Monarchs müssen sich geschlagen geben

Garret Safron hatte mit seinen Monarchs bis zum letzten Viertel die Nase vorn.Die Dresden Monarchs haben das entscheidende Spiel im Platz 2 in der GFL Gruppe Nord verloren. In einem packenden Match unterlagen sie bei den Kiel Baltic Hurricanes knapp mit 21:24 (0:7/7:7/7:7/10:0).

Es hat nicht sollen sein! Dresden hätte beim Tabellennachbarn Kiel mit mindestens acht Punkten Vorsprung gewinnen müssen, um sich den zweiten Platz in der Tabelle hinter Braunschweig und damit das mögliche Heimrecht in den Playoffs zu sichern. Es hätte klappen können. Bis Mitte des vierten Viertels führten sie im voll besetzten Stadion in Kiel. Zwar "nur" mit sieben Punkten, aber sie führten. Aber dann mussten sie Führung, Punkte und ein bisschen Hoffnung abgeben. Dabei fing alles so gut an. Dresden, zuerst mit dem Angriff auf dem Feld, schmiss den Turbo an und ging nach nur 59 Sekunden in Führung. Erst ein starker langer Lauf von Running Back Joe Bergeron. Und dann ein perfekter Pass von Garrett Safron auf Mike Schallo zum Touchdown (PAT Florian Finke 0:7). Wenig später hätte Dresden gar erhöhen können. Kiel hatte den Ball schnell wieder hergeben müssen. Dresden klopfte schnell wieder an die Endzone. Doch Quarterback Safron ließ bei einem Lauf den Ball fallen. Keine Punkte. Was folgte war über weite Teile der ersten Halbzeit eine reine Defenseschlacht. Die Gastgeber mussten allein im ersten Viertel dreimal punten, kamen erst gut fünf Minuten vor der Pause zum ersten Mal in die Dresdner Hälfte. Die Monarchs Verteidigung machte bis zu diesem Zeitpunkt ein sehr gutes Spiel, hatte vor allem das starke Kieler Laufspiel weitestgehend im Griff. Dennoch der Ausgleich: Kiels Spielmacher Jared Stegman mit einem langen Pass auf Diego Sanchez zum ersten Touchdown für die Canes (PAT Tim Albrecht 7:7). Doch Dresden antwortete schnell: Garrett Safron mit einem starken Lauf über gut 30 Yards in die Endzone zum nächsten Touchdown (PAT Finke 7:14). Pause!

Das Spiel war bis hierhin wie erwartet hart umkämpft, beide Teams unbedingt auf Augenhöhe, Dresden mit der Nase vorn. Ein Spiel, bei dem es auch um Geduld ging und darum Fehler zu vermeiden. Dresden hatte sich schon zwei geleistet. Erst der Fumble von Safron, später unterlief ihm noch ein Fehlpass. Alles Fehler, die in solch einem engen Spiel verhinderten, dass man die Führung hätte weiter ausbauen können. Aber auch Fehler, die dank der aufmerksamen Monarchs-Verteidigung von Kiel nicht in Punkte verwandelt werden konnten. Doch die traten nun ihrerseits bei Wiederanpfiff beeindruckend aufs Gas. Ähnlich schnell und konsequent wie zu Beginn des Spiels von den Dresdnern gezeigt, stürmten sie übers Feld und punkteten. Christopher McClendon mit seinem ersten Touchdownlauf (PAT Albrecht 14:14). Wieder konterte Dresden umgehend. Gleich im ersten Spielzug nach dem Ausgleich bediente Safron Sebastian Sagne mit einem spektakulären 75-Yard-Pass zu erneuten Führung (PAT Finke 14:21).

Jetzt bog dieses Spitzenspieler sicht- und spürbar in die entscheidende Phase. Und beide Teams lieferten sich erstmal ein Festival an Ballverlusten. Dresdens William James mit einer Interception. Dann Joe Bergeron mit dem nächsten Fumble. Wenig später muss Kiel punten und Davyon McKinney verliert beim Fair Catch den Ball. Kiel steht damit kurz vor der Monarchs Endzone mit der Chance zum Ausgleich. Doch stattdessen wirft Stegman die nächste Interception. Das Spiel wogte hin und her ohne dass sich ein Team entscheidend hätte absetzen können. Doch im vierten Viertel schlug das Pendel dann deutlicher in Richtung Kiel. Die Canes setzten jetzt fast ausschließlich auf Laufspiel. Spielmacher Stegman blieb immer öfter an der Seitenlinie und überließ dem Duo Xavier Mitchell und Christopher McClendon das Feld, die sich mit starken Läufen abwechselten. Acht Minuten vor dem Ende folgerichtig der Ausgleich - erneut durch McClendon (PAT Albrecht 21:21). Dresden versucht es noch ein letztes Mal. Doch umsonst. Punt bei noch knapp fünf Minuten zu spielen. Und die Canes gaben den Ball nicht wieder zurück. Wieder ließen sie perfekt Ball und Uhr laufen. Und mit der letzten Sekunde schoss Tim Albrecht die Gastgeber mit einem 24-Yard-Fielgoal in den siebten Footballhimmel. Endstand 24:21.

Dresden hat alles gegeben, Kiel erobert nach zwei Siegen gegen die Monarchs verdient Platz zwei. Bei aller Enttäuschung: die Saison ist für die Monarchs noch lange nicht vorbei. Der Platz in den Playoffs ist sicher. Nächsten Samstag gibts erst mal das letzte Heimspiel der Saison: 15 Uhr im Heinz-Field gegen die Crocodiles aus Köln.

Brock - 28.08.2017

Garret Safron hatte mit seinen Monarchs bis zum letzten Viertel die Nase vorn.

Garret Safron hatte mit seinen Monarchs bis zum letzten Viertel die Nase vorn. (© Brock)

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