Thun schlägt erstmals Zürich

Am Sonntag reisten die Tigers nach Zürich um sich mit den dort ansässigen Renegades zu messen. Der Absteiger aus der NLA war schwach in die Saison gestartet, hatte sich mit zwei Siegen gegen die Jets und die Pirates aber etwas wiedergefunden. Die Tigers wussten also, dass ein harter Brocken auf sie warten würde. Dies gab der Motivation einen zusätzlichen Schub. Nur das Wetter war den Akteuren auf dem Platz nicht hold.

Nach gewonnenem Coin Toss starteten die Tigers mit der Offense in das Spiel in der Hoffnung, die letzten trockenen Minuten dieses Sonntagnachmittags zu nutzen. Doch Petrus meinte es nicht gut, denn pünktlich zum Kickoff wurden die Schleusen geöffnet und es schüttete aus Kübeln und windete stark. Als nach wenigen Spielzügen der Tigers-Offense auch Blitz und Donner einsetzten mussten die Offiziellen die Partie unterbrechen und die Spieler zogen sich in die Garderoben zurück. Nach einer halbstündigen Pause war das Unwetter vorüber und es konnte weitergehen. Allerdings war die Konzentration anschliessend auf dem Tiefpunkt, so dass das Angriffsrecht mehrere Male die Seite wechselte. Nach der harzigen Anfangsphase legten die Tigers einen guten Drive auf den Rasen und marschierten knapp 90 Yards über das Feld und standen kurz vor der Zürcher Endzone. Doch beim anschliessenden Run fumbelte der Thuner Ballträger und der Ball konnte von einem Verteidiger in der Endzone gesichert werden. Die Schiedsrichter entschieden, dass der Ball vor dem Erreichen der Endzone freigeschlagen wurde und so war es ein Touchback und die Tigers Offense musste ohne Punkte vom Feld.

Die Renegades konnten daraus allerdings keinen Profit schlagen, denn die Defense der Oberländer stand wie ein Bollwerk und ließ kaum etwas zu. Auch nachdem der Tigers Quarterback im anschliessenden Drive eine Interception warf, konnten die Renegades die hervorragende Feldposition nicht nutzen. Nach drei wenig ergiebigen Versuchen, entschieden sich die Gastgeber für einen Field-Goal-Versuch, dabei verfehlte der Ball allerdings das Tor. Nach einem weiteren offenen Schlagabtausch, während dem keines der Teams Oberwasser gewinnen konnte, setzten die Tigers gegen Ende der ersten Halbzeit zum letzten Angriffsversuch an. Auf einmal fügten sich die Teile zusammen und der präzise Pass des Thuner QB #7 Nicolas Leibundgut fand den freistehenden WR #81 Marc Walker in der Endzone, wodurch sich die Tigers endlich die ersten Punkte gutschreiben lassen konnten (ZR 00:07 TT; PAT good). Das war die letzte Aktion in der ersten Halbzeit.

Nach der Pause konnten die Zürcher mit der Offense starten. Diese hatte die bisher beste Phase des Spiels und konnte nach einem langen Drive mit einem schönen TD-Pass ausgleichen (ZR 07:07 TT; PAT good). Die Thuner Offense war noch immer nicht in der zweiten Halbzeit angelangt und musste nach nur drei Versuchen den Ball erneut punten. Die Renegades konnten den Ball allerdings blocken und sichern. So kamen sie 12 Yards vor der Tigers-Endzone erneut in Ballbesitzt. Aufgrund der sehr stark aufspielenden Defense der Oberländer mussten sich die Gastgeber allerdings mit einem Field Goal begnügen und gingen so mit nur drei Punkten in Führung (ZR 10:07 TT). Nach einem weiter Fumble der Tigers ergatterten sich die Zürcher erneut mit guter Feldposition das Angriffsrecht. Diesmal konnten sie daraus allerdings garkeinen Profit schlagen und mussten nach einem erfolglosen vierten Versuch das Feld gleich wieder verlassen. Nun war es wider die Thuner Offense, welche mit einem kontrollierten Drive über das gesamte Feld marschierte und diesen mit einem TD-Pass auf WR #87 Adrian Jüsy abschloss (ZR 10:14 TT; PAT good). Die Zürcher konnten im Anschluss nicht mehr antworten, denn beim vierten Versuch misslang der Snap, so dass der Thuner LB #33 Jonathan Jeitziner den Zürcher Ballführer in seiner eigenen Endzone stoppen konnte, woraus eine Safety resultierte (ZR 10:16 TT). In den verbleibenden Sekunden konnten die Zürcher das Spiel nicht mehr drehen, so dass die Tigers erstmals überhaupt gegen die Renegades siegreich vom Feld gingen.

Aus Tigers Sicht ist der Matchwinner eindeutig die gesamte Defense. Einzelne Spieler hervorzuheben ist an dieser Stelle nicht nötig. Das Kollektiv hat mit einer herausragenden Leistung den Sieg ermöglicht. In Thun zeigt die Formkurve derzeit eindeutig nach oben und so darf man gespannt sein, ob in zwei Wochen im Lachenstadion die Tigers weiterjubeln. Der Gegner wird dann erneut Zürich Renegades heißen.

Wittig - 17.05.2017

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