Alabama bleibt das "Team to beat"

Alabama ist auch in diesem Jahr ein "sicherer" Kandidat für die Playoffs und der Favorit auf den Gewinn der National Championship.Mit mehrheitlich den "üblichen Verdächtigen" als Favoriten auf das Erreichen der Playoff-Plätze beginnt am Samstag die neue Saison in der FBS. Der Auftakt wird allerdings eher lauschig, denn Leckerbissen bieten die fünf vorgezogenen Partien noch nicht. Das richtige Football-Feeling wird erst eine Woche später am Labor Day Weekend, dem traditionellen Auftakt der College-Saison, aufkommen, an dem dann auch gleich eines der potenziellen Top-Spiele der Saison (Alabama gegen Florida State in Atlanta) auf dem Programm steht. An diesem Wochenende wird das Interesse in erster Linie Stanford gelten. Wie schon im letzten Jahr, geht die Pac-12 Conference auf Werbetour nach "down under". In Sydney (Australien) spielt Stanford gegen Rice. Der zu befürchtende einseitige Spielverlauf schmälert den Wert der Partie unter Marketing-Gesichtspunkten gewiss, aber dafür stellt sich - nach California und Hawaii im letzten Jahr - dieses Mal mit Stanford ein Team in Sydney vor, das seit rund einem Jahrzehnt beständig vorn mitmischt und als Talentschmiede für NFL-Stars wie QB Andrew Luck auch bei den Football-Fans außerhalb der USA einen guten Namen hat.

Aus us-amerikanischer Football-Sicht interessiert an dem Spiel vor allem, zu sehen, wie sich Stanford nach dem Abgang der jeweils besten Spieler in Angriff und Abwehr, RB Christian McCaffrey und DE Solomon Thomas, schlägt und ob das Team von Head Coach David Shaw ein ernsthafter Herausforderer für die beiden Hauptanwärter auf den Pac-12-Titel, den letztjährigen Conference Champion Washington und das wiedererstarkte USC, sein kann. Rice ist dafür natürlich kein wirklicher Gradmesser, aber ein reibungsloser Einstieg in die Saison ist für Stanford umso wichtiger, als man bereits im zweiten Spiel am 9. September auf erwähntes USC trifft.

Mit USC und Washington ist man dann auch schon beim "Big Picture" für die neue Spielzeit. Was kann man erwarten? Wer sind die Favoriten? Und wer sind die Geheimtipps, die den erklärten Favoriten einen Strich durch die Rechnung machen könnten? Die Frage nach den Favoriten ist schnell beantwortet. Alabama, das in den drei Jahren seit Einführung der Playoffs als einziges Team immer in der KO-Runde mit dabei war und immer das Finale erreichte, ist der Top-Favorit. Die knappe Niederlage im letztjährigen Finale gegen Clemson (31:35) schmälert den Nimbus des kaum zu schlagenden Über-Teams nicht im geringsten. Hätte Clemson damals nicht in buchstäblch letzter Minute einen Angriff für die Geschichtsbücher aufs Feld gezaubert, wäre Alabama wieder mal als Sieger vom Platz gegangen, und dieser neuerliche Titelgewinn wäre völlig verdient gewesen. Das plus die Souveränität, mit der Alabama damals ins Finale eingezogen war, die verbliebenen Leistungsträger und die Fülle talentierter Nachrücker machen das Team erneut zu ersten Anwärter auf den Titel. Das Erreichen der Playoffs wird von der Mannschaft ohnehin erwartet.

Zugegeben, der Rekordmeister verlor die Hälfte der letztjährigen ersten Garnitur, und angesichts des Verlustes von fünf Stammspielern aus den "Front Seven" (Defensive Linemen und Linebacker) könnte die Abwehr anfangs etwas anfälliger sein als gewohnt, aber in der Ära von Head Coach Nick Saban hatte Alabama nie Probleme, Leistungsträger zu ersetzen, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass das dieses Mal anders sein wird. Der Härtetest kommt für die Abwehr gleich im ersten Spiel, wenn es gegen Florida State geht. Gut möglich, dass Alabama in diesem Spiel mehr Punkte kassieren wird als normalerweise (letzte Saison 13 Punkte pro Spiel), aber der Angriff mit QB-Jungstar Jalen Hurts, den Running Backs Damien Harris und Bo Scarbrough und WR Calvin Ridley wird seinerseits die Abwehr der Seminoles ordentlich fordern. Und die Historie spricht vor dieser ersten Partie auch für Alabama. Das Team spielt seit Jahren zum Auftakt gegen starke Gegner und gewinnt diese Spiele auch immer. Im letzten Jahr etwa fegte man USC zum Auftakt mit 52:6 vom Platz. Und kein aktiver Head Coach hat so viele Siege gegen Top-Ten-Gegner auf dem Konto wie Nick Saban (31). Aber selbst eine Niederlage gegen Florida State wäre für Alabama noch nicht das Ende der Playoff-Ambitionen. Wenn man anschließend alle übrigen Spiele gewänne und mit einer Niederlage in der Bilanz SEC Champion würde, wäre man sicher in den Playoffs.

Die Playoffs müssen auch für Ohio State das Mindestziel sein, nicht nur nach dem Eigenverständnis des Teams. 15 verbliebene Stammspieler, darunter QB J.T. Barrett, und ein günstiger Spielplan mit Heimvorteil gegen die beiden potenziell stärksten Gegner (Oklahoma und Penn State), bieten beste Voraussetzungen. Im letzten Jahr war der personelle Umbruch größer, das Programm härter, und trotzdem hatte man die Playoffs erreicht - auch wenn das ohne vorherigen Gewinn des Conference-Titels umstritten war. Jetzt hat Head Coach Urban Meyer ein gereifteres Team zur Verfügung, das wieder näher am Niveau der Meistermannschft von 2014 ist. Natürlich haben auch die Buckeyes ihre Baustellen. Das Passspiel zum Beispiel war in der letzten Saison zu schwach, was sich vor allem bei der 0:31-Playoff-Klatsche gegen Clemson zeigte, als man nach dem frühen 0:10-Rückstand in der Offensive ohne vernünftige Pässe keinen Weg fand, wieder heranzukommen. Es wird erwartet, dass der neue Offensive Coordinator Kevin Wilson, der in den letzten Jahren als Head Coach das schwache Indiana vor allem offensiv wieder auf Vordermann gebracht hatte, diesem Teil des Angriffs wieder zu mehr Durchschlagskraft und Beständigkeit verhelfen wird.

Neben Alabama und Ohio State haben nach derzeitigem Stand USC und Florida State die besten Chancen auf das Erreichen der Playoffs. Das große Plus von USC ist die Offensive, die zwar das Gros ihrer Stammkräfte verlor, aber einige hochkarätige junge Spieler aufbietet, allen voran QB Sam Darnold, der 2016 eine tolle erste College-Saison gespielt hatte (3.086 Yards, 31 Touchdowns, 9 Interceptions). Begünstigt wird das Unternehmen Playoffs durch den Spielplan. Zwar müssen die Trojans gegen ihre zwei potenziell schwersten Regular-Season-Gegner schon frühzeitig spielen, gegen Stanford in Woche zwei und gegen Texas in Woche drei, aber beide Spiele finden in Los Angeles statt. Außerdem ist der Saisonauftakt (Western Michigan statt Alabama) leichter, und auf das potenziell beste Team aus der North Division der Pac-12, den letztjährigen Conference Champion und Playoff-Halbfinalisten Washington, trifft man dieses Mal frühestens im Pac-12 Championship Game. Im letzten Jahr hatte der anspruchsvolle Auftakt (nebem dem Spiel gegen Alabama Auswärtsspiele bei Stanford und Utah innerhalb der ersten vier Spieltage) einen Fehlstart (1-3) zur Folge, den man trotz neun Siegen in Folge nicht mehr ganz wettmachen konnte. Dieses Mal werden die Trojans in alle zwölf Punktspiele als Favorit gehen. In der starken Pac-12 gänzlich ungeschoren durch die Saison zu kommen, ist zwar schwer, aber wenn USC nicht mehr als einmal verliert, ist das erstmalige Erreichen der Playoffs wahrscheinlich.

Bei Florida State ist vor dem Saisonstart die Abwehr der bessere Mannschaftsteil. Nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Hälfte der letzten Saison ist sie mit neun verbliebenen Stammspielern plus Rückkehrer Derwin James auf der Free-Safety-Position (2016 mit einer Verletzung frühzeitig ausgefallen) eine der potenziell besten Abwehrreihen für die neue Spielzeit. Der personell stark umgekrempelte Angriff wird anfangs etwas Zeit brauchen, hat dank vieler junger Top-Talente wie QB Deondre Francois, WR Nyqwan Murray oder RB Cam Akers aber das Zeug dazu, mindestens genauso stark zu werden, wie die letztjährige Angriffsformation. Wichtig wird für die Seminoles auch sein, dass sie sich von der zu erwartenden Auftaktniederlage gegen Alabama nicht entmutigen lassen, auch wenn diese deutlich ausfallen sollte. Das übrige Programm ist ausgesprochen anspruchsvoll und nur mit der richtigen Siegermentalität zu meistern. Im November muss man innerhalb von zwei Wochen gegen den letztjährigen National Champion Clemson und gegen den Lokalrivalen Florida auswärts antreten, und auch die Heimspiele gegen Miami und North Carolina State im September und gegen Louisville im Oktober werden den Seminoles alles abverlangen.

Hinter diesen vier Teams gibt es eine größere Gruppe von Teams, die man zum erweiterten Kreis der Playoff-Anwärter zählen darf, viele davon Teams, die auch im letzten Jahr vorn mitgespielt. Dazu gehören Washington und Oklahoma ebenso wie das letztjährige Überraschungsteam Penn State und National Champion Clemson. Für den Titelvertteidiger wird es allerdings schwer, zwei Endspiel-Teilnahmen in Folge ein dritte folgen zu lassen. Die Tigers verloren eine Reihe wichtiger Spieler, allen voran QB Deshaun Watson und RB Wayne Gallman. Das wird die Mannschaft gewiss schwächen, zumindest am Anfang der Saison, und so droht bei zwei schweren Spielen in den ersten drei Wochen der Saison (zu Hause gegen Auburn und eine Woche später bei Louisville) ein frühzeitiger Abschied aus dem Kreis der Playoff-Kandidaten. Aber auch wenn man diese beiden Spiele gewinnen sollte, bleiben mit den späteren Partien bei Virginia Tech und North Carolina State sowie gegen Florida State, im Übrigen alles Gegner, gegen die man letzte Saison nur knapp und teilweise mit viel Dusel gewonnen hatte, noch genügend weitere Hürden auf dem zu einer Titelverteidigung.

Der härteste Konkurrent für den Top-Favoriten Alabama könnte im Laufe der Saison aber ein Team werden, das seit der Endspiel-Teilnahme von 2013 den Anschluss an die Spitze verloren hatte: der Lokal- und Divisionsrivale Auburn. Die Tigers sind in vielen Bereichen personell genauso gut besetzt wie die anderen erwähnten Teams. Was ihnen zuletzt fehlte, war ein guter Quarterback. Den hat man jetzt mit Neuzugang Jarrett Stidham, dessen College-Karriere 2015 bei Baylor begonnen hatte, wahrscheinlich gefunden. Ob Stidham das Team tatsächlich zum Playoff-Anwärter machen kann, wird sich früh zeigen, wenn man am 9. September bei Clemson antritt. Ein Sieg beim Champion würde Auburn sofort in die Spitzengruppe katapultieren. Allerdings ist der Weg in die Playoffs für kein Team so hart wie für die Tigers. Im weiteren Verlauf der Regular Season stehen noch knifflige Auswärtsspiele gegen LSU, Texas A & M und Arkansas sowie ein Heimspiel gegen Georgia auf dem Programm, und zum Abschluss der Punktspiele kommt es dann noch zum Duell mit Alabama. Letzteres wird man auf jeden Fall gewinnen müssen, wenn man in die Playoffs will. Aber der Weg zum Titel führt für alle ohnenhin nur über Alabama.

Hoch - 21.08.2017

Alabama ist auch in diesem Jahr ein "sicherer" Kandidat für die Playoffs und der Favorit auf den Gewinn der National Championship.

Alabama ist auch in diesem Jahr ein "sicherer" Kandidat für die Playoffs und der Favorit auf den Gewinn der National Championship. (© Getty Images)

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