Crocodiles eine Halbzeit ebenbürtig

1.422 Besucher fanden den Weg ins FlughafenstadionDie Cologne Crocodiles haben am Sonntag bei sommerlichen Temperaturen die Dresden Monarchs und 1.422 Besucher zu Gast im heimischen Flughafenstadion gehabt. Die letzte Begegnung beider Teams lag nunmehr schon 14 Jahre zurück und die Gäste reisten als Tabellendritter an den Rhein. Da die Monarchs dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen begehen, kam der Kölner Head Coach Patrick Köpper der Bitte des Jubilars im Vorfeld der Begegnung gerne nach und überließ dem Gegner die Trikotwahl. So spielte der Aufsteiger in den weißen Auswärtstrikots und Dresden in ihren gewohnten dunkelblauen Jerseys.

Da der Andrang an den Kassen doch enorm war wurde der Kickoff um ein Viertelstunde verschoben. Die Elbstädter entschieden sich nach gewonnenem Münzwurf für das erste Angriffsrecht. Zunächst marschierten die Monarchs auch munter und stetig das Feld herunter. Doch dann fischte Kölns Verteidiger Yunes Rahimi einen Pass des Dresdner Spielmachers zwei Yards vor der eigenen Endzone aus der Luft und trug diesen bis an die Mittellinie zurück. Diese Gelegenheit liessen sich die Gastgeber nicht nehmen und so war es schließlich Kölns Quarterback Benjamin Mentges, der wenige Spielzüge später selbst die letzten Meter in die Endzone zum 7:0 überwand. Doch gleich in der Folge zeigten die Gäste ihre Klasse und returnierten quasi postwendend im nächsten Angriff per Lauf und anschließendem Kick zum 7:7 Ausgleich. Damit endete auch bereits das erste Spielviertel.

Nach dem Seitenwechsel bediente Benjamin Mentges seinen US Receiver Trevor Alan Vasey mit einem Pass über 50 Yards zur 14:7-Führung. Doch auch diese Punkte konnte der Gast von der Elbe egalisieren und kam ebenfalls durch die Luft zum 14:14-Ausgleich. Kurz vor der Halbzeit erhöhten die Monarchs dann ihrerseits auf 14:21-Halbzeitstand.

Nach Wiederanpfiff nutzte Köln gleich seinen ersten Drive mit einem sehenswerten 75 Yard Pass von Spielmacher Benjamin Mentges auf erneut Trevor Alan Vasey zum 21:21-Ausgleich. Bis zu diesem Zeitpunkt spielten die Kölner absolut auf Augenhöhe und forderten den Gästen alles ab. Doch das sollte sich nun ändern. Im direkten Anschluss ließ der Dresdner Angriff um ihren überragenden Quarterback Garrett Safron die Kölner Verteidigung erneut alt aussehen. Zunächst ein Lauf über 60 und in der Folge für die restlichen 10 Yards fanden sie rasch den Weg in die Kölner Endzone und erhöhten auf 28:21. Der Kölner Angriff mühte sich in der Folge redlich und bewegte durchaus immer mal wieder den Ball. Für weitere Punkte sollte es jedoch nicht mehr reichen an diesem Tag. Anders der Favorit aus Sachsen. Noch im dritten Spielabschnitt legten Sie mit Touchdown fünf und sechs nach und verdoppelten auf 42:21.

Anfang des vierten Viertels stellte der sichere Playoff-Teilnehmer mit einem weiteren Lauf in die Kölner Endzone noch den doch klaren 49:21 Endstand her. Im Schlussabschnitt erhielten ansonsten die Back-Ups auf beiden Seiten noch ihre Einsatzzeiten. So führte der ehemalige Quarterback der Juniorennationalmannschaft und zweifache Junior Bowl-Gewinner, Jan Weinreich, seine Mannschaft noch einmal mit sehenswertem und abwechslungsreichem Spiel in Richtung Dresdner Endzone. Doch kurz vor der Linie konnte auch dieser Versuch von der aufgeweckten Verteidigung gestoppt werden, so dass die Monarchs nur noch die Zeit auslaufen lassen mussten.

Head Coach und Defensive Coordinator Patrick Köpper haderte nach dem Spiel denn auch weniger mit der Tatsache, das Spiel gegen einen so starken Gegner verloren zu haben. Vielmehr stellte er erneut die Motivation und Einstellung bei einigen seiner noch jungen Spieler in Frage. "Um in dieser Klasse der GFL oder gar irgendwann auf Europaebene auf Dauer bestehen zu können, reicht es eben nicht, nur einmal die Woche zum Training zu kommen. Da ist voller Einsatz gefragt, zwei- bis dreimal die Woche beim Teamtraining und die übrige Zeit Kraft- und Videotraining. Neben Schule, Studium beziehungsweise Beruf sowie Familie und Freunde sind eben noch nicht alle bereit, diesen absoluten Siegeswillen sowie die unbedingte Bereitschaft, auf seiner jeweiligen Position zu den Besten gehören zu wollen und entsprechend zu arbeiten, an den Tag zu legen. Mit dem Auftritt unseres Angriffs heute war ich grundsätzlich sehr zufrieden. Sie bewegten den Ball teils gut, darauf kann man aufbauen. Aber die Einstellung der Verteidigung hat mich heute enttäuscht.", so Köpper.

Und ergänzte abschließend: "Es ist natürlich darüber hinaus nicht hilfreich, dass wir dieses Jahr gerade in diesem Mannschaftsteil extrem vom Verletzungspech verfolgt sind. Auch heute waren erneut einige Ausfälle hinzunehmen. Der überraschende und in seiner Art und Weise menschlich nicht nachvollziehbare plötzliche Weggang von US Linebacker Makani Falefuafua Kema-Kaleiwahea nach Japan unter der Woche hat uns heute sicher ebenfalls extrem geschadet."

Tillmann - 15.08.2017

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1.422 Besucher fanden den Weg ins Flughafenstadion (© Tillmann)

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