Luzern vergeigt das letzte Quarter - Winterthur gerettet

Silvan RenggliMit einem hauchdünnen 21:20 Sieg über die Luzern Lions sichern sich die Winterthur Warriors den Ligaerhalt in der obersten Klasse. Gleichzeitig ließen sie die Türe zum Playoff-Halbfinale einen kleinen Spalt offen, denn bei einer Niederlage der Zürich Renegades gegen Basel würde man sich sogar noch für die Playoffs qualifizieren. Gewissheit darüber wird am kommenden Samstag herrschen. Der so fulminant in die Saison gestartete Außenseiter aus Luzern fuhr dagegen die siebente Niederlage in Folge ein und beendet dadurch die Spielzeit doch noch als Tabellenletzter. Dabei war in der Partie gegen Winterthur für die Luzerner alles möglich. Mit 20:7 führte man zur Halbzeit und war damit sicher gerettet, doch im letzten Quarter brachen alle Dämme und die Gäste aus Winterthur kamen noch zum Sieg. Nun haben die Lions die unangenehme Aufgabe sich den Ligaerhalt erst in der Relegation sichern zu können. Am 4. Juli muss man hierzu gegen den Sieger der Nationalliga B, den LUCAF Owls aus Lausanne, antreten.

Das Spiel startete mit einem frühen Touchdown durch Silvan Renggli für die Warriors zum 7:0. Doch spielten die Warriors ausgerechnet in diesem für sie so wichtigen Spiel in der Verteidigung unter ihren Möglichkeiten. Sie taten sich schwer das Luzerner Running Game nachhaltig zu stoppen. Die Offense wiederum kam in den ersten beiden Vierteln nicht über den einen Touchdown hinaus und auch der ansonsten sehr sichere Kicker der Warriors scheiterte mehrfach bei Field Goal Versuchen. Anders die Gastgeber - schon der erste Lions-Touchdown konnte sich sehen lassen. QB Jeff Souder fand mit seinem Pass in Tobias Schmiedeknecht einen freien Receiver, welcher den ersten Pass TD für die Innerschweizer in der laufenden Saison erzielte. Die Two-Point-Conversion zur 8:7 Führung wurde ebenfalls von Schmiedeknecht verwandelt.

Es war auch der Deutsche, welcher mit einem weiteren Run-TD die Führung zum 14:7 erhöhen konnte. Und mit dem letzten Spielzug der ersten Halbzeit konnte QB Jeff Souder den Ball zum 20:7-Pausenstand, über 10 Yards, in die Endzone tragen. Zum jetzigen Zeitpunkt hätten die Lions also den Ligaerhalt geschafft gehabt. Für die Warriors musste dagegen der 13-Punkte-Rückstand unbedingt auf unter sechs Punkte verringert werden, um die Chance auf den direkten Ligaerhalt zu wahren. Und nur mit einem Sieg wären die Playoffs überhaupt noch ein Thema gewesen.

Im dritten Viertel neutralisierten sich die beiden Mannschaften, die Warriors schwächten sich zudem selber als einer der Routiniers wegen eines unabsichtlichen, aber unerlaubten, Angriffs auf den Gegner des Feldes verwiesen wurde. Zu Beginn des letzten Viertels musste schlussendlich der kaum zu stoppende Luzerner RB Tobias Schmiedeknecht verletzt vom Feld geführt werden. Just in dieser Phase brachte der Winterthurer Quarterback Shane McDonald einige gute Pässe an, welche große Raumgewinne zur Folge hatten. Und plötzlich war der Anschlusstouchdown wiederum durch Silvan Renggli da. Höchst umstritten, denn zuvor hatten die Schiedsrichter einen von den Lions eroberten Fumble an der Lions Red Zone aberkannt. Wie auch immer, nun lagen die Warriors nur noch 15:20 hinten.

Bei diesem Endstand wäre Winterthur zwar nicht mehr auf einem Abstiegsplatz gewesen, aber das Ziel lautete am heutigen Tag „Gewinnen“, um die Playoff-Qualifikation wenigstens theoretisch noch möglich zu machen. Und so konnten die Gäste aus Winterthur wenige Minuten vor Schluss ein weiteres Mal durch einen Shane McDonald Touchdown punkten und mit einem Zwischenergebnis von 21:20 zu Gunsten der Warriors die Führung übernehmen.

Eine vorentscheidende Situation war dann der Ballverlust der Luzerner im direkten Gegenzug. So erhielten die Warriors an der gegnerischen 10-Yard-Linie wieder das Angriffsrecht, konnten zwar nicht mehr punkten aber man konnte die verbliebene Spielzeit auf 7 Sekunden reduzieren. Die Lions konnten also vielleicht noch einen Angriffsspielzug ausführen, setzten alles auf diese Karte und die Warriors konnten den weiten Pass sicher aus der Luft schlagen, gleichzeitig lief die Uhr aus und der Schiedsrichter pfiff das Spiel unter dem unüberhörbaren Jubel der vielen mitgereisten Fans aus Winterthur ab.

Wittig - 22.06.2015

Silvan Renggli

Silvan Renggli (© WW/Alice Malherbe)

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