Es hat nicht sollen sein

Die Berlin Adler unterliegen den Hamburg Huskies mit 21:35 und müssen nun höchstwahrscheinlich in zwei Relegationsspielen gegen den Sieger der Gruppe Nord der GFL 2 Potsdam Royals um den Klassenerhalt spielen. Nur ein Sieg beim Deutschen Meister und kein weiterer Punktgewinn der Hanseaten könnte sie noch davor bewahren.

Am Engagement der Spieler des sechsfachen Deutschen Meisters hat es nicht gelegen, selten hat man dieses Team in der letzten Zeit so kämpfen sehen. Es hat auch nicht an der Unterstützung der Fans gelegen. Selten war die oftmals leere, aber diesmal mit 2.215 Zuschauern richtig volle Haupttribüne in den vergangenen Jahren so laut wie in diesem Spiel. Die Anhänger der Adler wussten auch um die Wichtigkeit dieses Spiels und feuerten ihr Team über vier Viertel lautstark an, selbst dann noch, als die Lage aussichtslos war.

Den Unterschied in diesem Match machte ein Spieler aus, Hamburgs Running Back Colby Goodwyn. Der machte mit der Defense der Adler was er wollte. Fast jedes GFL-Team der Gruppe Nord mit Ausnahme der Adler hat einen starken US-Running Back, der von allen Verteidigungsreihen schwer aufzuhalten und immer für viele Yards und Punkte gut ist. Oftmals klebten drei Mann am kräftigen US-Boy und brachten ihn nicht zu Boden. Die Adler-D wusste was kommt und konnte es trotzdem nicht verhindern.

Schwacher Trost im Moment aber vielleicht wegweisend für die Zukunft: Die Adler hatten am Samstagnachmittag im Poststadion auch einen sehr guten Running Back. Nojan Darvish machte sein bisher bestes Spiel für seine Farben. Oft unaufhaltsam erzielte der, in der Adler-Jugend noch auf der anderen Seite des Balles agierende Ballträger, fast 100 Yards und etliche First Downs. Wide Receiver Max Zimmermann glänzte im Spiel gegen die Huskies ebenso wie sein Bruder Paul, der eigentlich Quarterback ist, mit schwierigen gelungenen Catches. Und genau da ist man bei einem großen Manko der Adler in dieser Spielzeit angekommen. US-Quarterback Niko Fortino ist nicht derjenige, der unter immensen Druck gegnerischer Passverteidigungen Bälle punktgenau anbringen kann. Dies wurde auch in dieser Partie wieder deutlich. Aber der Reihe nach ...

Die Huskies machten da weiter, wo sie in Hildesheim aufgehört hatten und gingen durch einen Touchdown-Pass über neun Yard von Quarterback John Uribe auf Tobias Nill in Führung. Den PAT zum 7:0 aus Hamburger Sicht und alle weiteren erzielte Benjamin Hamelmann.

Bis hierhin mussten die Adler zwar zwei Mal den Ball per Punt abgeben, zwangen die Gäste aber immer, ihre Drives tief in der eigenen Hälfte beginnen zu müssen, denn auch die Defense der Adler hielt bis in den Schlussabschnitt hinein hervorragend mit. In der D-Line machte ebenfalls ein Adler-Eigengewächs sein bisher bestes Spiel. An Nelson Imasuen kam an diesem Samstagnachmittag selten ein Hamburger Angreifer vorbei. In der ersten Verteidigungsreihe trat noch ein weiterer Spieler wieder in Aktion: Robert Laffin, dessen Nummer 96 nach mehr als 20 Adler-Jahren seit Ende der letzten Spielzeit nicht mehr getragen wird, lief so einfach mal mit der Nummer 95 auf und zeigte so, wie wichtig ihm sein Team immer noch ist. Mit ihm zusammen trat unter anderem auch Defensive Back Steve Seehawer wieder an.

Den Ausgleich für die Gastgeber erzielte Maurice Rothenburg, ebenfalls aus der Adler-Jugend gekommen, nach 15-Yard-Pass von Fortino. Vorausgegangen war ein erfolgreicher ausgespielter vierter Versuch. Mitte des zweiten Spielabschnitts schien es, als könnten die Gastgeber Spielgeschehen und Führung übernehmen. Nach einem von Defensive Back Arne Gehrt, ebenfalls der Adler-Jugend entstammend, abgefälschten Pass, leistete sich sein Spielführer einen Fehlpass. Die Norddeutschen, wieder erfolgreich mit ihrem RB unterwegs, gingen nach finalem Pass auf Nassim Amroun erneut in Führung. WR Bryan Zerbe, in der Adler-Jugend wie Zimmermann auch als QB eingesetzt und ehemaliger französischer Jugendnationalspieler, glich nach kurzem Pass zum 14:14 Halbzeitstand aus.

Der dritte Spielabschnitt war nicht weniger ereignisreich als der vorherige. Nach einem missglückten 45-Yard-Field-Goal-Versuch blieben die Gäste dank eines vom Hauptschiedsrichter verhängten Fouls gegen den Kicker weiter in Ballbesitz. Die Norddeutschen nutzten dieses Geschenk und erzielten nach WR Nassim Amroun zweitem TD-Catch die 21:14 Führung. Die Antwort der Adler erfolgte prompt. Im direkten Gegenzug schüttelte Darvish alle Gegenspieler ab und konnte nur durch den berühmten "Schnürsenkeltackle" noch an Punkten gehindert werden. Diese erzielte mit RB Emmanuel Ampofo ein weiterer ehemaliger Spieler der Adler-Jugend.

Adler-Kicker Manuel Lewerenz, der bis dahin alle PAT verwandelt hatte, scheiterte zu Beginn des Schlussviertels mit einem Fehltritt aus 36 Yards. Die Niederlage der Berliner kam überraschend und schnell. Eben noch "himmelhoch jauchzend", weil Defensive Back Shaquille Frederick nach einem Fumble Goodwyns den Ball für seine Offense eroberte, musste nicht nur er kurz danach "zu Tode betrübt" mitansehen, wie sein Spielführer im vierten Versuch mit einem Intentional Grounding die Niederlage seines Teams einleitete. 67 Yards war der anschließende TD-Pass von Gäste-QB Uribe auf WR Moritz Maack lang und nach Punt des Heimteams versetzte Goodwyn diesem mit einem punktebringenden Lauf aus einem Yard den Todesstoß zum 21:35.

Zwar an das Tabellenende der GFL durchgereicht, ist für die Adler aber noch immer Licht am Ende des Tunnels. Sie haben in den letzten Jahren hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet und Spieler geformt, die ein Team zum Erfolg führen können. Die hervorragenden Leistungen ihres Nachwuchses in den Spielen dieser Saison sind das positive, was die gelb-schwarzen mit in ihre Zukunft nehmen müssen.

Thomas Sellmann - 27.08.2017

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