Rebels verlieren Spiel auf Augenhöhe

Die Berlin Rebels unterliegen am Samstagnachmittag den gastgebenden Dresden Monarchs mit 38:45 und rutschen zwischenzeitlich auf Platz 5 in der Tabelle der GFL Gruppe Nord ab.

Anders als beim Hinspiel vor zwei Monaten präsentierten sich die Berlin Rebels bei ihrem Auftritt in der sächsischen Hauptstadt. 2080 Zuschauer sahen bis in den Schlussabschnitt hinein einen offensiven Schlagabtausch zweier gleichwertiger Mannschaften, der nicht nur den Zuschauern kaum Zeit zum Luftholen ließ und eine Werbung für den Football war. Dabei agierten beide Defensivabteilungen nicht immer souverän, was sich nicht nur in den vielen erzielten Punkten, sondern auch in der großen Anzahl von erzielten Big Plays widerspiegelte. Bei den Gästen machte sich vor allem das Fehlen von Safety Andrew Bernadini bemerkbar, die Lücke in der Mitte der Rebels-Secondary wurde von den Wide Receivern der Monarchs mehrfach genutzt.

Das muntere Hin und Her, bei dem immer die Gastgeber vorlegten und die Gäste aufschlossen, eröffnete Dresdens Quarterback Garret Safron nach gut zwei Spielminuten mit einem 19-Yard-Touchdown-Pass auf den Berliner Max von Wachsmann, der seit Saisonbeginn in den Farben der Königlichen spielt. Der erste PAT von Florian Finke fand ebenso sein Ziel wie alle folgenden und auch die von Rebels Kicker Phillip Friis Andersen. Nur drei Minuten später glichen die Hauptstädter aus. Im Gegensatz zum Hinspiel, bei dem den Rebellen beide Top Running Backs fehlten, setzte Head Coach Kim Kuci diesmal vornehmlich auf den Lauf und das erfolgreich. Larry McCoy, der im gesamten Spiel über 150 Laufyards erzielte, kam mit seinem TD-Lauf über fünf Yards zu seinen einzigen Punkten des Tages. Wide Receiver Mike Schallo nach Pass über 11 Yards brachte die Hausherren kurz vor dem ersten Seitenwechsel erneut in Führung.

Die Rebels hielten dagegen und Wide Receiver Alexander Tounkara, nutzte auch in diesem Spiel ein ums andere Mal seinen Größenvorteil gegenüber den gegnerischen Defensive Backs. Nur ihm war es möglich, den 51-Yard-Pass von Quarterback James Harris zu erreichen, mit dem die schwarz-silbernen zum zweiten Mal ausgleichen konnten. Die unbeeindruckten Gastgeber waren nur drei Minuten später erneut auf der Anzeigetafel. Diesmal war es Hendrik Hinrichs, der die Secondary der Rebels düpierte, vorangegangen waren unter anderem Läufe von Dresdens Running Back Joe Bergeron, der diesmal wieder weit über 100 Yards erzielte, aber ohne Punkte blieb. Im Gegenzug brachte Larry McCoy seine Farben mit einem Lauf über das halbe Spielfeld in hervorragende Ausgangsposition. Aber die Rebels konten diesmal nicht egalisieren. Nach einer Strafe wegen Spielverzögerung, die es bei den Berlinern immer noch viel zu oft gibt und zwei Läufen von Smith ohne wirklichen Raumgewinn, mussten sie von der 33-Yard-Linie der Goldhelme kicken. Andersen erledigte das mit Bravour und hielt die Rebels somit wenigstens auf Schlagdistanz.

Von Wachsmann, wieder nach 19-Yard-Pass, erhöhte auf 28:17 und die Sachsen, noch nicht ganz wieder auf das aktuelle Spielgeschehen fokussiert, ließen Rebels Defensive Back Jamaal White beim Kickoffreturn über 85 Yards in die eigene Endzone laufen. Zwei Minuten vor Ende der ersten Halbzeit erzielten nun auch die Gastgeber ihr erstes und einziges Field Goal an diesem Samstag. Vorangegangen war der erste und einzige Punt des Tages.

Beim Halbzeitstand von 24:31 aus ihrer Sicht wollten es die Charlottenburger natürlich nicht bewenden lassen. Als erste wieder in Ballbesitz gekommen, bewegten McCoy und Chris Smith den Ball bis tief in die Red Zone der Gastgeber. Die Rebels wagten erfolgreich einen vierten Versuch und hatten anschließend Glück, dass eine Interception von Dresdens Ike Summerfield wegen eines späten Angriffs auf Harris keine Anerkennung fand. Für das nun noch fehlende Yard sorgte der Spielführer der Rebels selbst. Dresdens Hendrik Hinrichs stellte nach 31-Yard-Pass von Safron die Führung der Sachsen wieder her und anschließend wurden zum letzten Mal die Seiten gewechselt.

In einer von beiden Seiten überaus fair geführten Partie leitete ausgerechnet eine Strafe den erneuten Ausgleich ein. Kim Kuci griff zum ersten Mal in die Trickkiste und ließ Harris auf den auf das Spielfeld gekommenen Jamaal White werfen. Eine Kombination, die es in anderen Spielen schon zu sehen gab, die die Monarchs aber offenbar nicht auf dem Schirm hatten. White, fast ungedeckt, spazierte über links außen in die Endzone der Gastgeber.

Der zweite Griff in die Trickkiste folgte unmittelbar danach bei noch über zehn Minuten verbleibender Spielzeit. Diesmal waren die Berliner nicht erfolgreich und es sollte sie letztendlich auch den Sieg kosten. Der Onsidekick landete beim Gegner und dieser benötigt nur 86 Sekunden für die verbleibenden 42 Yards und das 45:38. Erneut punktete Mike Schallo, diesmal nach Pass über 33 Yards. Alle Zeit der Welt blieb den Rebels aber jetzt noch für einen erneuten Ausgleich. Sechs Minuten später hatten die Rebels, an der 43 der Monarchs stehend, alle möglichen Versuche und Auszeiten aufgebraucht und mussten mitansehen, wie der Tabellendritte die Uhr auf Null herunterlief.

Thomas Sellmann - 20.08.2017

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