Wer glaubt schon an Statistiken?

Ndamukong Suh und seine Mitspieler der Defense müssen gegen die Steelers mehr zeigen als in den letzten beiden Spielen der regulären Saison.Anfang November letzten Jahres platzte Giants-Head-Coach Ben McAdoo in einer Pressekonferenz der Kragen, als er gefragt wurde, warum sein Team bislang so wenige Quarterback Sacks verbucht hätte. Statistiken wären etwas für Verlierer, meinte McAdoo; das wüsste man in der NFL. Ähnlich muss das wohl auch Miamis Defensive Coordinator Vance Joseph sehen - notgedrungen. Seine Defense stellte in der regulären Saison einen neuen Negativ-Rekord auf.

In den letzten beiden Saisonspielen ließen die Dolphins sage und schreibe 985 Yards zu. Im vorletzten Saisonspiel, beim Auswärtssieg gegen die Bills, gestattete die Defense den Hausherren 589 Yards, und beim letzten Heimspiel der Saison, gegen die Patriots, kamen noch einmal fast 400 Yards dazu (396 Yards). Somit kamen in der gesamten regulären Saison 6.122 Yards zusammen. Nur drei andere Teams, die Colts, Browns und 49ers, ließen in der Saison noch mehr Yards zu.

Man muss weit in der Dolphins-Geschichte zurückgehen, um ähnliche Zahlen zu finden. Im Jahr 1986 war der legendäre Don Shula noch Head Coach der Dolphins, und sein Team ließ in vier Spielen sogar 500 und mehr Yards zu. Am Ende hatten die Gegner der Dolphins in ihren Spielen 6.050 Yards gegen sie verbuchen können. Diesen Negativ-Rekord überboten die Dolphins nun in der abgelaufenen Saison.

Jedoch hat McAdoo in einer Sache sicherlich Recht: Die Statistiken - nur für sich betrachtet - sind nur die halbe Wahrheit. Damals, 1986, verpassten die Dolphins mit einer Bilanz von acht Siegen und acht Niederlagen die Playoffs. Das aktuelle Dolphins-Team qualifizierte sich hingegen mit einer Bilanz von zehn Siegen und sechs Niederlagen für die Playoffs - zum ersten Mal seit 2008. Die Belohnung für diese Leistung ist das Wildcard-Spiel am Wochenende gegen die Pittsburgh Steelers, deren Offense in der regulären Saison fast 6.000 (5.962) Yards verbuchte. Statistikgläubigkeit hin oder her, die Dolphins sind gewarnt.

Uwe Rudolph - 05.01.2017

Ndamukong Suh und seine Mitspieler der Defense müssen gegen die Steelers mehr zeigen als in den letzten beiden Spielen der regulären Saison.

Ndamukong Suh und seine Mitspieler der Defense müssen gegen die Steelers mehr zeigen als in den letzten beiden Spielen der regulären Saison. (© Getty Images)

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