Play- Offs an der Ostsee

Auf Neal Howey und seine Mercenaries- Defense wartet in Kiel SchwerstarbeitAm kommenden Samstag ist es endlich soweit. Nach dem Aufgalopp der regulären Saison geht die German Football League mit den Play- Offs in die heiße Phase. Mit dabei - sehr zur Freude der heimischen Footballfans - sind nach Jahren der Abstinenz auch wieder die Marburg Mercenaries. Als Tabellendritter der GFL- Gruppe Süd reist man nunmehr an die Ostsee, um sich dort mit dem Zweitplatzierten des Nordens, den Kiel Baltic Hurricanes zu messen. Trotz der Tatsache, das ganz Football- Deutschland einen Sieg des Nordligisten erwartet oder gerade weil dem so ist, ist die Vorfreude in der hessichen Universitätsstadt spürbar. "Wir fahren ganz entspannt nach Kiel und versuchen die Sensation", fasst Präsident Carsten Dalkowski die Gemütslage des Vereins zusammen, lässt indes keinen Zweifel daran, dass die Mannschaft selbst an sich glaubt. "Innerhalb des Teams herrscht der Glaube das Ding reissen zu können. Genauso muss es sein." Motiviert ist man also auf Seiten der "Söldner" oder um es mit den Worten von Offensive- Tackle Kai Stockfisch zu sagen: "Ich brenne wie eine Fackel."

Die Marburger lassen auf dem Weg zu Sensation nichts unversucht, reisen deshalb schon am Freitag an, um sich auf das "Spiel des Jahres" vorzubereiten. Dazu Defensive Coordinator Sam Weiss: "Die frühe Anreise stärkt den Zusammenhalt, die Regeneration nach anstrengender Busfahrt und gibt uns als Trainerstab die Möglichkeit noch Details mit den einzelnen Positionsgruppen anzusprechen, die ansonsten auf der Strecke bleiben würden." Dies sieht auch das Präsidium der Mercenaries ähnlich: "Es ist bei einer Kick- Off Zeit von 16. 00 Uhr und einer Anreise von rund 500 km am Spieltag ganz einfach unmöglich sein volles Leistungspotential abzurufen. Die Übernachtung ist daher notwendig", so Dalkowski zu den logistischen Gedankenspielen.

Die Favoritenstellung der Gastgeber von der Förde lässt sich nach Abschluss der Saison eindrucksvoll an der inzwischen aussagekräftigen Statistik festmachen. In nahezu allen Kategorien haben die Kieler im Vergleich mit den Marburgern teils deutlich die Nase vorn, so zum Beispiel in den Bereichen "Total Offense" und "Total Defense", vor allem aber in der "Rushing Offense", in welcher man die Pole- Position der gesamten GFL einnimmt. Lediglich in der Spalte "Passing Offense" weisen die Mercenaries bessere Werte auf und so verwundert es wenig, dass viele Insider meinen, bereits den Spielverlauf vor ihrem geistigen Auge haben. Dazu Dalkowski: "Man muss kein Prophet sein, um festzustellen, dass Kiel voraussichtlich versuchen wird uns über das Laufspiel zu schlagen, wohingegen wir sicherlich den Schwerpunkt wieder einmal durch die Luft wählen werden."

Spielentscheidende Bedeutung kommt dabei im grünen Dress der Kieler Running Back Christopher McClendon zu. Der US- Amerikaner von der Oklahoma Panhandle State University erlief bisher 2112 Yards und 20 Touchdowns, Spitzenwert der German Football League. Gut nur, dass auf der anderen Seite des Balles im weißen Trikot der "Söldner" Michael Taylor und Neal Howey auf ihn warten. Das Duo aus Marburg schloss die Saison auf Platz 1 und 3 der Liga im Bereich "Total Tackles" ab und brennt darauf, sich auch an der Ostsee zu beweisen. Marburgs Spielmacher Chad Jeffries,über die Saison mit starken Leistungen, wird einen Spitzentag mit guten Entscheidungen brauchen, um gegen Kiels Defense bestehen zu können. "Den gebrauchten Tag hatte er ja nun schon in Schwäbisch Hall", bemerkt Dalkowski mit einem Schmunzeln und stärkt seinem Quarterback demonstrativ den Rücken: "Wir wissen was Chad kann und wünschen uns den ruhigen, selbstbewussten Athleten, der zum Beispiel gegen Ingolstadt ein überragendes Spiel hingelegt hat."

Kick- Off des Viertelfinals um den German Bowl ist am 16. September 2017 um 16 Uhr im Kilia Stadion von Kiel.

Bredendiek - 14.09.2017

Auf Neal Howey und seine Mercenaries- Defense wartet in Kiel Schwerstarbeit

Auf Neal Howey und seine Mercenaries- Defense wartet in Kiel Schwerstarbeit (© Norbert Schneider)

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