The day after: Stade und mögliche Folgen für den Footballsport

Wird ein noch zu erwartendes Urteil des LG Stade die Footballwelt verändern? Das Urteil des Landgerichtes zu Stade über die Klage der Magdeburg Virgin Guards gegen ein Urteil des alten Spielverbundes Nord-Ost wurde bisher nicht schriftlich verkündet und doch bewegen die mündlichen Aussagen der Richter im Feststellungsverfahren die Gemüter des deutschen American Footballwesens: "Das Landgericht hat sich unseren Ausführungen auch dahingehend angeschlossen, dass außerdem ein Verschulden der Virgin Guards nicht erkennbar sei. Dieses ist mit Blick auf die Reputation des Vereins und seiner Vertreter natürlich von besonderer Relevanz", teilte der bekannte Rechtsanwalt Dr. Rainer Cherkeh, der die Virgin Guards im Prozess vor dem Landgericht Stade vertritt und sich in der bundesrepublikanischen Sportlandschaft in den letzten Jahren einen Namen gemacht hat.

Bisher wurde allgemein angenommen, dass die Bundesspielordnung wenn nicht die „Bibel“, dann doch ein Grundpfeiler des AFVDs und seiner angeschlossenen Landesfachverbände sei. Das Richterkollegium der 4. Zivilkammer hat in kurzen plausiblen Sätzen den Prozessparteien aber auch erklärt, dass es sowohl berechtigte Zweifel an der Rechtsmäßigkeit des Urteils des alten Spielverbundes Nord Ost hegt, als auch das Verfahren anscheinend nicht gemäß den rechtsstaatlichen Gepflogenheiten durchgeführt wurde. Nun könnten sich alle Footballfunktionäre ruhig in den Lehnstuhl zurücklegen und behaupten, dass es sich ja nur um eine Aussage handelt und jeder Mensch das Recht hat, Fehler zu machen. Doch es sollte jedes Gremium aufrütteln, was die 4. Zivilkammer am Rande bemerkte. Die Richterin benannte klipp und klar Paragraphen der BSO, die nach Meinung des Gerichtes verworren und nicht klar formuliert sind, juristisch anfechtbar und möglicherweise sogar rechtswidrig gestaltet wurden.

Spätestens an dieser Stelle erhält der Konflikt eine neue Bedeutung und Brisanz und sollte auf keinen Fall in seiner nachhaltigen Wirkung unterschätzt werden. Gibt es möglicherweise einen besonderen Handlungsbearf?

In wie vielen noch nicht verjährten Verfahren des AFVD, beziehungsweise seiner Spielverbünde oder Landesverbände wurde es versäumt, dass sich während des Verfahrens die beklagten Spieler oder Vereine äußern durften? Oder auf welcher Rechtsgrundlage bewegen sich die Wechselsperren? Verstößt es möglicherweise gegen geltendes EU Recht, wenn ein holländischer Hobbysportler zwischen Mai und Juni in der niederländischen Footballliga spielt, dann aus beruflichen Gründen nach Köln umzieht, zwischen Juli und September in Deutschland sein Hobby bei einem rheinischen Footballclub weiter ausüben möchte und plötzlich mit einer Wechselsperre konfrontiert wird? Würde in diesem Fall sogar das eine oder andere von der deutschen Verfassung garantierte Grundrecht missachtet werden? Oder sind in der BSO eventuell die genannten Einspruchsfristen zu kurz bemessen, so dass sogar ein gerechtes und korrekt verhandeltes Sporturteil anfechtbar ist? Oder ist es rechtlich unappetitlich, wenn ein Einspruch eines Vereines oder Spielers gegen eine Entscheidung eines Verbandes erst dann behandelt wird, wenn die entsprechende „Gebühr“ entrichtet wurde? Oder ist es vielleicht auch rechtlich unhaltbar, wenn ein Footballverein auf Bitten des Verbandes Bestandteil eines „Nachrückerverfahrens“ wird, die Lizenzgebühren im Vorwege bezahlen muss und dann feststellt, dass, obwohl der Club nicht berücksichtigt wurde, er die Lizenzierungsgebühren nicht wieder erstattet bekommt?

Man muss nicht Jurist sein, um schnell zu verstehen, dass möglicherweise eine Welle von Prozessen mit jeweils ungewissem Ausgang auf den AFVD und seine Landesverbände zu rollt, der den Footballsport in seinen Grundfesten beschädigen könnte. Es besteht somit eine gewisse Notwendigkeit und Dringlichkeit, die BSO und andere Ordnungen schnellstens auf den Rollenprüfstand zu setzen und Paragraph für Parapraph auf Zweckmäßigkeit und Rechtsstaatlichkeit zu überprüfen, denn die Geschenke „Demokratie, Mitbestimmung, Pluralismus und Gewaltenteilung sind uns nicht einfach ohne Grund in die Wiege gelegt worden und der Begriff "Check and Balance" ist nicht ein alter Zaubertrick aus der Mottenkiste. Diese Privilegien menschlichen Miteinanders müssen von jeder Generation wie ein German Bowl Titel immer wieder neu erstritten und verteidigt werden.



Schlüter - 18.07.2009

Wird ein noch zu erwartendes Urteil des LG Stade die Footballwelt verändern?

Wird ein noch zu erwartendes Urteil des LG Stade die Footballwelt verändern? (© Schlüter)

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