Panther lassen Phantoms keine Chance

20 Sekunden vor Schluss konnten die Phantoms-Anhänger beim GFL-Juniors-Viertelfinale doch einmal jubeln: Nico Strahmann fing einen 43-Yard-Pass seines Quarterbacks Niclas Woelbert zum Touchdown. Aber es war nur eine unbedeutende Ergebniskorrektur. Zuvor hatten gut 450 Zuschauer im Europaviertel eine Gastmannschaft erlebt, die fast jeden Angriff in Punkte ummünzen konnte. Die Düsseldorf Panther zogen mit einem unangefochtenen 69:6 bei den Wiesbaden Phantoms ins Halbfinale ein und fahren nun am 17. Juli nach Schwäbisch Hall.

Alles war für ein Footballfest bereitet, die Sonne schien, das Europaviertel begrüßte beide Teams, die Fanlager waren klar verteilt. Auf Seiten der Phantoms wurden 13 Spieler vorgestellt und verabschiedet, die zu Hause ihr letztes Jugendspiel bestreiten sollten und ab der kommenden Woche bei den Herrenmannschaften trainieren werden. Nach der Seitenwahl tasteten sich beide Mannschaften erst einmal ab, bevor dann die Panther drei Mal in der ersten Halbzeit punkten konnten. Etwas unkonventionell spielte man aus einer besonderen Offense-Formation, Swinging Gate genannt, die Zusatzpunktversuche. Auf Seiten der Phantoms hatte man die passende Verteidigung in der letzten Trainingswoche einstudiert, jedoch fanden die Panther jedes Mal den Weg in die Endzone, einzig beim dritten Touchdown stand man sich mit Strafen selbst im Weg, und der Extrapunkt wurde aus 37 Yards Entfernung verwandelt, für Kicker im Jugendbereich eine ordentliche Distanz für Field Goals.

Wurde der Halbzeitstand von 23:0 noch ausschließlich von der Offense der Panther erzielt, so reihten sich im dritten und vierten Viertels auch die Defense sowie verstärkt die Special Teams in die Liste der Punktejäger ein. Insgesamt drei Pässe des Wiesbadener Quarterbacks wurden abgefangen und eine dieser Interceptions danach sofort durch Harlan Kwofie zum Touchdown in die Endzone der Phantoms zurückgebracht. Bei den Special Teams glänzte nicht nur Jannik Dohmen durch einen sehenswerten Punt-Return-Touchdown, auch Tobias Janßen und Jeton Novoberdalija, die es beide bei ihren erfolgreichen Two-Point-Conversions nicht an Durchsetzungskraft fehlen ließen, setzten Zeichen.

Insgesamt konnte man den jungen Panthern zu jeder Spielminute den Willen anmerken, ein Zeichen zu setzen, welches aber nie gegen die tapfer agierenden Gastgeber gerichtet war. So wurde die Offense der Düsseldorfer nicht nur von ihremStamm-Quarterback Rohat Dagdelen sowohl im Pass- als auch im Laufspiel zu Touchdowns geführt, sondern später nach einem Wechsel auf dieser Position ebenfalls durch Nick Strecker, der mit einem Touchdown-Pass glänzen konnte. Zudem kämpfte sich das Team aus Düsseldorf immer dann wieder nach vorne, wenn der vermeintliche Erfolg durch unnötige Strafen direkt wieder zunichte gemacht wurde.

Das in der Saison noch so gefährliche und effektive Laufspiel der Phantoms durch und über Ben Wagner, der sein letztes Jugendspiel dann in Halbzeit zwei verletzt aufgeben musste, war komplett abgemeldet und unterbunden. Gerade einmal sieben positive Yards konnte er erlaufen, meist war bereits früher Schluss. Durch die Luft konnten die Passempfänger auch nur 7 von 36 Versuchen fangen, oft standen Verteidiger richtig oder fingen die Bälle sogar ab, in der zweiten Halbzeit auch zu einem direkten Return-Touchdown. Hatte man auf Seiten der Defense den Angriff kurz gestoppt, wurde eine neue Variante ausgepackt und umgestellt, oft führte dies dann zu freien Räumen oder freien Passempfängern. Hoch motiviert legten die Panther in der zweiten Halbzeit Punkte nach.

"Das Ergebnis ist deutlich, fällt aber zu hoch aus. In wichtigen Situationen haben wir gepatzt und uns damit selbst im Weg gestanden. Ich gratuliere den Panthern zum Einzug ins Halbfinale und meiner Mannschaft für den gemeinsam gegangenen Weg." so ein enttäuschter Wiesbadener Cheftrainer Christian Freund nach dem Spiel.

Nach der Saison, ist vor der nächsten. Nach kurzer Trainingspause wird man sich beim Phantoms-Nachwuchs nun wöchentlich auf das Spiel gegen die Wiesbadener High School Anfang September vorbereiten. Nach zwei Jahren Pause kommt es wieder zur "Wiesbaden Challenge". Bevor es dann die Vorbereitung auf die Saison 2017 in der Jugendbundesliga geht, hat man da immerhin einen Titel zu verteidigen.

Auerbach - 11.07.2016

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