und vollendete aus kurzer Distanz zum 14:3.

Anschließend lief im Saints-Angriff nicht mehr viel zusammen, was auch der bissigen Bears-Abwehr geschuldet war. Brees spielte zwar effektiv mit lediglich fünf unvollständigen Pässen (23 seiner 28 Passversuche fanden ihr Ziel), 299 Yards und keiner Interception; um dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken, stand der 38-Jährige aber zu oft unter Druck. Während der Partie verzeichnete Brees den 6.000. vollständigen Pass seiner NFL-Karriere und ist damit Brett Favre (6.300) und Peyton Manning (6.125) auf den Fersen.

Thoben - 29.10.2017

Auch ohne Touchdown-Pass siegreich: Drew Brees

Auch ohne Touchdown-Pass siegreich: Drew Brees (© Getty Images)

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