GFL-Auftakt in Berlin

Das Berliner Mommsenstadion, Heimspielstätte der Berlin RebelsEs ist zu einer schönen Tradition geworden, dass sich die beiden Berliner GFL-Teams zu Saisonbeginn der Gruppe Nord gegenüberstehen. Auch in diesem Jahr wird das so sein. Dass es nicht das jeweils erste Saisonspiel sein wird, ist den internationalen Wettbewerben geschuldet. Die Berlin Rebels haben ihren Auftakt in der Big6 hinter, die Berlin Adler am kommenden Wochenende in der EFL vor sich. Letztere haben deshalb gleich den ersten GFL-Ausweichtermin belegt.

Unterschiedlich fiel die Bilanz dieser ersten Spiele beider Teams des vergangenen Samstags aus. Die Adler kehrten mit einem 30:08 aus dem Norden zurück und hinterließen im Passspiel einen ordentlichen Eindruck. Paul Zimmermann, Eigengewächs der schwarz-gelben, bediente drei verschiedene Receiver für Punkte und erzielte über 200 Passyards. Das Laufspiel besaß noch nicht die erhoffte Durchschlagskraft, immerhin konnte US-Running Back Devon Francois einen Touchdown zum Gesamtergebnis beitragen. Head Coach Eric Schramm sprach anschließend von "ein wenig Sand im Getriebe", fand die Leistung seiner Spieler "für das erste Spiel ok." Wichtig für die Defense des sechsfachen Deutschen Meisters war es, nach vielen hohen Niederlagen in der Vergangenheit, nur wenige Punkte zu kassieren. Das macht Mut für die neue Saison, obwohl die Offense der Hamburg Huskies sicher nicht der Gradmesser der Liga ist.

Weniger Punkte als im Durchschnitt des vergangenen Jahres mussten die Berlin Rebels bei ihrem ersten internationalen Auftritt hinnehmen. Verloren haben sie im sonnigen Italien allerdings trotzdem. Das 13:14 lag weniger an dem vergebenen PAT, sondern vor allem an der lange sichtbaren Nervosität und teilweise fehlenden Konzentration, die sich unter anderem wieder in Strafen in wichtigen Situationen zeigten. Das nicht wirklich ins Laufen gekommene Laufspiel gab dann letztendlich den Ausschlag. Da hat man in den beiden vergangenen Spielzeiten sehr viel Besseres gesehen.

Hohe Erwartungen setzen die Charlottenburger auf ihr neues Traum-Duo auf der Running Back Position. Larry McCoy von der Position des Top-Rushers zu verdrängen, wird schon schwer genug. Der Einsatz des aus Braunschweig gekommenen Niederländers Chris Smith gibt dem Angriff um Quarterback James Harris zusätzliche Möglichkeiten. Die aus Dänemark mit Phillip Friis Andersen geholte Verstärkung auf der Position des Kickers zahlte sich im ersten Saisonspiel noch nicht aus. Das Zusammenspiel mit Snapper und Holder stimmte bei den Kickversuchen noch nicht. Überzeugen dagegen konnte wieder die D-Line und dort vor allem Rory Johnson. Seinem ständigen Druck auf den gegnerischen Spielführer war nicht nur der erste Touchdown der Rebels zu verdanken. Mehrere QB-Sacks standen zu Spielende in der Statistik.

Auch in diesem Winter haben in Berlin die für die Region üblichen Wanderbewegungen stattgefunden. Während zum jungen Team der Adler vor allem Spieler aus den unteren Ligen stießen, wanderten einige etablierte zu den Rebels ab. Besonders schmerzlich werden die Adler OL Thierry Tchato und DB Kevin Kus, der bei den Rebels in die Linebacker-Garde rückte, vermissen. Zu WR Matthias Wolff werden sich Nicolai Schumann und Rückkehrer Gregor Lietzau gesellen.

Das alles wird beim "Berlin-Derby", dessen erster Teil am Samstag ab 15 Uhr im Berliner Mommsenstadion ansteht, wohl genauso in den Hintergrund rücken, wie die Bilanzen der letzten Spiele gegeneinander. Bei Aufeinandertreffen dieser beiden Kontrahenten kommt es zu einem Großteil darauf an, wer mehr "mit dem Herzen dabei ist". Entsprechende Vorsätze sind aus beiden Lagern zu hören. Geht es allein nur danach, wird das Berliner Duell eine spannende Angelegenheit.


Thomas Sellmann - 27.04.2017

Das Berliner Mommsenstadion, Heimspielstätte der Berlin Rebels

Das Berliner Mommsenstadion, Heimspielstätte der Berlin Rebels (© Dirk Pohl)

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