Michigan braucht Verlängerung für Sieg

Karan Higdon lief für 200 Yards und drei Touchdowns.Viel Kritik hagelte auf Jim Harbaugh und die Michigan Wolverines nach der enttäuschenden 14:10-Niederlage gegen den Rivalen Michigan State letzte Woche ein. Eigentlich sollte die Mannschaft spätestens dieses Jahr ein Titelkandidat sein, doch stattdessen schien es dank einer extrem schwachen Offense so, als würde es rückwärts gehen.

Die gestrige Partie gegen die Indiana Hoosiers half da sicherlich nicht. Wieder kam der Angriff nicht in Gang und wieder wurde es knapp. Nach einem Field Goal Indianas in den letzten Sekunden ging das Spiel beim Stand von 20:20 in die Verlängerung. Dort brauchten die Wolverines Hilfe von einem Spieler, der schon den ganzen Tag dominant war: Karan Higdon. Der Running Back schaffte es gleich beim ersten Spielzug irgendwie eine Lücke zu finden und rannte über 25 Yards für den Touchdown. Als Indiana die Chance bekam zu antworten, warf der Quarterback Peyton Ramsey bei 4th Down eine Interception, womit Michigan doch noch 27:20 gewann.

Higdon war der einzige Hoffnungsschimmer in Harbaughs Offense. Der Running Back lief bei 25 Versuchen für 200 Yards und drei Touchdowns. Von ihm abgesehen fand der Angriff erst gar nicht richtig statt. John O’Korn, der erneut den verletzten Wilton Speight ersetzte, konnte wieder einmal nicht überzeugen. Zumindest warf er nicht wie letzte Woche drei Interceptions, seine 58 Pass-Yards brachten aber keinen großen Gewinn.

Nachdem Higdon mit noch zehn Minuten auf der Uhr über 59 Yards für das 20:10 gelaufen war, schien es so, als hätte Michigan das Spiel endlich für sich entschieden. Doch J-Shun Harris II lief einen Punt fast für den Touchdown zurück und ermöglichte so einen acht Yard Touchdown-Pass von Ramsey zu Whop Philyor, um auf drei Punkte zu verkürzen. Die Zeit war zwar mittlerweile knapp und der Onside Kick misslang, doch die Hoosiers Defense schaffte sofort ein 3 & Out. Ramsey führte sein Team das Feld hinab und Griffin Oakes glich mit der Uhr auf null tickend aus.

Die Kritiker von Michigan werden nach der gestrigen Leistung jedenfalls kaum verstummen. Die Mannschaft scheint nicht bereit für große Aufgaben zu sein - bedenkt man schon, wie viel Schwierigkeiten sie mit mittelmäßigen Gegnern hat - und der einzig wirklich überzeugende Sieg liegt schon einige Zeit zurück: in Woche eins gegen die Florida Gators. Nächste Woche würde sich jedoch die Möglichkeit anbieten, die Zweifel auszuräumen: Dann geht es nämlich gegen die Nummer drei des Landes, Penn State.

Kai Weiß - 15.10.2017

Karan Higdon lief für 200 Yards und drei Touchdowns.

Karan Higdon lief für 200 Yards und drei Touchdowns. (© Getty Images)

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