Adler verlieren auch gegen Köln

Niko FortinoBei der 27:38-Niederlage der Adler gegen die Cologne Crocodiles wurde den 510 Zuschauern viel Offensivfootball geboten. Auch wenn die Berliner letztlich mit 27:38 ihr 11. GFL-Spiel in Folge verloren, machte das Auftreten einigen Mut für den Showdown gegen die Hamburg Huskies am kommenden Samstag im Poststadion. Dann muss endlich mal wieder ein sieg her, will man sich nicht im nächsten Jahr in der zweiten Liga wiederfinden.

Crocodiles Kevin Parks war nicht zu stoppen. So die schlechte Nachricht für die Adler gleich am Anfang. Was sonst noch so drumherum passierte war meist spannender Football. Dabei ging es eigentlich denkbar schlecht für die Hausherren los. Nach einem sehr guten Kickoff Return vom wiedergenesenen Max Zimmermann wurden die Adler nach drei erfolglosen Versuchen wieder vom Feld geschickt. Manch Adler Fan dachte da wohl schon: "Geht das schon wieder los". Diese Gedanken schienen die Spieler gehört zu haben. Im dritten Versuch der Kölner konnte der Ball von der Adler Defense freigeschlagen werden und Angel Cabrera Venegas sicherte ihn sich an Kölns 40-Yard-Line. Was in den letzten Wochen fast überhaupt nicht geklappt hatte, funktionierte diesmal wie am Schnürchen. Innerhalb kürzester Zeit verwandelten die Adler diesen Turnover in Punkte. Niko Fortinos Pass fand Max Zimmermann für 25 Yards in der Endzone und auch der anschließende Extrapunkt wurde von Manuel Lewerenz traumhaft sicher verwandelt.

Doch war wie anfangs erwähnt Parks nicht zu stoppen. Ein langer Drive der Kölner mit gefühlten 85 Prozent Parks-Anteil führte dann zum Ausgleich nach einem 23-Yard-Lauf von ebendem. Die Adler ließen im Gegensatz zu den letzten Wochen aber nicht die Köpfe hängen und antworteten prompt mit einem weiten Manuel-Lewerenz-Field-Goal aus 45 Yards Entfernung. Kaum vorstellbar in den letzten Spielen. Im direkten Gegenzug brachte das Running Back Duo Kevin Parks und Andre Frisch aber die Crocodiles wieder in Position und Parks sorgte mit seinem zweiten Touchdown des Tages für die erstmalige Kölner Führung. Wer jetzt dachte der Wiederstand der Adler sei gebrochen, war auf dem Holzweg. Bis zum Ende der ersten Halbzeit ging es munter hin und her, punkten konnten die Mannschaften allerdings nur noch jeweils mit einem Field Goal. So ging es mit einem knappen 13:17 in die Halbzeit.

Die Gastgeber hatten also durchaus noch Hoffnung einen Überraschungscoup landen zu können, doch folgte nun das obligatorische Problemviertel der Adler in dieser Saison. Mit viel Laufspiel und den Rushing Touchdowns drei bis fünf (zweimal Parks, einmal Frisch) konnten die Kölner das Ergebnis in nicht einholbare Sphären schrauben. Während die Adler zwischen den Ballbesitzen der Krokodile jeweils nach drei Versuchen den Ball wieder abgeben mussten. Knapp sieben Minuten vor Ende des Spiels stand folglich ein 13:38 auf der Anzeigetafel und die meisten Zuschauer dachten wohl: "Gut gekämpft, aber wieder kein Sieg".

Doch nach einem zu kurzen Kickoff standen die Berliner schnell wieder in der Kölner Hälfte. Dann befand sich die komplette Kölner Deckung auf einmal im Tiefschlaf. Fortino warf eine 46-Yard-Bombe auf den völlig allein gelassenen Sydney Plewinski, welcher dann schon fast in die Endzone tänzeln konnte, weit und breit kein Verteidiger zu sehen. Auch der Extrapunkt von Manuel Lewerenz saß.

Beim folgenden Kickoff rechneten die Kölner mit einem Onside Kick. Die Berliner kickten aber völlig normal. Dies schien auch den Returner zu überraschen, welcher den Ball an der 16-Yard-Linie fallen ließ, aber sofort wieder sichern konnte. Doch dann warf Backup QB Jan Weinreich den Football direkt in die Arme von Adler LB Shaquille Frederick und dieser lief bis an die 10-Yard-Linie der Kölner. Danach fand Fortino Zerbe für 20 Yards in der Endzone zum 27:38. Danach versuchten die Berliner einen Onside Kick, der aber von den Kölnern gesichert werden konnte. Zwar kamen die Adler schnell noch einmal in Ballbesitz, aber zählbares gelang ihnen nicht mehr, sodass der Sieg nach Köln ging.

Jan Sawicki - 20.08.2017

Niko Fortino

Niko Fortino (© Weber)

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